Genial Regional macht erfolgreich Schule 2024

Genial Regional macht erfolgreich Schule !!

Saisonal und regional Kochen mit Kindern im Unterricht. Dieses Thema hat der Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar“ in vier Workshops erfolgreich aufgearbeitet. Bei diesem praxisbetonten Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte und Vereinsmitglieder haben im abgelaufenen Schuljahr rund 20 Männer und Frauen viele Ideen für Projekttage gesammelt. Vereinsvorsitzende Brigitte Zimmermann überreichte in Bürstadt beim abschließenden „Grilllehrgang“ den Anwesenden ihre Teilnahmebestätigungen.

Warum dieses Fortbildungsangebot?

Das Wissen um heimisches Gemüse der Saison und die Fähigkeiten es gesund und schmackhaft zuzubereiten, verschwindet in Zeiten von „industriellen Fertiggerichten“ immer mehr. Um diesem Trend entgegen zu wirken hat der Verein das Fortbildungsprogramm gestartet, „Mit unseren Kursen wollen wir genussvollen Klimaschutz auf dem Teller anbieten. “ so Brigitte Zimmermann im Rückblick auf die Fortbildungen. „Nun sind 20 Multiplikatoren bereit das erworbene Wissen an Kinder und Jugendliche weiter zu geben.

Kreis- und Länderübergreifender Workshop

Die Kursleitung hatten Gastronomiefachkräfte. Teilnehmen konnten Multiplikatoren aus Bildungseinrichtungen aus Südhessen und Nordbaden. Ziel war auch der Kreis- und Länderübergreifende Austausch. Der Verein „Genial Regional“ hatte den DEHOGA Hessen, die Heinrich Metzendorf Schule, den Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und den Naturpark Neckartal sowie die Location und Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ mit im Boot. Kurzfristig hat sich auch noch die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt für das Abschlussmodul mit Küche und Freifläche beteiligt. Dafür dankte Brigitte Zimmermann Schulleiterin Stefanie Dekker. Bei allen Modulen wurden neben viel Praxis und Genuss auch neue Kontakte sowie Wissen zu den regional-saisonalen Lebensmitteln vermittelt.

Warum sollte an Schulen gekocht werden?

Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin an der Heinrich Metzendorf Schule –weist auf die Wichtigkeit hin verstärkt den Basismultiplikatoren, das Thema „regionale, saisonale und nachhaltige Ernährung“ zu vermitteln. Deshalb hat die Metzendorfschule als schulischer Partner für die Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk dem Verein gerne ihre Räume für zwei Workshops zur Verfügung gestellt. Gnauck führt weiter aus: „Leider ist die Realität so, dass Kinder und Jugendliche kaum noch eigene Kocherfahrungen zuhause, in der KiTa oder in der Schule machen.

Übrigens: Die Fortbildungsreihe „genial regional macht Schule“, die sich über das Schuljahr 23/ 24 erstreckte, richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen. Lehrkräfte konnten im Laufe der Fortbildung persönliche Kontakte zu Erzeugern und den beteiligten Vereinen an der Bergstraße knüpfen.

Regionale und saisonale Genüsse zubereiten

Den Start der Workshopreihe machte Guy Bastian von der Kochschule Heidelberg mit dem Thema „Kartoffeln und Kürbisse“ in der Metzendorfschule.

Im Winter lockte Bio-Koch Stefan Beckmann von Biond an dieTöpfen in der Metzendorfschule. Der Spezialist für vegane Küche zeigte, was man aus Kraut und Rüben so zaubern kann.

Im Frühjahr hat Kräuterfrau Dorisa Winkenbach von „artemis“ mit Wissbegierigen in Bensheim Kräuter gesammelt. Anschließend wurden sie in der Location „Jahreszeiten“, sortiert und für Speisen verwendet.

Zum Schuljahresende 23/24 war es dann tierisch: Grillen stand auf dem Plan. Die mehrfachen Hessenmeister Oliver und Sandra Schröbel lieferten Basiswissen und viele Tipps zum Grillen.

Petra Wagner-Brunnengräber vom Verein dokumentierte Rezepte, um sie den Teilnehmenden zur Verfügung zu stellen. Vereinsmitglied Ottmar Meissner wird einige davon auch über seine digitale Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ bereitstellen. So wollen die Organisatoren mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit das „regionale Genuss-Erbe“ für künftige Generationen bewahren.

