Autor: Ottmar Meissner

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    Genial Regional macht Schule – 2026

    Klimaschutz durch mehr regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, hat der gemeinnützige Genial Regional Verein in Kooperation mit der Bensheimer Heinrich-Metzendorfschule und weiteren Partnern ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 geschaffen und umgesetzt. Das im Jahr 2024 erfolgreich mit 4 Kochkursen gestartete Projekt des Vereins und seinen Partnern, wird in 2026 fortgesetzt. Es werden weitere 3 saisonal-regionale Kochkurse für Mitglieder und Lehrkräfte allgemeinbildender und beruflicher Schulen angeboten.

    Gestartet wird im Frühjahr 2026 mit dem Thema „Mittelalterliches Kochen mit Kinder“. Es folgen 2 weiteren Veranstaltungsthemen bis Ende des Jahres 2026.

    ModulVeranstaltungsterminThema und Ort
    1D0., 07.05.2026Milchverarbeitung, MMittelalterliches Kochen mit Kinder
    – Koch / Referent : Freilichtlabor
    – Veranstaltungsort : Freilichtlabor Lauresham, Lorsch
    2Do., xx.xx.2026
    Brot zubereiten und backen
    – Koch / Referent : Daniel Petruccelli (Berufsschule GG)
    – Veranstaltungsort : Berufliche Schulen Groß-Gerau (BSGG)
    3Di., xx.xx.2025Thema und Ort stehen noch nicht fest

    Pro Modul können 16 Personen teilnehmen, davon 2-3 Personen vom Verein, 1 Referent/Koch, 12 Lehrkräfte. Die Veranstaltung ist insbesondere für Lehrkräfte der Grundschulen, der Haupt- und Realschulen, sowie beruflichen Schulen gedacht. Die Inhalte der Fortbildungsreihe können im Rahmen von Projektwochen und –tagen der entsprechenden Lerngruppe angepasst werden.

    AGENDA / INHALTE und GEPLANTER VERLAUF

    ZeitInhalt
    09.00 Uhr – 10.00 UhrGegenseitiges Kennenlernen und Info zum Verein Genial Regional  
    10.00 Uhr – 11.00 UhrVorstellung der Produzenten und deren Produkte, Informationen zu den Produkten, Rezeptauswahl zum jeweiligen Thema  
    11.00 Uhr – 13.30 UhrGemeinsames Kochen und Essen    
    13.30 Uhr – 14.00 UhrInformation zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hotellerie und Gastronomie  
    14.00 Uhr – 15.00 Uhr    Reflektion und Abschluss der Veranstaltung

    ANMELDUNG und TEILNAHMEMÖGLICHKEIT

    Der Anmeldeschluss liegt jeweils 3 Wochen vor dem Veranstaltungstermin. Es besteht die Möglichkeitan einzelnen, oder auch an allen Modulen teilzunehmen. Für die Teilnahme wird ein kleiner freiwilliger Kostenbeitrag erhoben, welcher in Form einer Spende am Tag der Veranstaltung entrichtet werden kann.

    Rückfragen beantwortet die Vorsitzende des Genial Regional Verein, Brigitte Zimmermann-Petrullat gerne freitags zwischen 15 und 18 Uhr im Laden „Jahreszeiten regional erleben“ in der Friedhofstr. 35 in Bensheim. Anmeldung zur Teilnahme und weitere Infos auch per Mail an genialregional@t-online.de

    Wir, die Initiatoren und Organisatoren, das sind fünf Institutionen an der Bergstraße, denen das Thema „Gesunde, nachhaltige, saisonale und regionale Ernährung“ ein wichtiges Anliegen ist. Der „Genial Regional Verein“, die Heinrich-Metzendorf-Schule, der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der DEHOGA und „Jahreszeiten regional erleben“die Plattform für Regionales an der Bergstraße.

    Genial Regional macht Schule - HEADER - FOOTER

  • Goldene Mäulchen – Beschreibung und Ziele des Projekts

    Problemstellung :  Strata montana – quo vadis ?

    Gartengrundstücke an den Hanglagen der Bergstraße werden vernachlässigt, Obstbäume nicht ersetzt oder fachgerecht gepflegt, Verbuschung breitet sich mehr und mehr aus.

    30-50 % der Rebflächen an der Bergstraße werden in den kommenden Jahren auch in maschinell gut bearbeitbaren Lagen brach fallen.

    Wanderschäferei ist kaum noch anzutreffen, professionelle Landschaftspflege mit Schafen nur in Ausnahmefällen zu finden, wenig rentabel bei hohem Einsatz.

    Die Bergstrasse im Strukturwandel

    Die Ursachen für dafür sind sehr vielfältig :

    • Babyboomer ziehen sich alters-bedingt zurück, Kinder oftmals nicht vor Ort oder überlastet
    • Klimawandel : Trockenheit, Hitze, Ernteverluste erschweren die Bewirtschaftung
    • Konsumwandel : Alkoholfreie Getränke liegen im Trend, mangelnde Rentabilität im Weinbau, Konkurrenz durch Billigmarken
    • Verändertes Freizeitverhalten : Feierabend und Urlaub werden nicht mehr so häufig für Landwirtschaft/Landschaftspflege genutzt

    Die Frage die sich dabei stellt : Was kommt nach der Rebfläche ?

    Genial Regional Verein - Goldene Mäulchen vom Blütenweg - Rebflächen am Hang

    Das Ouessant Zwergschaf – Gutmütiger Landschaftspfleger im Mini-Format

    Im 20. Jahrhundert fast ausgestorben – heute im Kommen. Ouessant Zwergschaf kommen ursprünglich von der bretonischen Insel Ouessant und haben folgende Eigenschaften :

    • Robust mit dichter schwarzer oder beiger Wolle :
    • Friedliches Gemüt, Zutraulichkeit
    • Schulterhöhe 45-50 cm, Gewicht, Gewicht ca. 20 kg
    • Einfache Handhabung, (Transport, Scheren, Impfen etc. …)
    • Kinder können über die Zwergschafe gut an Beweidung und Landschafts-pflege herangeführt werden
    •  „Samentaxi“ Schaf verbreitet Saatgut und fördert die Artenvielfalt    

    Die Motorsense bleibt zuhause – Ouessants im Pflegeeinsatz 

    Genial Regional Verein - Goldene Mäulchen vom Blütenweg - Ouessant Zwergschafe

    Die Nutztierrassen unserer Vorfahren erhalten mit unserem Projekt „Goldene Mäulchen vom Blütenweg“ eine kulturelle Aufgabe. Sie Pflegen und erhalten die Kulturlandschaft an der Bergstraße.

