Genial Regional macht Schule - Projekt - Jahreszeiten regional erleben

Projekt – Genial Regional macht Schule !!

Klimaschutz durch regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, will der gemeinnützige Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V. in Kooperation mit der Bensheimer Heinrich-Metzendorfschule ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 schaffen.

Dabei wollen wir regionale Landwirtschaft, Gastronomie und Bildung zusammenzubringen“, so Brigitte Zimmermann-Petrullat, die Vorsitzende des Genial Regional Verein. Bei Kursen mit Profis aus Betrieben des DEHOGA , der regionalen Landwirtschaft sowie Lehrkräften der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sollen saisonal-regionale Themen für Projekttage oder -wochen erarbeitet werden. „Bei der anschließenden Umsetzung solcher Projekte in den Schulen besteht die Chance, junge Menschen für einen hauswirtschaftlichen oder gastronomischen Beruf zu begeistern“,  so Sabine Gauck Bereichsleiterin bei der Heinrich-Metzendorfschule.

Geplanter Start ist im Herbst 2023 mit dem Thema „Kartoffeln und Kürbis“ vorgesehen. Weitere Themen sind „Kraut und Rüben“ im Winter, „Kräuter, Erdbeeren und Spargel“ im Frühling sowie „Salate und Grillbares“ im Sommer 2024.

ModulVeranstaltungsterminThema
1Di., 26.09.2023Kartoffeln und Kürbis
2Mi., 31.01.2024Kraut und Rüben
3Do., 25.04.2024Kräuter, Erdbeeren und Spargel
4Di., 02.07.2024Salate und Grillbares

Erste Kontakte und Informationen können Interessierte beim Ausbildungs- und Studieninfotag der Heinrich Metzendorf Schule am Mittwoch, den 29.03.2023 bekommen. Die Vorsitzende des Genial Regional Verein und DEHOGA-Mitglied Brigitte Zimmermann-Petrullat wird am Info-Stand des DEHOGA (Deutscher Hotellerie und Gastronomieverband) Auskunft geben.

Pro Modul können 16 Personen teilnehmen, davon 2-3 Personen vom Verein, 2 Produzenten, 1 Koch, 1 Person DEHOGA, 1 Presse, 10 Lehrkräfte. Die Veranstaltung ist insbesondere für Lehrkräfte der Grundschulen, der Haupt- und Realschulen gedacht. Die Inhalte der Fortbildungsreihe können im Rahmen von Projektwochen und –tagen der entsprechenden Lerngruppe angepasst werden.

AGENDA / INHALTE und GEPLANTER VERLAUF

ZeitInhalt
09.00 Uhr – 10.00 UhrGegenseitiges Kennenlernen Info zum Verein Genial Regional  
10.00 Uhr – 11.00 UhrVorstellung der Produzenten und deren Produkte, Informationen zu den Produkten, Rezeptauswahl zum jeweiligen Thema  
11.00 Uhr – 13.30 UhrGemeinsames Kochen und Essen    
13.30 Uhr – 14.00 UhrInformation zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hotellerie und Gastronomie  
14.00 Uhr – 15.00 Uhr    Reflektion und Abschluss der Veranstaltung

ANMELDUNG und TEILNAHMEMÖGLICHKEIT

Der Anmeldeschluss liegt jeweils 3 Wochen vor dem Veranstaltungstermin. Es besteht die Möglichkeitan einzelnen, oder auch an allen Modulen teilzunehmen. Für die Teilnahme wird ein kleiner Kostenbeitrag erhoben, welcher in den nächsten Tagen noch final abgestimmt wird.

Die jeweiligen Akteure eines Moduls treffen sich 1 Woche vorher, um den genauen Ablauf zu besprechen und die Räumlichkeiten kennenzulernen. Die Veranstaltungen beginnen um 09.00 Uhr und enden gegen 15.00 Uhr.

Rückfragen beantwortet die Vorsitzende Brigitte Zimmermann-Petrullat gerne freitags zwischen 15 und 18 Uhr im Laden „Jahreszeiten regional erleben“ in der Friedhofstr. 35 in Bensheim. Anmeldung und weitere Infos auch per Mail an genialregional@t-online.de

Gerne dürfen Sie auch den dazugehörigen FLYER herunterladen und an interessierte Menschen in Ihrem Umfeld verteilen. Hier geht’s zum DOWNLOAD 

Weitere aktuelle Infos zum Projekt auch bei unserem Partner Jahreszeiten regional erleben unter : Frag Jahreszeiten : Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben

Der Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“ organisiert Kreis- und Landesgrenzen überschreitende Projekte rund um regionale Lebensmittel an der Bergstraße, im Odenwald, Kraichgau und Heidelberg. Dabei geht darum die Wertschätzung für nachhaltige, regionale Produkte in der Bevölkerung zu aktivieren und das Vertrauen in Regionales zu stärken. Dazu soll mit Schulen, DEHOGA und anderen Einrichtungen kooperiert werden. Themen:  Gesundes Essen aus der Region, Vernetzung und Know-How-Transfer. Weitere Infos dazu auf der Webseite des Vereins.

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    Kraut und Rüben als Genial Regional Schulprojekt

    Die Rezepte zum Thema “Kraut und Rüben” stammen vom Genial Regional Verein, welcher im Rahmen des Projekts Genial Regional macht Schule Kochkurse für regional-saisonale Küche mit Lehrkräften von diversen Schulen aus der Region Bergstraße durchführt.