Regionale und saisonale Lebensmittel besorgen

Für den praktischen Teil hatte Landwirt Sigi Ochsenschläger Kartoffel, Kürbisse, Kohl, Kräuter, Salate, Knoblauch und vieles mehr geliefert. Der Erzeuger aus Biblis-Wattenheim nutzte die Treffen, um von seinen Nöten zu berichten. Eigentlich möchte er Gemüse und gutes Fleisch für die Region erzeugen. Doch immer weitere Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollen erschweren seine Arbeit. Mit der Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft gibt er 100 Leuten Einblicke in die Arbeit. Jeden Freitag liefert er an 3 Standorte deren wöchentlichen Ernteanteil. Seine Frau Dagmar Ochsenschläger sorgt mit ihrem kleinen Hofladen für ein Nahversorgung, die früher kleine Lebensmittelgeschäfte machten. Ergänzt wird das Angebot mit einem Onlineshop eigener Produkte und Erzeugnissen von regionalen Kollegen.

Austausch über Branchen hinweg

Beim gemeinsamen Essen kamen auch Themen zur Sprache, wie Fachkräftemangel, bürokratische Hürden für Handarbeitende Kleinerzeuger oder die Probleme bei den Lieferketten und bei der Transparenz bezügliche der Lebensmittelqualität. Doch bei allen Problemen – der Spaß stand im Vordergrund. „Die Kurse waren kurzweilig, die Gerichte alle lecker und wir sind beim nächsten Mal wieder dabei!“, so der einhellige Wunsch der Lehrkräfte und der teilnehmenden Vereinsmitglieder

„Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird.  Die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen werden dabei auch für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der DEHOGA Hessen Kreisverband Bergstraße dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne, „ so Christine Friedrich von der Kreisgeschäftsstelle.

Fortsetzung für 24 /25 in der Vorbereitung

Für das kommende Schuljahr prüft der Verein nun, welche Fortbildungen zu welchen Terminen und zu welchen Konditionen angeboten werden können. Beim Grillworkshop in Bürstadt wurden für das Schuljahr 24/25 folgende Termine, Themen und Locations vorgeschlagen:

  1. Herbst 24: Rund um den Apfel – Beate Weis Streuobstmanufaktur in Heppenheim
  2. Winterte 24/25: Jogurt und Käse in der Heinrich-Metzendorf Schule
  3. Frühling 25: Brotbacken in der Berufsschule in Groß-Gerau
  4. Sommer 25: Haltbarmachen (Trocknen, Dörren, Entsaften, Einkochen, Fermentieren) Erich-Kästner-Schule in Bürstadt

Weite Informationen zu unserem Projekt „Genial Regional macht Schule“ findet man auf unserer Webseite und im Beitrag Frag Jahreszeiten : Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben bei unserem Partner Jahreszeiten regional erleben.

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    Kartoffel und Kürbis als Genial Regional Schulprojekt

    Mit Kartoffeln und Kürbissen lassen sich rasch leckere Gerichte zubereiten. Doch das Wissen um heimisches Gemüse der Saison und die Fähigkeiten es gesund und schmackhaft zuzubereiten, verschwindet in Zeiten von „industriellen Fertiggerichten“ immer mehr.  Davon berichtet Guy Bastian von der Kochschule Heidelberg, beim 1. Workshop von „genial regional macht Schule“ zum Thema „Kartoffeln und Kürbisse“.  „Oft habe ich bei meinen Koch-Kursen gebildete Menschen, die nicht wissen, wie man Gemüse schält oder andere Lebensmittel verarbeitet!“

    Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin an der Heinrich Metzendorfschule – dem Veranstaltungsort des Workshops, weist auf die Wichtigkeit hin, das Thema „regionale, saisonale und nachhaltige Ernährung“ verstärkt den Basismultiplikatoren zu vermitteln. Die Metzendorfschule als schulischer Partner für die Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk stelle dafür gerne ihre Räume zur Verfügung. Gnauck führt weiter aus: „Leider ist die Realität so, dass Kinder und Jugendliche kaum noch eigene Kocherfahrungen zuhause, in der KiTa oder in der Schule machen.“ Die Fortbildungsreihe „genial regional macht Schule“, die sich über das Schuljahr 23/ 24 erstreckt, richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen. Lehrkräfte können im Laufe der Fortbildung zum einen persönliche Kontakte zu Erzeugern und den beteiligten Vereinen an der Bergstraße knüpfen und zum anderen ihr erworbenes Wissen als Multiplikatoren weitergeben.