    Das Projekt der Goldenen Mäulchen – Unser Vorhaben mit den Ouessant Zwergschaf

    (1) Schafe verleihen mit Nebenwirkung 

    • Projektstart am Blütenweg Weinheim im Herbst 2025 mit Beweidung einer Fläche, Bekanntmachung für 2026
    • Regelung der Ausleihe durch  schrift-liche Vereinbarung, die eine anteilige Übernahme von Kosten der  Haltung vorsieht (Impfung, Versicherung etc.)
    • Projektbegleitende Beratung zu Ausleihe, neuen Zuchtlinien etc. durch den Odenwälder Schäferverein
    • Unterstützung und Begleitung der Ausleihenden durch den Schafhalter, Beobachtung der Vegetation 
    • Fortlaufende Auswertung und Anpassung der Projektinhalte
    • Familienorientierte Aufstellung des Projekts, Kinder und Jugendliche als künftige Landnutzer  einbeziehen  

    (2) Nutztiere und Obstbaumsorten kennenlernen – Potential für Bildung und Tourismus

    • Blütenwegfest  im Frühjahr legt bereits allseits beliebte Grundlage für Bildung zu Landnutzung und regionaler Vermarktung
    • Denkbar : Sortenverkostungen auf der Ouessant Weide im Herbst, Infos zu Bezug, Verarbeitung und Anbau, Apfelsaft keltern vor Ort
    • Schafe besuchen und kennen-lernen, Thementage zu verschie-denen, evtl. gefährdeten Haus-tierrassen organisieren
    • Mitmach-Aktionen zur Woll-verarbeitung anbieten : Schurwolle waschen, Spinnen, Färben , Filzen etc. 

    (3) Obstbäume als Schattenspender – erhalten, neu pflanzen, nutzen

    • Sommerhitze für die Schafe durch Obstbäume mildern, Landschaftsbild aufwerten
    • Beratung zu Pflege, Pflanzung  und  Sorten-wahl durch Blühende Bergstrasse e.V.
    • Beratung zu Verarbeitung und Vermarktung durch Genial Regional e.V.  

    Die Wünsche der Projektinitiatoren für eine erfolgreiche Umsetzung

    Wir wünschen uns

    • Ein Netzwerk von engagierten Schafhaltern unterschied-lichster Rassen,  die zumindest einen Teil ihrer Tiere koope-rativ verleihen
    • Heimatverbundene Land-besitzer, die sich für  Sorten- und Artenvielfalt in unserer Region einsetzen
    • Eine Kulturlandschaft, die dem Klima- und Nutzungswandel resilient und ohne Wertverlust begegnet  

    Wir würden uns freuen über finanzielle Unterstützung des Projekts „Goldene Mäulchen“ für

    • Mobile Zäune und Gerät-schaften für die Schafhaltung, insbesondere für die Anfangs-phase
    • Materialien für Anleitung und Umweltbildung (z.B. für die Wollverarbeitung)
    • Info-Material zum Projekt
    • und evtl. einen Schäferwagen als Info-Punkt am Blütenweg 

    Genial Regional Verein - Goldene Mäulchen vom Blütenweg - DANKE

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    Auszeichnung für unser Projekt „Die goldenen Mäulchen vom Blütenweg“

    Das Regionalparkforum, das in diesem Jahr am 04.12.2025 im Zeughaus der rem Museen in Mannheim stattfand, ist mittlerweile ein etabliertes Format, um Strategien zur Freiraum- und Landschaftsentwicklung vorzustellen und zu diskutieren. Bei dieser vom Verband Region Rhein-Neckar ausgerichteten Veranstaltung steht die Weiterentwicklung der zehn großen Landschaftsräume der Region Rhein-Neckar – die sog. Prächtigen 10 – im Fokus.  Das Forum bietet als Teil des regionalen Entwicklungsprojekts „Regionalpark Rhein-Neckar“ die Plattform zum Austausch und zur gemeinsamen Ideenfindung, an der sowohl die Region als auch kommunale Partner und weitere Akteure beteiligt sind. Zusammenfassend wird dieses als Dialog Landschaft kommuniziert.

    Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war die Prämierung der Gewinner aus dem achten Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“. Alle Kommunen in der Metropolregion Rhein-Neckar waren aufgerufen, Landschafts- und Grünprojekte mit regionalem Mehrwert einzureichen, die dazu beitragen, die 10 großen Landschaftsräume – die sog. Prächtigen 10 – weiter aufzuwerten. Es standen 50.000 Euro Preisgelder zur Verfügung. Der Verband Region Rhein-Neckar vergab vier Preise mit je 10.000 Euro und zwei Anerkennungen mit je 5.000 Euro.

    Der Genial Regional Verein und die Stadt Weinheim freuen sich darüber, beim Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“, als eines der vier ausgezeichneten Projekte zu sein und bedankt sich beim Veranstalter für den Preis in Höhe von 10.000 Euro, welcher zur Umsetzung dieses Landschaftspflege-Projekts in Weinheim eingesetzt werden wird.

    „Die goldenen Mäulchen vom Blütenweg“ – ein Projekt zur Erprobung eines bildungsorientierten Verleih-Systems für Ouessant Zwergschafe, wird von Beate Weis, 2.Vorsitzende des Genial Regional Verein, in Weinheim betreut und umgesetzt.

    Genial Regional Verein - Preisgewinner - Die goldenen Mäulchen vom Blütenweg

    Wir werden das Projekt in einem eigenen Beitrag auf der Webseite des Genial Regional Verein noch mal detailliert vorstellen.

    Die vollständige Pressemeldung zum Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ der Metropolregion Rhein-Neckar finden Sie HIER

    Der Genial Regional Verein und sein Partner Stadt Weinheim, bedanken sich beim Verband Region Rhein-Neckar für die Auszeichnung.

  • NEWS : food.net:z – Lebensmittelnetzwerk Rhein-Neckar

    Der Verein „food.net:z – Lebensmittelnetzwerk Rhein-Neckar e.V.“ bildet die gesamte Lebensmitte Wertschöpfungskette ab, vom Feld bis in den Supermarkt. Erzeuger, Weiterverarbeiter/Produzenten, Groß- und Einzelhandelsunternehmen, Zulieferer, Logistikunternehmen, Dienstleister, Vereine sowie die Akteure aus der Wissenschaft: Sie alle haben ihren festen Platz in diesem für den Rhein-Neckar Raum einzigartigen Netzwerk.

    food.net:z – Lebensmittelnetzwerk Rhein-Neckar e.V. ist auch Gründungsmittglied des Genial Regional Verein. In diesem Zusammenhang freuen wir uns sehr darüber, dass food.net:z sein Wirkungsgebiet in der Region erweitert.