    Folgende Gerichte wurden bei diesem Kochkurs zubereitet :

    • Winterwurzelsuppe mit Zwiebel-Chutney und dazu eine Scheibe Knoblauchbrot
    • Fruchtiger Krautsalat aus Spitzkohl und Apfel, dazu Bällchen aus Kidneybohnen und Kimchi
    • Süßkartoffeleintopf mit Polenta-Schnitten und Steckrübenpüree
    • Winterliche Fruchtgrütze mit Vanillesauce

    Die Rezepte und Zubereitungstipps :

    Gemüsebrühe – verkochen von allen (nicht färbenden) Gemüseresten und Abschnitten

    z.B.: Abschnitte von Lauch, Schalen von Wurzelgemüse, Kohlblätter -und Strünke, Obstreste, Zwiebelschalen

    keine: färbenden Gemüse, Kartoffelschalen,

    dazu:

    • Gemüsereste sammeln (zwischenfrieren)
    • In kaltem Wasser ansetzen und mit verschiedenen Gewürzen (Salz, Lorbeer, Piment, Wacholder, Liebstöckel, Pfefferkörner, Fenchelsamen oder ähnliches)
    • Einmal aufkochen lassen und dann lange köcheln
    • Nach einer bis zwei Stunden ausschalten und abkühlen lassen
    • Durch ein Sieb gießen und abtropfen lassen
    • Entweder direkt verwenden oder portionsweise einfrieren.

    Winterwurzelsuppe

    • 1kg Winterwurzeln (z.B.: Knollensellerie, Petersilienwurzeln, Topinambur, Steckrüben, Karotten, Kartoffeln, oä) – putzen, schälen und in 1 cm große Stücke schneiden.
    • Das grob geschnittene Gemüse auf ein Backblech und mit Pommessalz und Öl mischen und bei 160° für 20min backen.
    • Zwiebeln – die Zwiebeln grob würfeln.
    • 1 kg Gemüsebrühe – selbstgekocht-
    • Salz, Paprikapulver, Zitronensaft oder Zitronenschale – zum Abschmecken

     Den Gemüsefond in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Das Gemüse dazugeben und kochen lassen.

    Zwiebelchutney

    • 1kg Zwiebeln – in grobe Scheiben schneiden – auf ein Backblech und mit Pommessalz und Öl mischen und bei 160° für 20min backen.
    • 0,4 Äpfel – in kleine Würfel schneiden.
    • 8 El Zucker – mit etwas Wasser in einem Kochtopf karamellisieren lassen.
    • 400ml Essig (Kräuteressig, Apfelessig, Zitronensaft, Apfelsaft oä).
    • Das Karamell mit dem Essig ablöschen und etwas kochen (sich auflösen) lassen. Das Gemüse dazugeben und einkochen lassen. Die Äpfel dazugeben und weiterkochen.
    • Kurkuma, Ingwer, Salz, Chili – zum Abschmecken.

    Knoblauchbrot

    • Baguettes in Scheiben schneiden.
    • Knoblauch mit Öl, Salz und etwas Zitronensaft pürieren – (Knoblauch-Pesto)
    • Die Brote damit besteichen und auf ein Backblech (mit Backpapier)
    • Bei 160° für 15 min backen.

    Krautsalat aus Spitzkohl und Apfel

    • Spitzkohl/ Weißkohl in feine Streifen schneiden
    • mit Salz verkneten
    • Äpfel grob reiben und dazugeben
    • Zitronensaft, Kräuteressig, Zucker dazugeben und verkneten.
    • Öl dazugeben und verkneten

    Bällchen aus Kidneybohnen

    • 3 EL Leinsamen mahlen und mit 6 EL Wasser einweichen.
    • Sonnenblumenkerne mahlen
    • Zwiebeln, Möhren, Petersilienwurzel in sehr kleine Würfel schneiden und anbraten
    • Kidneybohnen abspülen und in einen Mixer geben.
    • angebratenes Gemüse dazugeben und alles mixen.
    • Haferflocken dazugeben.
    • mit Sojasauce, Senf, Salz und Paprikapulver würzen
    • Alles mischen, bis die Konsistenz stimmt.
    • Bällchen (25g) formen und frittieren/ braten.

    Dip für die Bällchen

    • Kimchi mit Frischkäsecreme mischen

    Süßkartoffel-Eintopf mit Schwarzen Bohnen

    • 3 Süßkartoffeln – schälen und in Würfel schneiden.
    • Anderes Gemüse (Karotten, Petersilienwurzel, Zucchini, oä) – in Würfel schneiden.
    • 1 Paprika rot – in Würfel schneiden.
    • 2 rote Zwiebel – in Würfel schneiden.
    • Das Gemüse auf ein Backblech geben du mit ÖL, Salz, Kräutersalz und Paprikapulver mischen. Backen bei 180°C für 20 Minuten in den Backofen.
    • 1 weiße Zwiebel, Knoblauch, Kurkuma, Ingwer putzen, ganz klein würfeln und in Öl anbraten.
    • Curry, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Currypaste – mitrösten.
    • 500ml Wasser/ Gemüsebrühe – selbstgekocht – zum Aufgießen.
    • 1 Dosen gehackte Tomaten – dazugeben.
    • Salz, Chili – zum Abschmecken.
    • 1-2 El Reismehl zum Binden – bei Bedarf
    • das Gemüse aus dem Ofen dazugeben.
    • 1 Dose schwarze Bohnen – dazugeben.
    • 300g frischer Blattspinat – für die Deko

    Polenta-Würfel

    • 1 l Gemüsebrühe und ca. 50 g Pflanzenmargarine – zum Kochen bringen.
    • 250 g Polenta (Maisgrieß) – in die Brühe einrühren – kurz quellen lassen.
    • Kräutersalz, Muskatnuss – damit würzen.
    • frische Kräuter (nach Belieben und Geschmack) – geschnitten unterheben.
    • In eine rechteckige Form (oder Backblech mit Backpapier) die gequollene Polenta geben und glattstreichen.  Auskühlen lassen.
    • Von allen Seiten goldgelb anbraten.