    „Mit unseren Kursen wollen wir genussvollen Klimaschutz auf dem Teller anbieten. “ so Beate Weis, 2. Vorsitzende des „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“ bei der Begrüßung in der Lehrküche der Bensheimer Berufsschule. Das Projekt besteht aus 4 Modulen, die einzeln buchbar sind. Der Verein gestaltet die Kochkurse in Kooperation mit dem DEHOGA Hessen, der Heinrich Metzendorfschule, dem Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und dem Naturpark Neckartal sowie die Plattform „Jahreszeiten regional erleben“. Neben viel Praxis und Genuss werden neue Kontakte und das Wissen zu den regional-saisonalen Lebensmitteln auch in der Theorie vermittelt.

     „Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird und dabei die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert werden. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der DEHOGA Hessen Kreisverband Bergstraße (Hotel- und Gastronomieverband) dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne.“ So Christine Friedrich von der Kreisgeschäftsstelle.

    Für den praktischen Teil des 1. Moduls hat Landwirt Siggi Ochsenschläger verschiedene Kartoffel– und Kürbissorten geliefert. Der Erzeuger aus Biblis-Wattenheim berichtet von der wachsenden Bürokratie, die auf alle – auch die kleinen – Landwirte einwirke. Eigentlich möchte er Gemüse und gutes Fleisch für die Region erzeugen. Doch immer weitere Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollen erschweren seine Arbeit. Mit der Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft gibt er 100 Leute Einblicke in die Arbeit. Jeden Freitag liefert er an 4 Standorte deren wöchentlichen Ernteanteil. Seine Frau Dagmar Ochsenschläger sorgt mit ihrem kleinen Hofladen für ein Nahversorgung, den früher die lokalen Lebensmittelgeschäfte machten. Ergänzt wird das Angebot mit einem Onlineshop eigener Produkte und Erzeugnissen von regionalen Kollegen.

    Beim gemeinsamen Essen der deftigen und süßen Kürbis- und Kartoffelgerichte wurde auch über die heutige Nahversorgung, Lieferketten und Transparenz bei der Lebensmittelqualität diskutiert. Petra Wagner-Brunnengräber vom Verein dokumentierte die Rezepte, die Ottmar Meissner über die Plattform Jahreszeiten regional erleben – Regionales an der Bergstraße bereitstellen will. Die Organisatoren wollen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit künftigen Generationen das regionale Genuss-Erbe bewahren.

    „Der Kurs hat Spaß gemacht, die Gerichte sind alle lecker und ich bin beim nächsten Mal wieder dabei!“, so ein Vereinsmitglied von „genial regional“ Da es im Kurs noch freie Plätze gibt, sucht der Verein noch pädagogisch aktive Menschen aus den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar für die verbleibenden Koch-Events.

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    Weiter geht es dann im neuen Jahr, am Mittwoch 31. Januar 24. Dann steht Bio-Koch Stefan Beckmann mit den Teilnehmenden an den Töpfen. Der Spezialist für vegane Küche, zeigt was man aus Kraut und Rüben so zaubern kann.  Im Frühjahr ist Torsten Lettmann vom Restaurant „Herzblut und Zinke“ im Landesmuseum in Darmstadt an der Reihe. Er bearbeitet mit den Lehrkräften das Thema „Kräuter, Erdbeeren und Spargel“. Zum Schuljahresende 23/24 wird es dann tierisch: Grillen steht auf dem Plan und die mehrfachen Hessenmeister Oliver und Sandra Schröbel stehen mit Tipps bereit. 

    Weitere Informationen zu „Genial regional macht Schule“ findet man unter Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben, inkl. Rezepte, der 5 zubereiteten Gerichte.

    Genial Regional macht Schule - 1. Kochkurs (3)

    Wenn Sie im schulischen Bereich tätig sind und auch mitmachen möchten, dann melden Sie Sich bitte kurz per Mail Genialregional@t-online.de beim Genial Regional Verein.

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    Milchverarbeitung, Mozzarella, Joghurt & Käse

    Ein Hauch von Käse und frischen Erdbeeren lag in der Luft, als an der Heinrich Metzendorf Schule das erste Modul der Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ stattfand. Lehrkräfte aus Grundschulen, Haupt- und Realschulen und beruflichen Schulen an der Bergstraße tauchten tief in die Welt der Milchverarbeitung ein.