    Satzungsänderung – food.net:z öffnet sich für neue Regionen!

    Die Mitglieder des Vereins food.net:z – Lebensmittelnetzwerk Rhein-Neckar e.V. haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 28. März 2025 eine wichtige Satzungsänderung beschlossen, die den Kreis der ordentlichen Mitglieder deutlich erweitert.

    Künftig können Unternehmen und Organisationen aus angrenzenden Stadt- und Landkreisen nicht nur als Fördermitglieder, sondern auch als ordentliche Mitglieder dem Netzwerk beitreten – unabhängig davon, ob sie ihren Sitz oder eine Niederlassung in der Metropolregion Rhein-Neckar haben. Die neue Satzung erlaubt nun auch die Aufnahme aus angrenzenden Stadt- und Landkreisen.

    Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie hier : Pressemitteilung: 04/2025 – food.net:z

    Verleihung des Bronze Label der European Cluster Excellence Initiative (ECEI)

    Gratulieren möchten wir unserem Vereinsmitglied food.net:z auch zur offiziellen Zertifizierung als Cluster. food.net:z darf ab sofort das Bronze Label der European Cluster Excellence Initiative (ECEI) führen.

    Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie hier : Pressemitteilung: 05/2025 – food.net:z

    Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit für Nachhaltigkeit in der Lebensmittelwirtschaft.

    Genial Regional Verein - Food.netz - Rhein-Neckar

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    Video-Beitrag – Trockenmauerkurs (Theorie und Praxis)

    Der Genial Regional Verein setzt sich für den Erhalt von Trockenmauern an der Bergstraße ein 😊

    Am 6. und 7. September 2025 fand wieder ein Trockenmauer-Kurs in Theorie und Praxis statt. Der theoretische Teil fand am Freitag in den Räumlichkeiten von „Jahreszeiten regional erleben“ in der Bensheimer Friedhofstraße statt. Zur Praxis am Samstag hatte der Verein dann an den Schloßberg in Heppenheim eingeladen.

    Eindrücke von unserem Trockenmauer-Kurs in Theorie und Praxis, bekommt Ihr im Video-Beitrag, welchen wir mit Bild und Videomaterial von den Beiden Tagen erstellt und auf unserem YouTube Kanal veröffentlicht haben.

    Trockenmauerkurs - Theorie im Jahreszeiten regional erleben

    Hier der LINK zum Video-Beitrag : Genial Regional Verein – Trockenmauer Kurs an der Bergstraße (Theorie und Praxis)

    Ihr wollt mehr zum Thema Trockenmauern erfahren ? dann schaut doch mal hier im Projekt-Bereich „Trockenmauern Bergstraße“ auf unserer Webseite nach : Trockenmauern Bergstrasse – Genial Regional Verein

    Und wen es Fragen zum Verein und zum Thema Trockenmauern gibt, dann nehmt gerne mit uns Kontakt auf 😊

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    Einkochen, Fermentieren und haltbar machen

    Am 2. September 2025 fand der 2te Kochkurs des Genial Regional Verein im Rahmen des Projekts „Genial Regional macht Schule 2025“ in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt statt. Referent war Stefan Beckmann, vom Bio-Catering Biond (www.biond.de).

    Fermentieren

    Fermentiertes Gemüse ist nicht nur eine alte Konservierungsmethode, sondern hat auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile – aber es gibt auch Punkte, die man beachten sollte. Hier ein Überblick:

    Gesundheitliche Vorteile von fermentiertem Gemüse

    Fördert die Darmgesundheit

    • Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) entstehen bei der Fermentation.
    • Diese probiotischen Kulturen können die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung fördern und Blähungen oder Verstopfung lindern.

    Verbesserte Nährstoffaufnahme

    • Durch Fermentation werden Nährstoffe wie Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K2) besser verfügbar.
    • Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können leichter aufgenommen werden.

    Stärkung des Immunsystems

    • Ein gesunder Darm hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen.
    • Probiotische Bakterien können Entzündungen regulieren und das Risiko für Infektionen senken.

    Längere Haltbarkeit & natürliche Konservierung

    • Gemüse bleibt ohne Zusatzstoffe über Monate haltbar..
    • Der Säuregehalt (pH-Wert) verhindert das Wachstum schädlicher Keime.

    Positive Wirkung auf Stoffwechsel und Gewicht

    • Einige Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

    Mögliche Risiken & Dinge zum Beachten

    Salzgehalt

    • Bei der klassischen Milchsäuregärung wird viel Salz verwendet. Zu hoher Konsum kann problematisch für Herz-Kreislauf-Patienten oder Menschen mit Bluthochdruck sein.

    Histaminbildung

    • Bei der Fermentation entsteht Histamin. Menschen mit Histaminintoleranz reagieren darauf oft mit Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen.

    Individuelle Verträglichkeit

    • Zu Beginn können Blähungen, Völlegefühl oder Bauchgrummeln auftreten, bis sich der Darm an die neuen Bakterien gewöhnt.
    • Langsam einführen (z. B. mit 1–2 EL Sauerkraut täglich starten).

    Hygiene & Sicherheit

    • Wichtig: Sauberes Arbeiten, sauberes Equipment, richtige Salzkonzentration.
    • Wenn es stark faulig riecht, schleimig wird oder Schimmel bildet → nicht mehr essen.

    Nicht für alle geeignet

    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantationen sollten vorsichtig sein und ggf. vorher ärztlich abklären.

    Kurz gesagt: Fermentiertes Gemüse kann ein echtes Superfood für den Darm und das Immunsystem sein – solange es richtig hergestellt und individuell verträglich ist.