    Steckrübenpüree

    • 500g Steckrüben – schälen und in Würfel schneiden.
    • 500g Kartoffeln – schälen und in Würfel schneiden.
    • 1l Wasser oder Gemüsebrühe – damit aufgießen und weichkochen.
    • Salz, Muskat, Pflanzenmargarine, Pflanzenmilch – zum Abschmecken.
    • Mit einem Kartoffelstampfer (Mixer) zu Püree verarbeiten und Flüssigkeit nach Bedarf dazugeben.

    Geht auch nur mit Kartoffel oder mit Süßkartoffeln

    Winterliche Fruchtgrütze

    • Birne, Apfel, Pflaume in dekorative Stücke schneiden.
    • In Birnensaft kochen mit Speisestärke binden.

    Vanillesauce

    • Mandelmilch aufkochen und Pudding einrühren.

    Wir bedanken uns bei Stefan Beckmann für den interessanten Kochkurs, die Rezepte und die Informationen rund um BIO und Veganes Kochen.

    Weitere aktuelle Informationen zu „Genial regional macht Schule“ findet man unter Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben bei unserem Kooperationspartner Jahreszeiten regional erleben.

    Genial Regional macht Schule - Jahreszeiten regional erleben

    Wenn Sie im schulischen Bereich tätig sind und auch mitmachen möchten, dann melden Sie Sich bitte kurz per Mail Genialregional@t-online.de beim Genial Regional Verein.

  • Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

    Was ist Solidarische Landwirtschaft, kurz SoLaWi genannt ?

    Die Idee einer Solidarischen Landwirtschaft (SolaWi) ist einfach: Eine Gruppe von Verbraucherinnen und Verbrauchern schließt sich mit einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Landwirtinnen und Landwirte versorgen die Mitglieder der Gemeinschaft mit Lebensmitteln. Umgekehrt stellen die Mitglieder den Landwirtinnen und Landwirten Geld zur Verfügung, um ohne Verluste wirtschaften zu können.

    Geteilte Ernte, geteilte Kosten, geteiltes Risiko

    Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichtet sich jedes Mitglied in Form eines Ernteanteils, für ein Jahr einen monatlichen Betrag an die Landwirtinnen und Landwirte zu zahlen.  Durch die gemeinschaftliche Finanzierung können insbesondere kleinbäuerliche und regionale Landwirtschaftsbetriebe mit einem arbeitsintensiven, vielfältigen Angebot erhalten und gefördert werden.

    Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) – Hofgut Ochsenschläger

    Hoflädchen Ochsenschläger - Solidarische Landwirtschaft 1

    Das Hofgut Ochsenschläger in Biblis-Wattenheim ist Anbieter einer solchen Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) und hat bereits mehrjährige Erfahrung mit dem Betriebsmodell gemacht. Für die Nutzer des SoLaWi-Angebots der Familie Ochsenschläger gibt es eine Menge guter Gründe, und das sind nur ein paar davon:

    • Regionale Lebensmittel
    • Saisonale Ernährung
    • Seltene Sorten
    • 100% ohne chemische Keule
    • Vom Acker direkt an unsere Mitglieder
    • Keine Umverpackung
    • Garantiert nachhaltig

    Die Liste der guten Gründe ist lang. Einer der Besten: Frischer und nachhaltiger geht es nicht!

    In der SoLaWi Ochsenschläger gibt es frisches, saisonales Gemüse aus eigenem Anbau, Kartoffeln, Obst von der eigenen Streuobstwiese, Vollkornmehl und je nach Verfügung Freilandeier. Es wird jede Woche geerntet und die Ernte unter den Mitgliedern aufgeteilt. Je nach Jahreszeit kann es mal mehr oder weniger sein. Es gibt bis zu 60 verschiedene Gemüse, Salate und Kräuter, die auf dem eigenen Acker den Jahreszeiten entsprechend angebaut werden.

    Nach und nach stellt die Familie Ochsenschläger die Bearbeitung auf ÖKÖ um. Ohne Pflügen, mit organischem Dünger, ohne spritzen, mit Bodenverbesserung/Humusaufbau, Schädlingskontrolle durch die Förderung von Nützlingen. Geplant ist, den Acker nach Permakultur–Richtlinien nach und nach umzugestalten.

    Den Verbrauchern bietet Familie Ochsenschläger auch die Möglichkeit an, die SoLaWi in Biblis-Wattenheim zu besuchen und im Gespräch mit Siggi Ochsenschläger mehr über den Anbau und die Produkte zu erfahren. Jahreszeiten regional erleben und Genial Regional Verein waren im Sommer 2022 bei einer solchen Führung durch die SoLaWi mit dabei.

    Hoflädchen Ochsenschläger - Solidarische Landwirtschaft 3

    Was finden die Verbraucher 2023 in Ihrem wöchentlichen Ernteanteil ?

    Anbauplan Gemüse 2023: Kohlrabi, Mangold, gelbe Karotten, Radieschen, Wirsing, Rotkraut, Grünkohl, Fenchel, Rote Bete, Zucchini, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln, Brokkoli, Blumenkohl, Lauch, Sellerie, Spitzkohl, Weißkraut, Kartoffeln, Spinat, Eiszapfen, orange Karotten, bunte Karotten, Gurken, Flower Sproud, Rosenkohl, Paprika…..

    Anbauplan Salate 2023: Kopfsalat, Friseesalat, Feldsalat, Chinakohl, Eichblatt, Romanasalat, Eissalat, Mibuna, Mizuna, Rucola, Bataviasalat, Zuckerhut, Pflücksalate, asiatische Schnittsalate…..

    Anbauplan Kräuter 2023: Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Rosmarin, Salbei

    Auf dem SoLaWi – Kalender stehen außerdem regelmäßig frische Eier, von den eigenen sehr glücklichen Freilandhühnchen sowie auch Vollkornmehle aus selbst angebautem Getreide.

    Haben wir Euer Interesse an SoLaWi geweckt ?