    Der Tag begann mit der Herstellung von Mozzarella. Unter fachkundiger Anleitung von Christine Kaiser, Fachbereichsleiterin Hauswirtschaft, verwandelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Milch in den beliebten Käse. Doch damit nicht genug: Der frisch zubereitete Mozzarella wurde in zwei köstliche Varianten weiterverarbeitet. Die klassische italienische Version mit Tomaten und Basilikum brachte mediterranes Flair in die Schulküche, während die hessische Variante mit Rote Beete und glatter Petersilie eine regionale Note hinzufügte.

    Auch die Herstellung von Joghurt stand auf dem Programm. Mit den ersten Erdbeeren der Saison zauberten die Lehrkräfte eine süße Nachspeise, die nicht nur den Gaumen erfreute, sondern auch die Vielfalt regionaler Produkte unterstrich.

    Es folgte eine Käseverkostung, bei der acht verschiedene Käsesorten probiert wurden. Unterhaltsam moderiert wurde die Verkostung von Brigitte Zimmermann, der Vorsitzenden des Vereins „genial regional“. Begleitet von passendem Brot, Chutneys und herzhaften Marmeladen, bot die Verkostung eine wahre Geschmacksexplosion. Die Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, um sich über die unterschiedlichen Käsesorten auszutauschen und neue Ideen für den Unterricht zu sammeln.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben durchweg ein positives Feedback und gingen vollgepackt mit Ideen für den eigenen Unterricht nach Hause. Gemeinsam überlegten die Teilnehmer, wie das Thema Milch und Käse in den Unterricht integriert werden kann. Dabei wurden kreative Ansätze entwickelt, um sowohl Grundschulkinder als auch junge Erwachsene in der Berufsschule für die Thematik zu begeistern.

    Sabine Gnauck, die Abteilungsleiterin, zeigte sich begeistert: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert und kreativ die Lehrkräfte sind. Diese Fortbildungsreihe bietet eine wunderbare Gelegenheit, regionale Produkte und handwerkliche Fähigkeiten in den Unterricht zu integrieren und so den Schülern praxisnahe und wertvolle Erfahrungen zu ermöglichen.“

    Genial Regional macht Schule : Fortbildung zum Thema Milchverarbeitung an der Metzendorf-Schule

    Bereits im zweiten Jahr findet an der Heinrich Metzendorf Schule in Kooperation mit dem Genial Regional Verein die Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ statt.  Wie auch im vergangenen Jahr werden vier Veranstaltungen angeboten. Im nächsten Modul wird das Thema „Brot und Brötchen backen“ bearbeitet. Dann folgt noch das Thema „Einkochen und Fermentieren“ und abschließend das Thema „Teigwaren und Soßen“.

    Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und machte Lust auf mehr. Die Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ verspricht, auch in den kommenden Modulen spannende und praxisnahe Einblicke in die regionale Lebensmittelproduktion zu bieten. Interessierte Lehrkräfte können sich auf der Homepage „Jahreszeiten regional erleben“ informieren.

  • Die Kirschpflaume – eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick

    Die Kirschpflaume ist ein wenig beachtetes Gewächs in unserer Region. Sie ist eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick. Das Schicksal der Kirschpflaume im Straßenraum. Die rotlaubigen Sorten der Kirschpflaume  (Prunus cerasifera Nigra) werden oft als kleiner Straßenbaum gepflanzt.

    Die Bevölkerung reagiert meist nur während der Blütezeit positiv, während Fruchtfall wenig Begeisterung bei den Anliegern hervorruft. Früchte werden nicht genutzt, obwohl sie essbar sind, und fallen auf Gehwege und Autos.

    Auf Privatgrundstücken findet man die Kirschpflaume als schnellwüchsigen kleinen Hausbaum mit Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.

    Die Heimat unserer Kirschpflaumen reicht nach Sibirien 

    Die Heimat von Prunus cerasifera reicht von SW-Sibirien bis Zentralasien, Kaukasus bis Kleinasien („Türkenpflaume“). Sie wurde schon vor mehr als 2000 Jahren bei den Kelten genutzt, sowie in Griechenland und Italien eingeführt.

    Seit dem 16. Jahrhundert ist sie auch in Mitteleuropa verbreitet. Meist wild an eher trockenen, sonnigen Hängen (gerne Weinlagen). Edelsorte werden oft abgestoßen. Die Kirschpflaume mag kalkhaltige Böden und keine Staunässe. Spätfrostgefährdete Lagen sind wegen der frühen Blüte auch wenig geeignet.