    Ideen für fermentiertes Gemüse

    Kimchi (klassisch)

    • Chinakohl, Karotten, Paprika, rote Zwiebeln, Kurkuma, Ingwer, Chiliflocken

    CurryKraut

    • Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl (manchmal etwas Wirsing), Kurkuma, Ingwer, Cilliflocken, Curry (Kreuzkümmel)

    BlumenkohlCurry

    • Blumenkohl (Scheiben), Chinakohl, Spitzkohl, Karotten (Scheiben), rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Chiliflocken)

    Lauch/Karotten – Kimchi

    • Spitzkohl (grob), Lauch, Karotte (grob gerieben)

    Blumenkohl/ Lauch/ Karotten Kimchi

    • Blumenkohl (Röschen), Karotte (grob gerieben), Spitzkohl (grob), Lauch

    Rotes Kimchi

    • Rotkraut, Blumenkohl, rote Bete, Chinakohl, Möhre

    mit Gelber Bete

    • Gelbe Bete (Würfel), Karotten (Scheiben), Lauch, Spitzkohl (grob), Chinakohl

    Sauerkraut (klassisch)

    • Spitzkohl, Weißkraut, (Lorbeer, Wachholder)

    Rettich Kimchi

    • Rettich (dünne Scheiben), Karotte (dünne Scheiben), Lauch

    Grundrezept: Fermentiertes Gemüse

    • ca. 1 kg Gemüse (z. B. Kohl, Karotten, Blumenkohl, Lauch, Rettich, Bete …)
    • 20 g Salz (= 2 % vom Gemüsegewicht) → am besten naturbelassenes Meersalz oder Steinsalz
    • Gewürze nach Belieben: Knoblauch, Ingwer, Chili, Kümmel, Lorbeer, Pfefferkörner …
    • Optional: Starterkultur (z. B. etwas vom Saft eines vorherigen Ferments)

    Gemüse vorbereiten

    • Waschen, ggf. schälen und in die gewünschte Form schneiden (Scheiben, Raspeln, Röschen). – unterschiedliche Schnittform – anderer Geschmack

    Salzen

    • Gemüse in eine große Schüssel geben, Salz dazu.
    • Mit den Händen kräftig kneten oder stampfen, bis Flüssigkeit austritt (das ist die spätere Lake).

    Abfüllen

    • Gemüse dicht in ein sauberes Bügel- oder Schraubglas pressen.
    • Es muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls zu wenig Lake da ist: etwas Salzlösung (2 %) nachgießen.

    Beschweren

    • Mit einem Gewicht (Glasgewicht, kleiner Teller, sauberes Kohlblatt) das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.
    • Wichtig: Gemüse darf nicht mit Luft in Kontakt kommen → sonst Schimmelgefahr.

    Fermentieren lassen

    • Glas (Weck-Gläser) verschließen. Nicht öffnen – es darf kein Sauerstoff reinkommen
    • Zimmertemperatur (18–22 °C) für 3–7 Tage stehen lassen.
    • Unterschiedliche Temperatur – anderer Geschmack

    Reifen lassen

    • Im Kühlschrank entwickelt sich das Aroma weiter.
    • Haltbarkeit: mehrere Monate, solange das Gemüse unter der Lake bleibt.

    Tipps

    • Menge Salz ist entscheidend: ca. 2 % ist optimal (z. B. 1 kg Gemüse → 20 g Salz).
    • Schaumbildung / Blubbern ist normal: das sind die Milchsäurebakterien.
    • Wenn sich ein weißer Film (Kahmhefe) bildet → meist harmlos, aber bei Schimmel (flauschig, farbig) entsorgen.
    • Immer sauber arbeiten – Glas, Hände, Schneidebrett.
    • Geruchs- und Geschmackskontrolle

    Die Kursteilnehmer konnten dabei praktische Erfahrung sammeln, über das Fermentieren diskutieren und hatten viel Spaß beim Schneiden, Salzen, Stampfen und Befüllen der Gläser.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Geschnittem, Gesalzen und Gestampft

    Einkochen

    Gesundheitliche Vorteile beim Einkochen

    Längere Haltbarkeit

    • Durch Erhitzen werden Mikroorganismen und Enzyme abgetötet → Lebensmittel sind über Monate bis Jahre haltbar.
    • Praktisch für Vorratshaltung und weniger Lebensmittelverschwendung.

    Nährstoffsicherung

    • Viele Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) bleiben beim Einkochen gut erhalten.
    • auch Ballaststoffe bleiben unverändert und fördern die Verdauung.

    Saisonale Vielfalt

    • Saisonales Obst & Gemüse kann eingekocht und ganzjährig genutzt werden – fördert eine abwechslungsreiche Ernährung.

    Selbstgemacht = kontrollierte Zutaten

    • Im Gegensatz zu industriellen Konserven enthält Selbstgemachtes keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder unnötigen Zucker/Salz (außer man fügt es selbst zu).

    Gesundheitliche Nachteile & Risiken

    Vitaminverluste

    • Hitzeempfindliche Vitamine (v. a. Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure) gehen teilweise verloren.
    • Der Verlust hängt von Temperatur & Dauer ab (besonders bei langem Einkochen oder hoher Hitze).

    Botulismus-Risiko (sehr selten, aber ernst)

    • Clostridium botulinum kann in sauerstoffarmen, feucht-warmen Milieus wachsen (z. B. bei unsachgemäß eingekochtem Gemüse/Fleisch).
    • Vorbeugung:
    • Strikte Hygiene beim Einkochen.
    • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. Obst, Tomaten) sind unkritischer.
    • Bei Gemüse/Fleisch → unbedingt lange genug bei mind. 100 °C (besser 120 °C im Druckkochtopf) einkochen.

    Nährstoffeinseitigkeit

    • Wenn man sich stark auf Eingekochtes verlässt, kann es auf Dauer zu weniger Frischkost und Rohkost kommen → schlechtere Vitaminversorgung.

    Salz- oder Zuckergehalt

    • Viele Rezepte nutzen Zucker (Marmelade, Kompott) oder Salz (eingelegtes Gemüse). Ein übermäßiger Konsum kann gesundheitlich nachteilig sein.

    Auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer wurde gesorgt. Zum gemeinsamen Mittagessen gab’s frisch zubereitete Grünkern-Bolognese, Apfelmus mit eingekochten Kirschen und schöne Bilder vom Kochkurs des Genial Regional Verein.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Grünkern-Bolognese zum gemeinsamen Mittag

    Grünkern-Bolognese

    • 200 g Grünkern (geschrotet)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 Karotte, klein gewürfelt oder geraspelt
    • 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt (optional)
    • 1 Dose Tomaten (stückig, ca. 400 g)
    • 2 EL Tomatenmark
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Oregano (getrocknet)
    • 1 TL Thymian (getrocknet)
    • 1 Lorbeerblatt
    • Salz & Pfeffer nach Geschmack

    Grünkern vorbereiten

    • Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis er duftet (gibt ein nussiges Aroma).
    • Danach mit der Gemüsebrühe übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen.

    Gemüse anbraten

    • Öl in einem Topf erhitzen.
    • Zwiebel, Knoblauch, Karotte (und Sellerie) anschwitzen, bis sie weich sind.

    Tomatenbasis

    • Tomatenmark kurz mitrösten.
    • Mit Rotwein (oder etwas Brühe) ablöschen.
    • Stückige Tomaten und Gewürze (Oregano, Thymian, Lorbeerblatt) dazugeben.