    Wenn Ihr noch mehr über die SoLaWi erfahren möchtet, z.B.: was die Mitgliedschaft kostet oder was, wann angebaut wird, dann findet Ihr alle gewünschten Informationen hier auf : SoLaWi – riedgockel.de

    Abholstationen gibt es in Biblis/Wattenheim, Bensheim, Gernsheim und Worms!

    Abonnements für das Jahre 2023 können noch bis 1. April 2023 entgegengenommen werden.

    Bei Fragen, gerne Kontakt mit Familie Ochsenschläger oder auch Jahreszeiten aufnehmen. Eure Fragen rund um die Solidarische Landwirtschaft werden schnellstmöglich beantwortet

    Dagmar und Siggi Ochsenschläger sind gern für Euch da.

  • Die Kirschpflaume – eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick

    Die Kirschpflaume ist ein wenig beachtetes Gewächs in unserer Region. Sie ist eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick. Das Schicksal der Kirschpflaume im Straßenraum. Die rotlaubigen Sorten der Kirschpflaume  (Prunus cerasifera Nigra) werden oft als kleiner Straßenbaum gepflanzt.

    Die Bevölkerung reagiert meist nur während der Blütezeit positiv, während Fruchtfall wenig Begeisterung bei den Anliegern hervorruft. Früchte werden nicht genutzt, obwohl sie essbar sind, und fallen auf Gehwege und Autos.

    Auf Privatgrundstücken findet man die Kirschpflaume als schnellwüchsigen kleinen Hausbaum mit Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.

    Die Heimat unserer Kirschpflaumen reicht nach Sibirien 

    Die Heimat von Prunus cerasifera reicht von SW-Sibirien bis Zentralasien, Kaukasus bis Kleinasien („Türkenpflaume“). Sie wurde schon vor mehr als 2000 Jahren bei den Kelten genutzt, sowie in Griechenland und Italien eingeführt.

    Seit dem 16. Jahrhundert ist sie auch in Mitteleuropa verbreitet. Meist wild an eher trockenen, sonnigen Hängen (gerne Weinlagen). Edelsorte werden oft abgestoßen. Die Kirschpflaume mag kalkhaltige Böden und keine Staunässe. Spätfrostgefährdete Lagen sind wegen der frühen Blüte auch wenig geeignet.

    Pflanzenmerkmale von Prunus cerasifera

    • Selbstunfruchtbar, werden auch nicht von Zwetschgen befruchtet 
    • Weitere Namen : Myrobalane, Türkische Pflaume, Kriecherl, Därgel-kersch (Pfalz), Sterninkel  (Sachsen), Kringelbaum (AU)
    • Sommergrün, wechsel-ständige Blätter elliptisch bis eiförmig, hellgrün
    • Großstrauch oder Baum bis   8 m Höhe, verkahlende Langtriebe mit zunehmend   hängender Optik
    • Steine giftig (Blausäure) 
    • Geschmack ohne ausgeprägte Süße, Fruchtschale verkocht sauer, süß-saure Konfitüre  

    Wildobst Kirschpflaume – für den Klimawandel von Natur aus gewappnet

    • Trockenheitsverträglich, keine Bewässerung
    • Keine Düngung,  genügsam bei hohem Ertrag
    • Extensiver Schnitt :  auslichten und zurück-setzen zur Verhinderung  von Astbruch
    • Kein Pflanzenschutz nötig, sehr selten Säge-wespen oder Pflaumen-gespinstmotten (Nähe Pflaumenanbaugebiete)

    Kirschpflaumen – Bienenretter in noch rauher Jahreszeit 

    • Sehr frühe Blütezeit in einer Trachtlücke im März – wichtiges Bienenfutter zu Beginn des Bienenjahres
    • Vollblüte direkt nach der Mandel oder mit ihr überkreuzend, vor Austrieb der Blätter, an Kurztrieben vorjähriger Langtriebe
    • Bei sonnigem Wetter lautes Bienendröhnen am Baum
    • Wunderschöner Anblick der weiß blühenden wilden Kronen, landschaftsprägend

    Die Ernte der Kirschpflaumen

    • Ernte je nach Baum ab Mitte Juli bis September, folgernde Vollreife
    • Mit der Hand vom Ast streifen, direkt in Korb
    • Evtl.  Langtriebe bei Ernte einkürzen, ableiten auf außenstehenden Trieb
    • Schütteln auf Planen oder Netze bei manchen Individuen möglich, Reife beachten !
    • Möglichst trocken ernten und sofort kühl lagern, dann wochenlange Haltbarkeit ohne Faulen, sehr stressarm !

    Die Verarbeitung – tolle Herausforderung für kreative Bio- Genießer

    • Früchte sind mehr oder weniger steinlösend, optimalen Zeitpunkt wählen
    • In leicht gefrorenem Zustand maschinelles Entsteinen möglich, Kirschentkerner
    • Sofort mit Zitronensaft befeuchten, dann wenig Oxidationsbräune an Schale
    • Eingefrorene Früchte gefroren in den geben, dann keine Braunfärbung
    • Hoher Pektingehalt und ausgewogene Säure, bei Vollreife Aromaschub !

    Feines aus der Kirsch-pflaume herstellen und genießen !

    • Als Tafelobst, auch kurmässig zur Reinigung des Verdauungstraktes
    • Wunderbar für Frucht-aufstriche, Gelees, auch in Mischung mit anderen Früchten (Pektin!)
    • Als Kuchenbelag 
    • Kompotte und Säfte
    • Senfzubereitungen
    • Dessertweine /Seccos
    • Je nach Sorte für die Brennerei geeignet

    Danke an Kernhaus Grünplanung – Dipl. Ing. Landespflege Beate Weis für diesen interessanten Beitrag über die Kirschpflaume !!