    Pflanzenmerkmale von Prunus cerasifera

    • Selbstunfruchtbar, werden auch nicht von Zwetschgen befruchtet 
    • Weitere Namen : Myrobalane, Türkische Pflaume, Kriecherl, Därgel-kersch (Pfalz), Sterninkel  (Sachsen), Kringelbaum (AU)
    • Sommergrün, wechsel-ständige Blätter elliptisch bis eiförmig, hellgrün
    • Großstrauch oder Baum bis   8 m Höhe, verkahlende Langtriebe mit zunehmend   hängender Optik
    • Steine giftig (Blausäure) 
    • Geschmack ohne ausgeprägte Süße, Fruchtschale verkocht sauer, süß-saure Konfitüre  

    Wildobst Kirschpflaume – für den Klimawandel von Natur aus gewappnet

    • Trockenheitsverträglich, keine Bewässerung
    • Keine Düngung,  genügsam bei hohem Ertrag
    • Extensiver Schnitt :  auslichten und zurück-setzen zur Verhinderung  von Astbruch
    • Kein Pflanzenschutz nötig, sehr selten Säge-wespen oder Pflaumen-gespinstmotten (Nähe Pflaumenanbaugebiete)

    Kirschpflaumen – Bienenretter in noch rauher Jahreszeit 

    • Sehr frühe Blütezeit in einer Trachtlücke im März – wichtiges Bienenfutter zu Beginn des Bienenjahres
    • Vollblüte direkt nach der Mandel oder mit ihr überkreuzend, vor Austrieb der Blätter, an Kurztrieben vorjähriger Langtriebe
    • Bei sonnigem Wetter lautes Bienendröhnen am Baum
    • Wunderschöner Anblick der weiß blühenden wilden Kronen, landschaftsprägend

    Die Ernte der Kirschpflaumen

    • Ernte je nach Baum ab Mitte Juli bis September, folgernde Vollreife
    • Mit der Hand vom Ast streifen, direkt in Korb
    • Evtl.  Langtriebe bei Ernte einkürzen, ableiten auf außenstehenden Trieb
    • Schütteln auf Planen oder Netze bei manchen Individuen möglich, Reife beachten !
    • Möglichst trocken ernten und sofort kühl lagern, dann wochenlange Haltbarkeit ohne Faulen, sehr stressarm !

    Die Verarbeitung – tolle Herausforderung für kreative Bio- Genießer

    • Früchte sind mehr oder weniger steinlösend, optimalen Zeitpunkt wählen
    • In leicht gefrorenem Zustand maschinelles Entsteinen möglich, Kirschentkerner
    • Sofort mit Zitronensaft befeuchten, dann wenig Oxidationsbräune an Schale
    • Eingefrorene Früchte gefroren in den geben, dann keine Braunfärbung
    • Hoher Pektingehalt und ausgewogene Säure, bei Vollreife Aromaschub !

    Feines aus der Kirsch-pflaume herstellen und genießen !

    • Als Tafelobst, auch kurmässig zur Reinigung des Verdauungstraktes
    • Wunderbar für Frucht-aufstriche, Gelees, auch in Mischung mit anderen Früchten (Pektin!)
    • Als Kuchenbelag 
    • Kompotte und Säfte
    • Senfzubereitungen
    • Dessertweine /Seccos
    • Je nach Sorte für die Brennerei geeignet

    Danke an Kernhaus Grünplanung – Dipl. Ing. Landespflege Beate Weis für diesen interessanten Beitrag über die Kirschpflaume !!

    HINWEIS : Beate Weis bietet Vorträge mit Verkostung zum Thema Kirschpflaume im Juli und August für Senioren, Schulen, Imker  etc. an, welche gegen eine Spende gebucht werden können.  Auch das Zubereiten von Fruchtaufstrichen mit Kirschpflaumen ist möglich. 

    Bei Interesse bitte kurz per Mail streuobst-manufaktur@gmx.de direkt an Beate Weis wenden.

    Bild-Quelle : Beate Weis

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    Einkochen, Fermentieren und haltbar machen

    Am 2. September 2025 fand der 2te Kochkurs des Genial Regional Verein im Rahmen des Projekts „Genial Regional macht Schule 2025“ in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt statt. Referent war Stefan Beckmann, vom Bio-Catering Biond (www.biond.de).

    Fermentieren

    Fermentiertes Gemüse ist nicht nur eine alte Konservierungsmethode, sondern hat auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile – aber es gibt auch Punkte, die man beachten sollte. Hier ein Überblick:

    Gesundheitliche Vorteile von fermentiertem Gemüse

    Fördert die Darmgesundheit

    • Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) entstehen bei der Fermentation.
    • Diese probiotischen Kulturen können die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung fördern und Blähungen oder Verstopfung lindern.