    Grünkern untermischen

    Mit Salz & Pfeffer abschmecken.

    Den gequollenen Grünkern mit der Brühe unterrühren.

    Alles bei mittlerer Hitze ca. 20–30 Minuten köcheln, bis die Sauce schön sämig ist.

  • Trockenmauern an der Bergstraße

    Trockenmauern stellen bis heute die nachhaltigste, natürlichste und dauerhafteste Bauweise der Menschheit dar. Sie prägen die Kulturlandschaft an der Bergstraße. Trockenmauern sind nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Bauweise, sondern sind auch ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie Eidechsen, Wildbienen, Moose und Flechten. 

    7.000 Jahre altes Handwerk hilft Kulturlandschaft zu erhalten

    Seit mindestens 7.000 Jahren werden mit dieser Technik, aus Bruch- beziehungsweise Natursteinen und Schotter stabile Anlagen ganz ohne Mörtel gebaut. Sowohl beim Brunnen- und Wasserbau, beim Haus-, Kirchen und Burgenbau aber auch in der Landwirtschaft und im Weinbau wurden Trockenmauern eingesetzt. Seit 2018 zählt diese Bauweise in einigen Ländern zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

    Warum Trockenmauern erhaltenswert sind.

    Der Bau und Erhalt von Trockenmauern ist eine anspruchsvolle handwerkliche Teamarbeit. Ihr indirekter ökologischer Nutzen besteht darin, dass sie im Prinzip ohne externe Materialien wie Zement, Sand und Metall oder Fremdenergie errichtet und erhalten werden können. In landwirtschaftlichen Terrassenkulturen, wie im Wein- und Obstanbau unterstützen Trockenmauern den Bodenschutz. Der Niederschlag versickert langsam hinter der Trockenmauer im Boden, statt mit viel Erde ins Tal gespült zu werden. Die Wurzeln der Pflanzen können das Bodenwasser allmählich aufnehmen.

    Da die Steine der Trockenmauer nicht verfugt sind, kann das Wasser bei anhaltendem Regen, der zu einer Sättigung des Bodenraums führt, zwischen den Steinen austreten, ohne großen Druck auf das Gemäuer auszuüben.

    Eine Trockenmauer ist immer 10 bis 15 Grad geneigt und setzt sich aus fünf Steintypen zusammen, die wie ein Puzzle aufeinander aufbauen. Jeder einzelne Stein muss so stabilisiert werden, dass man darüber gehen kann, ohne Wackler. Die Mauer besteht aus :

    • Möglichst große und flache Fundamentsteine, die das Gewicht der Mauer tragen, 
    • Bausteine, die mindestens eine flache Seite und keine Spitzen aufweisen,
    • Kleinere Füll- oder Keilsteine,
    • Bindersteine, die in den Hang oder die zweite Hälfte der Mauer ragen,
    • Decksteine, zum Mauerabschluss.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Maueraufbau - Jahreszeiten regional erleben

    Mit dem Rückgang der Landwirtschaft werden Trockenmauern zunehmend dem Verfall preisgegeben. Garten- und Weinbaugrundstücke verbuschen, weil die Terrassenkultur mühsam und unwirtschaftlich zu erhalten ist. Man findet sie fast nur noch in historisch gewachsenen und nicht flurbereinigten Weinlagen. Denn: Besonders durch Maßnahmen der Flurbereinigung, die oft eine Neugestaltung ganzer Feldfluren bedeuten, gehen viele Trockenmauern verloren. Als Ausgleich werden zuweilen Gabionen gebaut, die aber nach Ansicht mancher Experten aus Naturschutz-Sicht kein gleichwertiger Ersatz für Trockenmauern sind, aber ähnlich funktionieren.

    Reicher Artenschutz mit Trockenmauern

    Eine Trockenmauer bietet auf engem Raum viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für Tiere: offenen Sonnenplätzen, Bereiche mit höherer Vegetation, Hohlräume sowie den schattigen und kühlen Mauerfuß:  Die steinerne Hangbefestigung ist Brutstätte oder Kühlraum, Jagdplatz. oder Versteck, Winter- und Nachtquartier.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Artenschutz - Jahreszeiten regional erleben

    Viele Insekten wie Grashüpfer, Erdhummel, Schwebefliege, Wildbienen, Heuschrecken, Laufkäfer, Wanzen, oder Asseln fühlen sich im Mauerwerk wohl. Reptilien und Amphibien, wie Nattern und Kröten sind hier Zuhause. Aber auch Mäuse und seltene Kleinvögel wie der Steinschmätzer siedeln sich dort an. Je nach Sonnenexposition und Geologie sind Trockenmauern Biotope mit großen Übergangsbereichen und stellen einen schützenswerten Lebensraum dar.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Flora und Fauna - Jahreszeiten regional erleben

    In und auf Trockenmauern lebt eine Vielzahl von seltenen Pflanzen. Von der Mauerkrone bis zum schattigen Fuß variiert die Flora. Je älter die Mauer, umso größer die Vielfalt. Auch der Standort und das Mikroklima wirken sich aus. An sehr heißen Plätzen wachsen Kakteen, Dach-Hauswurz, Fetthenne, Mauersenf, Pyrenäen-Storchenschnabel, Ackerwinde und weißer Mauerpfeffer. Auf den Mauerkronen findet man Weinberglauch, Traubenhyazinthen, Rundblättriger Storchenschnabel, gekielter Feldsalat und Ackerringelblume. In den Fugen und an den Mauerfüßen gedeihen gelber Lerchensporn, Schöll-, Zimbel- und Ruprechstkraut. Gefürchtet ist der Bewuchs mit Efeu. Dieser führt zur Verschattung der und durch die Efeuwurzeln zur Sprengung der Trockenmauer.

