Goldene Mäulchen – Beschreibung und Ziele des Projekts
Problemstellung : Strata montana – quo vadis ?
Gartengrundstücke an den Hanglagen der Bergstraße werden vernachlässigt, Obstbäume nicht ersetzt oder fachgerecht gepflegt, Verbuschung breitet sich mehr und mehr aus.
30-50 % der Rebflächen an der Bergstraße werden in den kommenden Jahren auch in maschinell gut bearbeitbaren Lagen brach fallen.
Wanderschäferei ist kaum noch anzutreffen, professionelle Landschaftspflege mit Schafen nur in Ausnahmefällen zu finden, wenig rentabel bei hohem Einsatz.
Die Bergstrasse im Strukturwandel
Die Ursachen für dafür sind sehr vielfältig :
- Babyboomer ziehen sich alters-bedingt zurück, Kinder oftmals nicht vor Ort oder überlastet
- Klimawandel : Trockenheit, Hitze, Ernteverluste erschweren die Bewirtschaftung
- Konsumwandel : Alkoholfreie Getränke liegen im Trend, mangelnde Rentabilität im Weinbau, Konkurrenz durch Billigmarken
- Verändertes Freizeitverhalten : Feierabend und Urlaub werden nicht mehr so häufig für Landwirtschaft/Landschaftspflege genutzt
Die Frage die sich dabei stellt : Was kommt nach der Rebfläche ?

Das Ouessant Zwergschaf – Gutmütiger Landschaftspfleger im Mini-Format
Im 20. Jahrhundert fast ausgestorben – heute im Kommen. Ouessant Zwergschaf kommen ursprünglich von der bretonischen Insel Ouessant und haben folgende Eigenschaften :
- Robust mit dichter schwarzer oder beiger Wolle :
- Friedliches Gemüt, Zutraulichkeit
- Schulterhöhe 45-50 cm, Gewicht, Gewicht ca. 20 kg
- Einfache Handhabung, (Transport, Scheren, Impfen etc. …)
- Kinder können über die Zwergschafe gut an Beweidung und Landschafts-pflege herangeführt werden
- „Samentaxi“ Schaf verbreitet Saatgut und fördert die Artenvielfalt
Die Motorsense bleibt zuhause – Ouessants im Pflegeeinsatz

Die Nutztierrassen unserer Vorfahren erhalten mit unserem Projekt „Goldene Mäulchen vom Blütenweg“ eine kulturelle Aufgabe. Sie Pflegen und erhalten die Kulturlandschaft an der Bergstraße.
Das Projekt der Goldenen Mäulchen – Unser Vorhaben mit den Ouessant Zwergschaf
(1) Schafe verleihen mit Nebenwirkung
- Projektstart am Blütenweg Weinheim im Herbst 2025 mit Beweidung einer Fläche, Bekanntmachung für 2026
- Regelung der Ausleihe durch schrift-liche Vereinbarung, die eine anteilige Übernahme von Kosten der Haltung vorsieht (Impfung, Versicherung etc.)
- Projektbegleitende Beratung zu Ausleihe, neuen Zuchtlinien etc. durch den Odenwälder Schäferverein
- Unterstützung und Begleitung der Ausleihenden durch den Schafhalter, Beobachtung der Vegetation
- Fortlaufende Auswertung und Anpassung der Projektinhalte
- Familienorientierte Aufstellung des Projekts, Kinder und Jugendliche als künftige Landnutzer einbeziehen
(2) Nutztiere und Obstbaumsorten kennenlernen – Potential für Bildung und Tourismus
- Blütenwegfest im Frühjahr legt bereits allseits beliebte Grundlage für Bildung zu Landnutzung und regionaler Vermarktung
- Denkbar : Sortenverkostungen auf der Ouessant Weide im Herbst, Infos zu Bezug, Verarbeitung und Anbau, Apfelsaft keltern vor Ort
- Schafe besuchen und kennen-lernen, Thementage zu verschie-denen, evtl. gefährdeten Haus-tierrassen organisieren
- Mitmach-Aktionen zur Woll-verarbeitung anbieten : Schurwolle waschen, Spinnen, Färben , Filzen etc.
(3) Obstbäume als Schattenspender – erhalten, neu pflanzen, nutzen
- Sommerhitze für die Schafe durch Obstbäume mildern, Landschaftsbild aufwerten
- Beratung zu Pflege, Pflanzung und Sorten-wahl durch Blühende Bergstrasse e.V.
- Beratung zu Verarbeitung und Vermarktung durch Genial Regional e.V.
Die Wünsche der Projektinitiatoren für eine erfolgreiche Umsetzung
Wir wünschen uns
- Ein Netzwerk von engagierten Schafhaltern unterschied-lichster Rassen, die zumindest einen Teil ihrer Tiere koope-rativ verleihen
- Heimatverbundene Land-besitzer, die sich für Sorten- und Artenvielfalt in unserer Region einsetzen
- Eine Kulturlandschaft, die dem Klima- und Nutzungswandel resilient und ohne Wertverlust begegnet
Wir würden uns freuen über finanzielle Unterstützung des Projekts „Goldene Mäulchen“ für
- Mobile Zäune und Gerät-schaften für die Schafhaltung, insbesondere für die Anfangs-phase
- Materialien für Anleitung und Umweltbildung (z.B. für die Wollverarbeitung)
- Info-Material zum Projekt
- und evtl. einen Schäferwagen als Info-Punkt am Blütenweg