    Verbesserte Nährstoffaufnahme

    • Durch Fermentation werden Nährstoffe wie Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K2) besser verfügbar.
    • Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können leichter aufgenommen werden.

    Stärkung des Immunsystems

    • Ein gesunder Darm hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen.
    • Probiotische Bakterien können Entzündungen regulieren und das Risiko für Infektionen senken.

    Längere Haltbarkeit & natürliche Konservierung

    • Gemüse bleibt ohne Zusatzstoffe über Monate haltbar..
    • Der Säuregehalt (pH-Wert) verhindert das Wachstum schädlicher Keime.

    Positive Wirkung auf Stoffwechsel und Gewicht

    • Einige Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

    Mögliche Risiken & Dinge zum Beachten

    Salzgehalt

    • Bei der klassischen Milchsäuregärung wird viel Salz verwendet. Zu hoher Konsum kann problematisch für Herz-Kreislauf-Patienten oder Menschen mit Bluthochdruck sein.

    Histaminbildung

    • Bei der Fermentation entsteht Histamin. Menschen mit Histaminintoleranz reagieren darauf oft mit Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen.

    Individuelle Verträglichkeit

    • Zu Beginn können Blähungen, Völlegefühl oder Bauchgrummeln auftreten, bis sich der Darm an die neuen Bakterien gewöhnt.
    • Langsam einführen (z. B. mit 1–2 EL Sauerkraut täglich starten).

    Hygiene & Sicherheit

    • Wichtig: Sauberes Arbeiten, sauberes Equipment, richtige Salzkonzentration.
    • Wenn es stark faulig riecht, schleimig wird oder Schimmel bildet → nicht mehr essen.

    Nicht für alle geeignet

    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantationen sollten vorsichtig sein und ggf. vorher ärztlich abklären.

    Kurz gesagt: Fermentiertes Gemüse kann ein echtes Superfood für den Darm und das Immunsystem sein – solange es richtig hergestellt und individuell verträglich ist.

    Ideen für fermentiertes Gemüse

    Kimchi (klassisch)

    • Chinakohl, Karotten, Paprika, rote Zwiebeln, Kurkuma, Ingwer, Chiliflocken

    CurryKraut

    • Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl (manchmal etwas Wirsing), Kurkuma, Ingwer, Cilliflocken, Curry (Kreuzkümmel)

    BlumenkohlCurry

    • Blumenkohl (Scheiben), Chinakohl, Spitzkohl, Karotten (Scheiben), rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Chiliflocken)

    Lauch/Karotten – Kimchi

    • Spitzkohl (grob), Lauch, Karotte (grob gerieben)

    Blumenkohl/ Lauch/ Karotten Kimchi

    • Blumenkohl (Röschen), Karotte (grob gerieben), Spitzkohl (grob), Lauch

    Rotes Kimchi

    • Rotkraut, Blumenkohl, rote Bete, Chinakohl, Möhre

    mit Gelber Bete

    • Gelbe Bete (Würfel), Karotten (Scheiben), Lauch, Spitzkohl (grob), Chinakohl

    Sauerkraut (klassisch)

    • Spitzkohl, Weißkraut, (Lorbeer, Wachholder)

    Rettich Kimchi

    • Rettich (dünne Scheiben), Karotte (dünne Scheiben), Lauch

    Grundrezept: Fermentiertes Gemüse

    • ca. 1 kg Gemüse (z. B. Kohl, Karotten, Blumenkohl, Lauch, Rettich, Bete …)
    • 20 g Salz (= 2 % vom Gemüsegewicht) → am besten naturbelassenes Meersalz oder Steinsalz
    • Gewürze nach Belieben: Knoblauch, Ingwer, Chili, Kümmel, Lorbeer, Pfefferkörner …
    • Optional: Starterkultur (z. B. etwas vom Saft eines vorherigen Ferments)

    Gemüse vorbereiten

    • Waschen, ggf. schälen und in die gewünschte Form schneiden (Scheiben, Raspeln, Röschen). – unterschiedliche Schnittform – anderer Geschmack

    Salzen

    • Gemüse in eine große Schüssel geben, Salz dazu.
    • Mit den Händen kräftig kneten oder stampfen, bis Flüssigkeit austritt (das ist die spätere Lake).

    Abfüllen

    • Gemüse dicht in ein sauberes Bügel- oder Schraubglas pressen.
    • Es muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls zu wenig Lake da ist: etwas Salzlösung (2 %) nachgießen.