    Beispielhafte Trockenmauerprojekte an der Bergstraße

    Die abwechslungsreiche und attraktive Kulturlandschaft an der Bergstraße unterliegt einem spürbaren Wandel. Weinberge, Obstbaumbestände und Gartengrundstücke werden zunehmend aufgegeben und verwildern. Schließlich erobert sich der Wald die Flächen zurück. Ursachen hierfür sind oftmals Altersgründe, Wegzug oder mangelndes Interesse der Grundstückseigentümer, schlechte Erreichbarkeit der Grundstücke sowie zu kleine und ungünstig geschnittene Grundstücke. Mit dem Vormarsch des Waldes verschwinden die typischen trocken-warmen, buntblühenden Biotope wie Obstwiesen, Magerrasen, Trockenmauern oder Lössböschungen mit ihren seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören beispielsweise die Schlingnatter und Sommerwurz-Arten. Auch eine attraktive Erholungslandschaft braucht das bunte Mosaik verschiedener Nutzungen.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Steinpuzzle kann beginnen

    An der hessischen und badischen Bergstraße haben verschiedene Akteure mit ökologischen Projekten dazu beigetragen den Verfall der Garten- und Weinbaugrundstücke aufzuhalten. Aktuell sind an der Bergstraße noch ungefähr ein Viertel der bewirtschafteten Fläche Steillagen. Die meisten Flächen sind oberhalb von Zwingenberg, Heppenheim und Schriesheim. Auf Erlebnis- und Lehrpfaden kann man an vielen Stationen die Besonderheiten der Bergstraße erleben und auch die Vorteile der Trockenmauern entdecken. So erfährt man, dass die Lufttemperatur im Tagesverlauf durch Trockenmauern ausgeglichen wird und ein Steillagenweinbau so auch an exponierten Hangabschnitten möglich ist: Die Trockenmauer strahlt bis in die Nacht die gespeicherte Wärme aus wieder an die bodennahe Luftschicht ab und mindert so die nächtliche Auskühlung der Weinbergflächen.

    Verschiedene geförderte Projekte an der hessischen und badischen Bergstraße tragen zum Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft bei. So wurde aus einem Förderprojekt der Verein „Blühenden Bergstraße“ sich dafür einsetzt wertvolle Gebiet für den Naturschutz und auch als Erholungslandschaft zu bewahren und zu entwickeln. Mit Preisgeldern aus dem Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ der Metropolregion Rhein-Neckar haben die Stadt Heppenheim, der NABU und Verein Genial Regional ein Trockenmauerprojekt am Heppenheimer Schlossberg angestoßen und Werkzeuge angeschafft. Diese kommen bei Kursen zum Einsatz.

    Steinpuzzeln für Neulinge – Ein Kursangebot des Genial Regional Verein

    Leute, die in ihrem Garten, Weinberg oder auf sonstigem Gelände Trockenmauern retten oder neu erschaffen wollen, sind Adressaten eines Trockenmauer-Kurses des Bergsträßer Vereins „Genial Regional e.V.“ In diesem Verein arbeiten Organisationen und Individuen zusammen, um traditionelle Methoden und die regionale Fauna sowie Flora zu erhalten. Für den Kurs stellt der Verein neben Experten auch professionelle Steinwerkzeuge bereit. Die Neulinge lernen nicht nur, wie man mit diesen umgeht. Denn: Bei der zweitägigen Veranstaltung werden Theorie und Praxis gleichermaßen unterrichtet. Der Verein möchte die Teilnehmenden befähigen, die über 7.000 Jahre alten Steinpuzzelmethode richtig einzusetzen. Für diese „Knochenarbeit“ wird körperliche Fitness vorausgesetzt.

    Weitere Informationen zum Trockenmauer-Kursangebot und zu Referenzprojekte an der Bergstraße findet Ihr auf der Projekt-Seite „Trockenmauern Bergstraße“ des Genial Regional Verein. Der KLICK AUF DAS BILD führt Euch dahin 

    Genial Regional Verein - Projekt - Trockenmauern Bergstrasse 2025

  • Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal : Vorher & Nachher

    Die Trockenmauer im Meerbachtal bei Zell/Gronau ist ein kulturhistorisch und ökologisch wertvolles Bauwerk mit einem geschätzten Alter von rund 120 Jahren. Sie stellt nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Bauweise dar, sondern ist auch ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie Eidechsen, Wildbienen, Moose und Flechten. Das Ziel des NABU Meerbachtal war die fachgerechte Restaurierung dieser Mauer, die über Jahrzehnte durch Erosion und Bewuchs stark beschädigt wurde. Die Maßnahme wurde ergänzt durch den Bau eines kleinen, schlichten Unterstands in unmittelbarer Nähe – als Ort für Naturbeobachtung, Umweltbildung und das Zusammenkommen von Ehrenamtlichen, Schulklassen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

    Bildhafte Dokumentation des Projekts : Vorher – Nachher

    Im November 2024 startete das Projekt in Gronau (im Steinförst Fl. 5 Nr. 51) mit der Entbuschung und Freilegung der noch vorhandenen Mauerreste.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (1) - Entbuschung und Freilegung

    Nach der Entbuschung musste die Fläche noch vom Mulchmaterial befreit werden. In der Luftaufnahme wird nicht nur der Fortschritt der Arbeiten, sondern auch die Grüße des zu bearbeitenden Grundstücks sichtbar.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (2) - Luftaufnahme nach dem Entbuschen im Meerbachtal

    Im Februar 2025 wurden die Arbeiten am Trockenmauer-Projekt Meerbachtal wieder aufgenommen. Die Fläche wurde modelliert, sauber eingeebnet und abgerecht bzw. geschoben. Der auf der Fläche abgelagerte Müll wurde abtransportiert und ein Weg zum Grundstück wieder angelegt.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (3) - Müllentsorgung und Weg zum Grundstück anlegen

    Im April 2025 wird mit den Sanierungsarbeiten an der Trockenmauer im Meerbachtal begonnen. Eine große Menge an Steinen wird bewegt. Die Sanierung der Mauer zeigt sichtbare Fortschritte.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (4) - Sanierungsarbeiten an der Mauer beginnen

    Der 1. Teilabschnitt der Trockenmauer ist bald fertig. Ober- und unterhalb der Trockenmauer wird die Fläche modelliert und für die Aussaat eingeebnet. Eine Treppe zur nächsten Terrasse wird gebaut.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (5) - Eine Treppe zur nächsten Terrasse wird gebaut

    Offizielle Übergabe der Fördersumme in Höhe von 45.000 € an den NABU Meerbachtal. Das Projekt wurde aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ersatzzahlungen des Kreises gefördert. Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf und Herrn Michael Weidner von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) übergeben den Förderbescheid.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (6) - Offizielle Übergabe der Fördermittel vom Kreis

    Im zweiten Bauabschnitt wurden die Grundsteine gesetzt. Besonders gut sichtbar ist hier die Hinterschüttung. Die Firma Thomas und Lutz Müller hat passende Steine in Birkenau besorgt. Die großen Steine werden mithilfe eines Baggers platziert.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (7) - Bauarbeiten mit Bagger am 2 Bauabschnitt

    Auch der zweite Bauabschnitt nähert sich der Fertigstellung. Im Juni 2025 ist der zweite Bauabschnitt der Trockenmauer im Meerbachtal abgeschlossen – der Boden wird modelliert und angeglichen. Am 27. Juni 2025 erfolgt die Einsaat der neu modellierten Flächen mit regionalem Saatgut vom NABU-Meerbachtal.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (8) - Zweiter Bauabschnitt fertiggestellt

    Das Projekt des NABU Meerbachtal Zell/Gronau e.V. vereint ökologische, kulturelle und soziale Aspekte auf beispielhafte Weise:

    Ökologischer Nutzen: Durch die Sanierung der Trockenmauer werden wertvolle Kleinstlebensräume dauerhaft erhalten und gefördert. Die Maßnahme trägt direkt zum regionalen Arten- und Biotopschutz bei.