    HINWEIS : Beate Weis bietet Vorträge mit Verkostung zum Thema Kirschpflaume im Juli und August für Senioren, Schulen, Imker  etc. an, welche gegen eine Spende gebucht werden können.  Auch das Zubereiten von Fruchtaufstrichen mit Kirschpflaumen ist möglich. 

    Bei Interesse bitte kurz per Mail streuobst-manufaktur@gmx.de direkt an Beate Weis wenden.

    Bild-Quelle : Beate Weis

  • Gemeinsam für Nachhaltigkeit im Gewächshaus

    Der Genial Regional Verein war zu Besuch bei Mitglied Franz Schreier (r.) in Bürstadt. Er hat die ehemalige Gärtnerei Haller (Boxheimerhof) gekauft, umgebaut und zu einem Labor für Nachhaltigkeit im Gewächshaus weiterentwickelt.

    Das allererste Mal trafen sich die Mitglieder des Genial Regional Vereins persönlich auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Haller. „Zuvor hatten alle Zusammenkünfte wegen Corona nur digital stattgefunden“, berichtete Vorsitzende Brigitte Zimmermann. Gegründet hatte sich der Verein nach einer Vorlaufzeit im November 2020 unter dem Namen „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“

    Er setzt sich zusammen aus vielen Mitgliedern, meist Unternehmern aus der Region, die sich vor allem für Regionalität, Nachhaltigkeit und Landschaftserhalt einsetzen. Das ist die Basis für die Produkte, deren erzeugen, verwerten, verarbeiten, vermarkten sie fördern und bewerben möchten.

    Weitere Mitstreiter im Genial Regional Verein sind herzlich willkommen

    „Bisher sind es rund 20 Mitglieder, die zum Teil bereits in verschiedenen Verbänden und Organisationen aktiv sind. Aber auch Landwirte und Verbraucher sind dabei“, so die Vorsitzende. Der Verein ist auf der Suche nach weiteren Mitstreitern aus den Regionen Bergstraße, Heidelberg, Kraichgau und Odenwald, die sich mit den Themen nachhaltiger Produktion und Regionalität identifizieren können und helfen wollen, diese Botschaft nach außen zu tragen. Anlass zum Besuch in Boxheimerhof war, dass dort Mitglied Franz Schreier, dem die Firma ebf GmbH aus Bensheim gehört, 2013 ein Grundstück gekauft hat und mit seinem Gewächshaus experimentiert.

    Genial Regional Verein im Boxheimerhof Bürstadt

    Schreier ist von Haus aus Physiker, hat sich aber inzwischen zum Gärtner entwickelt. Er beschäftigt sich mit dem nachhaltigen Pflanzen und Aufziehen von Produkten in seinen besonderen Gewächshäusern, wie er sagt. „Damit fahren wir quasi doppelte Ernte ein. Zum einen mit dem was dort wächst, zum anderen durch die Energieeinsparung und die Einleitung des überzähligen Stroms ins Netz“, erklärte der Physiker den neugierigen Mitgliedern.

    Er verwendet eine hagelsichere Fluorkunststoff-Folie als Schutz für das Gewächshaus. Die Folie lässt auch UV-Strahlen außen vor, sorgt aber dafür, dass die Sonnenwärme im Innenraum gespeichert wird. Weil das Gewächshaus gut gedämmt ist, hält es die Temperatur auch in der Nachts sehr gut, sagt Schreier. Bei Außentemperaturen von bis zu minus zehn Grad bleibe es innen sogar frostfrei.

    Gebaut ist das Gewächshaus aus Holz und Hanfkalk. „Das ist ein natürliches Material mit sehr guten Dämmeigenschaften. Es kann wie alle verbauten Teile der Natur zurückgegeben werden“, fügt Schreier an. Auch die Folie bestehe aus solchen Bestandteilen. „Das Gewächshaus ist zu 99,9 Prozent recycelbar.“ Bisher gebe es wenige solcher Häuser in Europa, etwa in Luxemburg oder in Paris. Auch im japanischen Hokkaido stehe ein solches Modell.

    Chilis in unzähligen Sorten

    In Boxheimerhof werden zurzeit Chilis angebaut, unter anderem, um deren Samen zu gewinnen. Ein Mitarbeiter kümmert sich um den Anbau unzähliger Sorten. Der wird in weiteren Gewächshäusern auf dem Areal betrieben. Die Chili-Sorten wachsen auf hochwertigem Kompost, den der Abfallzweckverband ZAKB produziert, heißt es. Ein Vertreter des Verbands war beim Vereinstreffen ebenfalls anwesend. Noch fehlen spezielle Photovoltaikmodule, die in China hergestellt und in wenigen Monaten geliefert werden sollen.

    Karl-Ludwig Haller ist inzwischen Mieter bei Schreier. Auf dem Areal züchtet er beispielsweise Kresse unter dem Namen „Nasch Misch“ (wir berichteten). Auf dem Gelände finden sich noch viele „Altlasten“ aus dem früheren Gärtnereibetrieb, darunter der hohe Schornstein, durch den unzählige Liter Schweröl zum Heizen der früheren Gewächshäuser geflossen sind. Auch asbesthaltige Verkleidungen gibt es hier noch. „Wir geben das Areal der Natur zurück, wollen den Boden verbessern und wahrscheinlich eine Kindergärtnerei einrichten, bei der Kinder über mehrere Monate kommen, säen, gießen und ernten dürfen“, sagt Schreier. Der Physiker möchte der nächsten Entscheidergeneration bereits in jungen Jahren die Zusammenhänge in der Natur vermitteln. Das gehe nur über das Erleben.

    Nach einem Imbiss setzten sich die Mitglieder zusammen und arbeiteten bei einem Workshop das kommende Programm aus. „Der Verein hat in den nächsten Monaten viel vor. Wir möchten beispielsweise Kochkurse anbieten. Eine weitere Idee ist, einen Food-Truck. Außerdem will man weitere Regionalläden auf die Beine stellen, wie die Vereinsvorsitzende Brigitte Zimmermann sagte. Es habe viel zu besprechen gegeben, bei dieser ersten persönlichen Begegnung.