    Beschweren

    • Mit einem Gewicht (Glasgewicht, kleiner Teller, sauberes Kohlblatt) das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.
    • Wichtig: Gemüse darf nicht mit Luft in Kontakt kommen → sonst Schimmelgefahr.

    Fermentieren lassen

    • Glas (Weck-Gläser) verschließen. Nicht öffnen – es darf kein Sauerstoff reinkommen
    • Zimmertemperatur (18–22 °C) für 3–7 Tage stehen lassen.
    • Unterschiedliche Temperatur – anderer Geschmack

    Reifen lassen

    • Im Kühlschrank entwickelt sich das Aroma weiter.
    • Haltbarkeit: mehrere Monate, solange das Gemüse unter der Lake bleibt.

    Tipps

    • Menge Salz ist entscheidend: ca. 2 % ist optimal (z. B. 1 kg Gemüse → 20 g Salz).
    • Schaumbildung / Blubbern ist normal: das sind die Milchsäurebakterien.
    • Wenn sich ein weißer Film (Kahmhefe) bildet → meist harmlos, aber bei Schimmel (flauschig, farbig) entsorgen.
    • Immer sauber arbeiten – Glas, Hände, Schneidebrett.
    • Geruchs- und Geschmackskontrolle

    Die Kursteilnehmer konnten dabei praktische Erfahrung sammeln, über das Fermentieren diskutieren und hatten viel Spaß beim Schneiden, Salzen, Stampfen und Befüllen der Gläser.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Geschnittem, Gesalzen und Gestampft

    Einkochen

    Gesundheitliche Vorteile beim Einkochen

    Längere Haltbarkeit

    • Durch Erhitzen werden Mikroorganismen und Enzyme abgetötet → Lebensmittel sind über Monate bis Jahre haltbar.
    • Praktisch für Vorratshaltung und weniger Lebensmittelverschwendung.

    Nährstoffsicherung

    • Viele Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) bleiben beim Einkochen gut erhalten.
    • auch Ballaststoffe bleiben unverändert und fördern die Verdauung.

    Saisonale Vielfalt

    • Saisonales Obst & Gemüse kann eingekocht und ganzjährig genutzt werden – fördert eine abwechslungsreiche Ernährung.

    Selbstgemacht = kontrollierte Zutaten

    • Im Gegensatz zu industriellen Konserven enthält Selbstgemachtes keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder unnötigen Zucker/Salz (außer man fügt es selbst zu).

    Gesundheitliche Nachteile & Risiken

    Vitaminverluste

    • Hitzeempfindliche Vitamine (v. a. Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure) gehen teilweise verloren.
    • Der Verlust hängt von Temperatur & Dauer ab (besonders bei langem Einkochen oder hoher Hitze).

    Botulismus-Risiko (sehr selten, aber ernst)

    • Clostridium botulinum kann in sauerstoffarmen, feucht-warmen Milieus wachsen (z. B. bei unsachgemäß eingekochtem Gemüse/Fleisch).
    • Vorbeugung:
    • Strikte Hygiene beim Einkochen.
    • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. Obst, Tomaten) sind unkritischer.
    • Bei Gemüse/Fleisch → unbedingt lange genug bei mind. 100 °C (besser 120 °C im Druckkochtopf) einkochen.

    Nährstoffeinseitigkeit

    • Wenn man sich stark auf Eingekochtes verlässt, kann es auf Dauer zu weniger Frischkost und Rohkost kommen → schlechtere Vitaminversorgung.

    Salz- oder Zuckergehalt

    • Viele Rezepte nutzen Zucker (Marmelade, Kompott) oder Salz (eingelegtes Gemüse). Ein übermäßiger Konsum kann gesundheitlich nachteilig sein.

    Auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer wurde gesorgt. Zum gemeinsamen Mittagessen gab’s frisch zubereitete Grünkern-Bolognese, Apfelmus mit eingekochten Kirschen und schöne Bilder vom Kochkurs des Genial Regional Verein.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Grünkern-Bolognese zum gemeinsamen Mittag

    Grünkern-Bolognese

    • 200 g Grünkern (geschrotet)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 Karotte, klein gewürfelt oder geraspelt
    • 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt (optional)
    • 1 Dose Tomaten (stückig, ca. 400 g)
    • 2 EL Tomatenmark
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Oregano (getrocknet)
    • 1 TL Thymian (getrocknet)
    • 1 Lorbeerblatt
    • Salz & Pfeffer nach Geschmack

    Grünkern vorbereiten

    • Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis er duftet (gibt ein nussiges Aroma).
    • Danach mit der Gemüsebrühe übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen.