    Soziales Engagement: Die Planung und Umsetzung erfolgten unter aktiver Beteiligung der ehrenamtlich engagierten Mitglieder des NABU Meerbachtal. Die gemeinsame Arbeit fördert den sozialen Zusammenhalt in der Region.

    Der geplante Unterstand schafft einen dauerhaften Ort für Umweltbildung, Führungen und gemeinsame Aktivitäten – offen für alle Generationen. Hier kann Natur erlebbar gemacht und Wissen weitergegeben werden.

    Die Bilder zur Dokumentation dieses Trockenmauer-Projekts wurden uns von Jürgen Schneider, dem Vorsitzenden des NABU Meerbachtal Zell/Gronau e.V. bereitgestellt. Vielen Dank dafür. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem NABU Meerbachtal Zell/Gronau e.V. zum Thema Trockenmauern an der Bergstraße.

    Trockenmauer-Projekt des NABU Meerbachtal 2025 (99)

  • Aufbauanleitung – Trockenmauer

    Vorbemerkung:

    Trockenmauern sind als freistehende Weidemauern oder Stützmauern in gewissen Regionen typische Landschaftselemente. Das Bauen von Trockenmauern braucht handwerkliches Geschick, Erfahrung und zumindest zu Beginn kompetente Beratung sowie Zeit und geeignete Natursteine.

    Umfassende Bauanleitungen finden sich in der Publikationen der Stiftung Umwelt- Einsatz Schweiz. Reptilien, Spinnen und Schnecken, aber auch Pflanzen besiedeln Trockenmauern

    Standort: Am besten eignen sich südexponierte Hanglagen, wertvoll sind aber alle anderen Expositionen von West bis Ost.

    Material: Natursteine unterschiedlicher Form und Größe, die bevorzugt aus der näheren  Region stammen.

    Genial Regional Verein - Projekt - Trockenmauern Bergstraße - Aufbau-Skizzen

    Aufbau:

    Eine Trockenmauer setzt sich aus fünf Steintypen zusammen

    (Bild1). Fundamentsteine (1) sind möglicht groß, flach und fest, denn sie tragen das gesamte Gewicht der Mauer.

    Aufgebaut wird die Mauer aus Bausteinen (2),die keine Spitzen und mindestens eine flache Seite aufweisen sollten.

    Kleinere Steine dienen als Füllsteine (3) und können bei Bedarf Bausteinen unterlegt werden. Binder (4) / lange Steine, welche die beiden Wände verbinden – gewährleisten die Stabilität der Mauer.

    Zu oberst werden Decksteine (5) gesetzt.

    Die Maße der Trockenmauer richten sich nach den vorhandenen Steinen, der gewünschten Funktion sowie dem ortstypischen Baustil.

    Als Faustregel gilt, dass eine Mauer doppelt so hoch gebaut wird, wie das Fundament breit ist.

    Zwei A-Rahmen (s. Abb.2), welche das Profil der Mauer zeigen und zwischen den Richtschnüre gespannt werden, sind notwendige Hilfsmittel.

    Beim Trockenmauerbau sind fünf Grundregeln zu beachten:

    (1) die Steine sind so zu setzten das jeder Stein seine Nachbar Steine berührt, denn Lücken gefährden die Stabilität.

    (2) Die Steine sind versetzt zu platzieren, damit keine Kreuzfugen entstehen, die über mehrere Schichten laufen. Ein Stein ist also auf zwei Steine zu setzten und zwei auf einen Stein.

    (3) Füllsteine sind sorgfältig einzeln und möglicht kompakt in die Hohlräume zwischen den Bausteinen zu platzieren, um ein wackeln der Steine zu verhindern.

    (4) Die Oberfläche der Mauersteine muss immer leicht nach inne und nach hinten geneigt sein.

    (5) Mit einer Richtschnur ist stetig zu überprüfen, dass die Mauer fluchtgerecht gebaut wird. Mauern bis 1.20m können ggf. einwandig, höhere sollten doppelwandig gebaut werden. Im Folgenden wird der Aufbau einer gut 1m hohen doppelwandigen, freistehenden Weidemauer beschrieben.

    Für die Stabilität der Mauer empfiehlt sich bei weichem Boden Grasnarbe und Humus 15cm tief abzugraben (Bild2). Die A-Rahmen sind maximal 10m voneinander zu platzieren und dazwischen helfen eingeschlagene Eisenstangen, die Richtschnüre, die 15cm oberhalb der Bodenoberfläche gezogen werden, zu spannen . Danach wirt das Fundament aus möglichst einheitlichen, großen und flachen Steinen gelegt (Bild3). Jeder einzelne Stein ist zu stabilisieren, so dass man darüber gehen kann ohne dass sich ein Stein bewegt

    Nach Vollendung des Fundaments können die Richtschnüre 15cm nach oben verschoben und die erste Schicht gebaut werden.

    (Bild4).

    Die Steine sind mit ihrer Längsseite in der Mauer hinein zu legen, so dass ihre Außenfläche mit dem Profil der Mauer übereinstimmt. Jeder Stein muss so fest sitzen, dass er nicht mehr wackelt, und übereinander liegende Stossfugen sind zu vermeiden. Das Innere der Mauer ist sorgfältig mit Füllsteinen aufzufüllen. So geht es um Schicht. Da sich die Mauer gegen oben verjüngt, sind größere Stein in den unteren Schichten zu platzieren.

    Bei Stützmauern muss grundsätzlich bei jeder Schicht neben den Bausteinen die Hintermauer / Futter mit hochgeführt werden. Die Stabilität der Mauer wird deutlich verbessert durch die Binder, Diese werden rund 50 cm über dem Fundament eingebaut (Bild 5). Alle 2m sollte ein Binder platziert werden, der idealerweise durch die Hintermauerung verläuft.

    Auch hier gilt, wackeln verboten!