    Die Homepage des Vereins www.genialregionalverein.de ist gerade online gegangen, aber viele Bereiche müssen noch mit Inhalten gefüllt werden.

    Zusätzlich zur neuen Webseite ist der Genial Regional Verein auch auf Social Media Kanälen mit eigenen Auftritten vertreten. Hier findet Ihr dazu die Links.

    Facebook : https://www.facebook.com/genialregionalverein

    Instagram : https://www.instagram.com/genialregionalverein/

    YouTube : https://www.youtube.com/channel/UCL0oBaoxlX5hK0PcQoKQCRg 

    Folgen Sie uns einfach in den Sozialen Medien und Besuchen Sie unsere Webseite. Wir werden in den nächsten Monaten dort von unserer Arbeit mit dem Fokus auf Bildung in den Bereichen Regionalität, Nachhaltigkeit und Landschaftspflege berichten.

    Den Bericht dazu von Christine Dirigo im Südhessen Morgen finden Sie hier : Gemeinsam für Nachhaltigkeit – Bürstadt – Nachrichten und Informationen (mannheimer-morgen.de)

    Text-Quelle : © Christine Dirigo

    Bild-Quelle : Ottmar Meissner

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    Kartoffel und Kürbis als Genial Regional Schulprojekt

    Mit Kartoffeln und Kürbissen lassen sich rasch leckere Gerichte zubereiten. Doch das Wissen um heimisches Gemüse der Saison und die Fähigkeiten es gesund und schmackhaft zuzubereiten, verschwindet in Zeiten von „industriellen Fertiggerichten“ immer mehr.  Davon berichtet Guy Bastian von der Kochschule Heidelberg, beim 1. Workshop von „genial regional macht Schule“ zum Thema „Kartoffeln und Kürbisse“.  „Oft habe ich bei meinen Koch-Kursen gebildete Menschen, die nicht wissen, wie man Gemüse schält oder andere Lebensmittel verarbeitet!“

    Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin an der Heinrich Metzendorfschule – dem Veranstaltungsort des Workshops, weist auf die Wichtigkeit hin, das Thema „regionale, saisonale und nachhaltige Ernährung“ verstärkt den Basismultiplikatoren zu vermitteln. Die Metzendorfschule als schulischer Partner für die Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk stelle dafür gerne ihre Räume zur Verfügung. Gnauck führt weiter aus: „Leider ist die Realität so, dass Kinder und Jugendliche kaum noch eigene Kocherfahrungen zuhause, in der KiTa oder in der Schule machen.“ Die Fortbildungsreihe „genial regional macht Schule“, die sich über das Schuljahr 23/ 24 erstreckt, richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen. Lehrkräfte können im Laufe der Fortbildung zum einen persönliche Kontakte zu Erzeugern und den beteiligten Vereinen an der Bergstraße knüpfen und zum anderen ihr erworbenes Wissen als Multiplikatoren weitergeben.

    „Mit unseren Kursen wollen wir genussvollen Klimaschutz auf dem Teller anbieten. “ so Beate Weis, 2. Vorsitzende des „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“ bei der Begrüßung in der Lehrküche der Bensheimer Berufsschule. Das Projekt besteht aus 4 Modulen, die einzeln buchbar sind. Der Verein gestaltet die Kochkurse in Kooperation mit dem DEHOGA Hessen, der Heinrich Metzendorfschule, dem Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und dem Naturpark Neckartal sowie die Plattform „Jahreszeiten regional erleben“. Neben viel Praxis und Genuss werden neue Kontakte und das Wissen zu den regional-saisonalen Lebensmitteln auch in der Theorie vermittelt.

     „Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird und dabei die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert werden. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der DEHOGA Hessen Kreisverband Bergstraße (Hotel- und Gastronomieverband) dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne.“ So Christine Friedrich von der Kreisgeschäftsstelle.

    Für den praktischen Teil des 1. Moduls hat Landwirt Siggi Ochsenschläger verschiedene Kartoffel– und Kürbissorten geliefert. Der Erzeuger aus Biblis-Wattenheim berichtet von der wachsenden Bürokratie, die auf alle – auch die kleinen – Landwirte einwirke. Eigentlich möchte er Gemüse und gutes Fleisch für die Region erzeugen. Doch immer weitere Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollen erschweren seine Arbeit. Mit der Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft gibt er 100 Leute Einblicke in die Arbeit. Jeden Freitag liefert er an 4 Standorte deren wöchentlichen Ernteanteil. Seine Frau Dagmar Ochsenschläger sorgt mit ihrem kleinen Hofladen für ein Nahversorgung, den früher die lokalen Lebensmittelgeschäfte machten. Ergänzt wird das Angebot mit einem Onlineshop eigener Produkte und Erzeugnissen von regionalen Kollegen.

    Beim gemeinsamen Essen der deftigen und süßen Kürbis- und Kartoffelgerichte wurde auch über die heutige Nahversorgung, Lieferketten und Transparenz bei der Lebensmittelqualität diskutiert. Petra Wagner-Brunnengräber vom Verein dokumentierte die Rezepte, die Ottmar Meissner über die Plattform Jahreszeiten regional erleben – Regionales an der Bergstraße bereitstellen will. Die Organisatoren wollen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit künftigen Generationen das regionale Genuss-Erbe bewahren.

    „Der Kurs hat Spaß gemacht, die Gerichte sind alle lecker und ich bin beim nächsten Mal wieder dabei!“, so ein Vereinsmitglied von „genial regional“ Da es im Kurs noch freie Plätze gibt, sucht der Verein noch pädagogisch aktive Menschen aus den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar für die verbleibenden Koch-Events.