    Hat die Mauer die gewünschte Höhe erreicht, gilt es, die oberste Schicht auszugleichen, so dass darauf die Decksteine gesetzt werden können (Bild6). Die ersten Decksteine sind im Abstand von 5m zu setzen ( Bild 7). Dazwischen ist eine Richtschnur zu spannen, damit der Abschluss der Mauer parallel zur obersten Steinschicht erfolgt. Die Decksteine sind möglichst senkrecht einzubauen, so dass die Richtschnur fast berührt wird. Die Decksteine können mit Keilsteinen sorgfältig verkeilt werden, damit sie stabil auf der Trockenmauer liegen. In einer Schlusskontrolle sind Lücken sorgfältig mit Keilen zu füllen. Der Bau von Stützmauern ist prinzipiell gleich ( Bild8). Zuerst ist jedoch eine mindestens 40 cm tiefe Stufe in den Hang zu graben, damit eine gegen den Hang geneigte Ebene entsteht. Der Graben des Fundaments ist mit einer etwa 10 cm dicken, gestampften Schotterschicht zu füllen. Die Hintermauer oder Futtergenannt,  muss sorgfältig mit so genannten Schroppen (faustgroße Steinabfälle) verfüllt werden, um eine dauerhafte Entwässerung zu gewährleisten. Ein gutes Hinterfutter dient der  Wasserableitung und verhindert ein Drücken  des Berges durch Frost, dem größten Feind der Trockenmauer!

    Zeitpunkt:  Der Neubau erfolgt am besten während der Winterruhe (November bis März). Reparaturarbeiten dürfen jedoch nicht zu dieser Zeit erfolgen, da überwinternde Tiere zu Schaden kämen.

    Pflege: Je ungestörter eine Trockenmauer bleibt, desto besser ist es, jedoch sollte die Mauer regelmäßig auf Schadstellen überprüft werden. Nach Möglichkeit sind einwachsende Pflanzen, Sträucher und Bäume nur bedingt zu dulden, da sie sonst mit ihren Wurzeln in die Trockenmauer eindringen, und zum Teil großen Schäden anrichten können, da die Wurzeln die Steine auseinander drängen.

    Zusätzlich sollte man immer darauf achten, dass die Sonne die Trockenmauern erwärmen kann. Im Sommer werden hier bis zu 60 Grad Oberflächentemperatur erreicht.

    Aufwand:  Trockenmauernbau benötigt Zeit. Täglich kann man ca. 2-4 lfm/ Tag bei entsprechender Erfahrung) und geeigneter Steine schaffen. Man kann grob gerechnet mit ca. 2Tonnen /qm kalkulieren, die bewegt werden müssen.

    Benötigtes Material: Schaufel, Pickel; Kiesrechen Handschuhe, stabile Hacke, gutes Schuhwerk. Maßband, Wasserwaage, Bauschnur, Dachlatten (für A-Rahmen), Schnureisen, Gummihammer, Meißel, Spezial-Fäustel, Schubkarre, Sackkarre, ev. Hebegeräte, Spezialmeisel, Schutzbrille, Brecheisen, Astschere,

    Trockenmauern sollten nur von geschulten Fachkräften gebaut werden. Die Trockenmauer-Spezialisten des Genial Regional Verein stehen Ihnen gerne beratend zur Verfügung. Kontaktmöglichkeit hier Trockenmauern Bergstrasse – Genial Regional Verein

    Genial Regional Verein - Projekt - Trockenmauern Bergstraße - Fertige Mauer

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    Urban Gardening in Bensheim – Kräuter für Grüne Soße

    Essbare Kräuter, snackbares Gemüse und Naschobst entlang der Hausmauer an der Friedhofstr. 35 in Bensheim pflanzen, pflegen und ernten. Das sind Ziele für das „Urban Gardening“, welches der Verein „Genial Regional“ mit Partnern in der Friedhofstr. 35 vorantreibt. 

    Im Frühjahr 2025 hatten die Projektverantwortlichen des Vereins die Idee, in einem der Beete die 7 Kräuter anzubauen, welche für die „Bergsträßer Grüne Soße“ benötigt werden.

    Die Grüne Soße ist eine für die Region typische Spezialität. Zur Herstellung werden traditionell sieben Kräuter verwendet, nämlich Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Für die „Bergsträßer Grüne Soße“ wird Estragon (statt Borretsch) verwendet. Daher wachsen in diesem Hochbeet 8 Kräuter.

    Das Vereinsmitglied Corinna Meissner übernahm die Aufgabe, besorgte die benötigten Kräuter, bereitete das Hochbeet vor und bepflanzte es im Mai 2025. Gemeinsam mit der Vereinsvorsitzenden Brigitte Zimmermann wurde dann fleißig gegossen und gepflegt. Vorbeigehende konnten den Kräutern täglich beim Wachsen zuschauen.

    Genial Regional Verein - Urban Gardening in Bensheim 2025 - Corinna Meissner beim Anpflanzen

    Kräuter-Erntezeit in Bensheim

    Im Juni 2025 war es dann soweit und die erste Ernte der Kräuter für die Bergsträßer Grüne Soße konnte vorgenommen werden.

    Genial Regional Verein - Urban Gardening in Bensheim 2025 - Kräuter für Grüne Soße - Erntezeit

    Das Rezept für Bergsträßer Grüne Soße

     Zutaten für zwei Personen: 

    • 7 Kräuter (Estragon (statt Borretsch), Kerbel, Kresse, Pimpinelle, Petersilie, Sauerampfer, Schnittlauch)
    • 250 g Speisequark
    • 250 g Schmand
    • 250 g Buttermilch
    • 2 TL Senf
    • 2 Essiggurken
    • Salz, Pfeffer und Zitronensaft zum Abschmecken

    Beilagen:

    • Bergsträßer Pellkartoffeln
    • Gekochte Eier

     Zubereitung:

     1) Kräuter waschen, gut abtropfen, sehr fein hacken

     2) Quark mit Schmand, Buttermilch, gehackten Essiggurken und Senf verrühren

     3) Kräutermischung unterheben, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft

    abschmecken und ziehen lassen

     Zusammen mit halbierten Eiern und Pellkartoffeln auf dem Teller anrichten und warm oder kalt genießen.

    Wir wünschen Guten Appetit !!

    Der Genial Regional Verein möchte mit diesem Projekt viele Menschen anregen, mal wieder selbst regionale Gerichte zuzubereiten und hier wachsenden Kräuter, Gemüse, Obst dafür zu nutzen.

    Das Ernten am Jahreszeiten in der Friedhofstraße 35 in Bensheim ist erlaubt und gewünscht !!

    Genial Regional Verein - Urban Gardening in Bensheim 2025 - Kräuter für Grüne Soße - Ernten erlaubt