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    Weiter geht es dann im neuen Jahr, am Mittwoch 31. Januar 24. Dann steht Bio-Koch Stefan Beckmann mit den Teilnehmenden an den Töpfen. Der Spezialist für vegane Küche, zeigt was man aus Kraut und Rüben so zaubern kann.  Im Frühjahr ist Torsten Lettmann vom Restaurant „Herzblut und Zinke“ im Landesmuseum in Darmstadt an der Reihe. Er bearbeitet mit den Lehrkräften das Thema „Kräuter, Erdbeeren und Spargel“. Zum Schuljahresende 23/24 wird es dann tierisch: Grillen steht auf dem Plan und die mehrfachen Hessenmeister Oliver und Sandra Schröbel stehen mit Tipps bereit. 

    Weitere Informationen zu „Genial regional macht Schule“ findet man unter Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben, inkl. Rezepte, der 5 zubereiteten Gerichte.

    Genial Regional macht Schule - 1. Kochkurs (3)

    Wenn Sie im schulischen Bereich tätig sind und auch mitmachen möchten, dann melden Sie Sich bitte kurz per Mail Genialregional@t-online.de beim Genial Regional Verein.

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    Einkochen, Fermentieren und haltbar machen

    Am 2. September 2025 fand der 2te Kochkurs des Genial Regional Verein im Rahmen des Projekts „Genial Regional macht Schule 2025“ in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt statt. Referent war Stefan Beckmann, vom Bio-Catering Biond (www.biond.de).

    Fermentieren

    Fermentiertes Gemüse ist nicht nur eine alte Konservierungsmethode, sondern hat auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile – aber es gibt auch Punkte, die man beachten sollte. Hier ein Überblick:

    Gesundheitliche Vorteile von fermentiertem Gemüse

    Fördert die Darmgesundheit

    • Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) entstehen bei der Fermentation.
    • Diese probiotischen Kulturen können die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung fördern und Blähungen oder Verstopfung lindern.

    Verbesserte Nährstoffaufnahme

    • Durch Fermentation werden Nährstoffe wie Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K2) besser verfügbar.
    • Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können leichter aufgenommen werden.

    Stärkung des Immunsystems

    • Ein gesunder Darm hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen.
    • Probiotische Bakterien können Entzündungen regulieren und das Risiko für Infektionen senken.

    Längere Haltbarkeit & natürliche Konservierung

    • Gemüse bleibt ohne Zusatzstoffe über Monate haltbar..
    • Der Säuregehalt (pH-Wert) verhindert das Wachstum schädlicher Keime.

    Positive Wirkung auf Stoffwechsel und Gewicht

    • Einige Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

    Mögliche Risiken & Dinge zum Beachten

    Salzgehalt

    • Bei der klassischen Milchsäuregärung wird viel Salz verwendet. Zu hoher Konsum kann problematisch für Herz-Kreislauf-Patienten oder Menschen mit Bluthochdruck sein.

    Histaminbildung

    • Bei der Fermentation entsteht Histamin. Menschen mit Histaminintoleranz reagieren darauf oft mit Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen.

    Individuelle Verträglichkeit

    • Zu Beginn können Blähungen, Völlegefühl oder Bauchgrummeln auftreten, bis sich der Darm an die neuen Bakterien gewöhnt.
    • Langsam einführen (z. B. mit 1–2 EL Sauerkraut täglich starten).

    Hygiene & Sicherheit

    • Wichtig: Sauberes Arbeiten, sauberes Equipment, richtige Salzkonzentration.
    • Wenn es stark faulig riecht, schleimig wird oder Schimmel bildet → nicht mehr essen.

    Nicht für alle geeignet

    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantationen sollten vorsichtig sein und ggf. vorher ärztlich abklären.

    Kurz gesagt: Fermentiertes Gemüse kann ein echtes Superfood für den Darm und das Immunsystem sein – solange es richtig hergestellt und individuell verträglich ist.

    Ideen für fermentiertes Gemüse

    Kimchi (klassisch)

    • Chinakohl, Karotten, Paprika, rote Zwiebeln, Kurkuma, Ingwer, Chiliflocken

    CurryKraut

    • Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl (manchmal etwas Wirsing), Kurkuma, Ingwer, Cilliflocken, Curry (Kreuzkümmel)

    BlumenkohlCurry

    • Blumenkohl (Scheiben), Chinakohl, Spitzkohl, Karotten (Scheiben), rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Chiliflocken)

    Lauch/Karotten – Kimchi

    • Spitzkohl (grob), Lauch, Karotte (grob gerieben)

    Blumenkohl/ Lauch/ Karotten Kimchi

    • Blumenkohl (Röschen), Karotte (grob gerieben), Spitzkohl (grob), Lauch

    Rotes Kimchi

    • Rotkraut, Blumenkohl, rote Bete, Chinakohl, Möhre

    mit Gelber Bete

    • Gelbe Bete (Würfel), Karotten (Scheiben), Lauch, Spitzkohl (grob), Chinakohl

    Sauerkraut (klassisch)

    • Spitzkohl, Weißkraut, (Lorbeer, Wachholder)

    Rettich Kimchi

    • Rettich (dünne Scheiben), Karotte (dünne Scheiben), Lauch

    Grundrezept: Fermentiertes Gemüse

    • ca. 1 kg Gemüse (z. B. Kohl, Karotten, Blumenkohl, Lauch, Rettich, Bete …)
    • 20 g Salz (= 2 % vom Gemüsegewicht) → am besten naturbelassenes Meersalz oder Steinsalz
    • Gewürze nach Belieben: Knoblauch, Ingwer, Chili, Kümmel, Lorbeer, Pfefferkörner …
    • Optional: Starterkultur (z. B. etwas vom Saft eines vorherigen Ferments)

    Gemüse vorbereiten

    • Waschen, ggf. schälen und in die gewünschte Form schneiden (Scheiben, Raspeln, Röschen). – unterschiedliche Schnittform – anderer Geschmack

    Salzen

    • Gemüse in eine große Schüssel geben, Salz dazu.
    • Mit den Händen kräftig kneten oder stampfen, bis Flüssigkeit austritt (das ist die spätere Lake).

    Abfüllen

    • Gemüse dicht in ein sauberes Bügel- oder Schraubglas pressen.
    • Es muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls zu wenig Lake da ist: etwas Salzlösung (2 %) nachgießen.

    Beschweren

    • Mit einem Gewicht (Glasgewicht, kleiner Teller, sauberes Kohlblatt) das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.
    • Wichtig: Gemüse darf nicht mit Luft in Kontakt kommen → sonst Schimmelgefahr.

    Fermentieren lassen

    • Glas (Weck-Gläser) verschließen. Nicht öffnen – es darf kein Sauerstoff reinkommen
    • Zimmertemperatur (18–22 °C) für 3–7 Tage stehen lassen.
    • Unterschiedliche Temperatur – anderer Geschmack

    Reifen lassen

    • Im Kühlschrank entwickelt sich das Aroma weiter.
    • Haltbarkeit: mehrere Monate, solange das Gemüse unter der Lake bleibt.

    Tipps

    • Menge Salz ist entscheidend: ca. 2 % ist optimal (z. B. 1 kg Gemüse → 20 g Salz).
    • Schaumbildung / Blubbern ist normal: das sind die Milchsäurebakterien.
    • Wenn sich ein weißer Film (Kahmhefe) bildet → meist harmlos, aber bei Schimmel (flauschig, farbig) entsorgen.
    • Immer sauber arbeiten – Glas, Hände, Schneidebrett.
    • Geruchs- und Geschmackskontrolle

    Die Kursteilnehmer konnten dabei praktische Erfahrung sammeln, über das Fermentieren diskutieren und hatten viel Spaß beim Schneiden, Salzen, Stampfen und Befüllen der Gläser.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Geschnittem, Gesalzen und Gestampft

    Einkochen

    Gesundheitliche Vorteile beim Einkochen

    Längere Haltbarkeit

    • Durch Erhitzen werden Mikroorganismen und Enzyme abgetötet → Lebensmittel sind über Monate bis Jahre haltbar.
    • Praktisch für Vorratshaltung und weniger Lebensmittelverschwendung.

    Nährstoffsicherung

    • Viele Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) bleiben beim Einkochen gut erhalten.
    • auch Ballaststoffe bleiben unverändert und fördern die Verdauung.

    Saisonale Vielfalt

    • Saisonales Obst & Gemüse kann eingekocht und ganzjährig genutzt werden – fördert eine abwechslungsreiche Ernährung.

    Selbstgemacht = kontrollierte Zutaten

    • Im Gegensatz zu industriellen Konserven enthält Selbstgemachtes keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder unnötigen Zucker/Salz (außer man fügt es selbst zu).

    Gesundheitliche Nachteile & Risiken

    Vitaminverluste

    • Hitzeempfindliche Vitamine (v. a. Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure) gehen teilweise verloren.
    • Der Verlust hängt von Temperatur & Dauer ab (besonders bei langem Einkochen oder hoher Hitze).

    Botulismus-Risiko (sehr selten, aber ernst)

    • Clostridium botulinum kann in sauerstoffarmen, feucht-warmen Milieus wachsen (z. B. bei unsachgemäß eingekochtem Gemüse/Fleisch).
    • Vorbeugung:
    • Strikte Hygiene beim Einkochen.
    • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. Obst, Tomaten) sind unkritischer.
    • Bei Gemüse/Fleisch → unbedingt lange genug bei mind. 100 °C (besser 120 °C im Druckkochtopf) einkochen.

    Nährstoffeinseitigkeit

    • Wenn man sich stark auf Eingekochtes verlässt, kann es auf Dauer zu weniger Frischkost und Rohkost kommen → schlechtere Vitaminversorgung.

    Salz- oder Zuckergehalt

    • Viele Rezepte nutzen Zucker (Marmelade, Kompott) oder Salz (eingelegtes Gemüse). Ein übermäßiger Konsum kann gesundheitlich nachteilig sein.

    Auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer wurde gesorgt. Zum gemeinsamen Mittagessen gab’s frisch zubereitete Grünkern-Bolognese, Apfelmus mit eingekochten Kirschen und schöne Bilder vom Kochkurs des Genial Regional Verein.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Grünkern-Bolognese zum gemeinsamen Mittag

    Grünkern-Bolognese

    • 200 g Grünkern (geschrotet)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 Karotte, klein gewürfelt oder geraspelt
    • 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt (optional)
    • 1 Dose Tomaten (stückig, ca. 400 g)
    • 2 EL Tomatenmark
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Oregano (getrocknet)
    • 1 TL Thymian (getrocknet)
    • 1 Lorbeerblatt
    • Salz & Pfeffer nach Geschmack

    Grünkern vorbereiten

    • Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis er duftet (gibt ein nussiges Aroma).
    • Danach mit der Gemüsebrühe übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen.

    Gemüse anbraten

    • Öl in einem Topf erhitzen.
    • Zwiebel, Knoblauch, Karotte (und Sellerie) anschwitzen, bis sie weich sind.

    Tomatenbasis

    • Tomatenmark kurz mitrösten.
    • Mit Rotwein (oder etwas Brühe) ablöschen.
    • Stückige Tomaten und Gewürze (Oregano, Thymian, Lorbeerblatt) dazugeben.

    Grünkern untermischen

    Mit Salz & Pfeffer abschmecken.

    Den gequollenen Grünkern mit der Brühe unterrühren.

    Alles bei mittlerer Hitze ca. 20–30 Minuten köcheln, bis die Sauce schön sämig ist.