    Gemüse anbraten

    • Öl in einem Topf erhitzen.
    • Zwiebel, Knoblauch, Karotte (und Sellerie) anschwitzen, bis sie weich sind.

    Tomatenbasis

    • Tomatenmark kurz mitrösten.
    • Mit Rotwein (oder etwas Brühe) ablöschen.
    • Stückige Tomaten und Gewürze (Oregano, Thymian, Lorbeerblatt) dazugeben.

    Grünkern untermischen

    Mit Salz & Pfeffer abschmecken.

    Den gequollenen Grünkern mit der Brühe unterrühren.

    Alles bei mittlerer Hitze ca. 20–30 Minuten köcheln, bis die Sauce schön sämig ist.

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    Trockenmauer Kurs am Heppenheimer Schloßberg

    Trockenmauern aus heimischen Gesteinsarten stellen in der Kulturlandschaft an der Bergstraße prägende Strukturelemente dar, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Geschichte z.B. am Heppenheimer Schloßberg unter Denkmalschutz stehen und seit 2018 auch anerkanntes Weltkulturerbe sind.  Sie beherbergen auch in ihren verschiedenen Zonen eine außerordentliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, welche ohne die Trockenmauern nur noch einen eingeschränkten Lebensraum finden.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Heppenheimer Schloßberg

    Leider geht das Wissen unserer Ahnen zur Neuerrichtung oder Pflege einer mörtellosen Trockenmauer immer mehr verloren. Mit unserem Kurs möchten wir der „Wissenserosion“ entgegen wirken und die Teilnehmer befähigen, selbst Reparaturen gefahrlos vorzunehmen oder neue Trockenmauern aufzusetzen.  

    Das Trockenmauerteam : Matthias Radke, Beate Weis, Tom Peichel

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Trockenmauer Projektteam

    Fragen zur evtl. eigenen Baustelle in Garten oder Landschaft werden von Matthias, Beate und Tom gerne beantworten. Gerne diskutieren Sie mit Euch und teilen Ihr Wissen aus vielen bereits durchgeführten Trockenmauer-Sanierung-Projekten.

    Werkzeugkunde ist Teil des Kurses

    In Trockenmauerkurs des Genial Regional Verein erfährt und lernt man auch viel über Werkzeuge und deren Verwendung für den Trockenmauerbau. Es gibt spezielle Schlag- und Bearbeitungswerkzeuge. Zum Bearbeiten der Steinansichtsseite, Bosse bearbeiten, einebnen wird z.B. der Krönel verwendet. Es gibt Sprengeisen, zum Ausbilden von Kanten und Ecken, und noch viel mehr.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Die Trockenmauer Werkzeuge

    Der Trockenmauer-Kurs fand in Theorie und Praxis am Freitag und Samstag statt.

    • Freitags – 15.00 bis max. 19:30 Uhr Theorie
    • Samstags – 09.00 bis ca. max. 14:00 Uhr  Praxis

    Werkzeuge wurden vom Veranstalter gestellt.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Steinpuzzle kann beginnen

    Kommunikation und Austausch in der Gruppe sind uns wichtig – in den Pausen sorgt der Genial Regional Verein für Verpflegung mit Snacks und Getränken aus der Region.

    Der Trockenmauer-Kurs „Sanierung und Neuerrichtung in Theorie und Praxis“ am Schloßberg in Heppenheim, hat im März 2023 unter Trägerschaft des Nabu Meerbachtal stattgefunden.

    Basierend auf dem positiven Feedback, den guten Gesprächen mit den Teilnehmern und dem großen Interesse an solchen Kursen, hat sich der Genial Regional Verein entschlossen, diese Form der Wissensvermittlung in Theorie und Praxis auch zukünftig in weiteren Trockenmauer-Kursen anzubieten.

    Nähere Infos, Kosten und Anmeldung bei : Genial Regional Verein, Beate Weis, e-mail  : streuobst-manufaktur@gmx.de  oder genialregional@-t-online.de

    Beate Weis ist die Ansprechpartnerin und freut sich auf zahlreiche Teilnehmer bei den Trockenmauer-Kursen.

  • Trockenmauern an der Bergstraße

    Trockenmauern stellen bis heute die nachhaltigste, natürlichste und dauerhafteste Bauweise der Menschheit dar. Sie prägen die Kulturlandschaft an der Bergstraße. Trockenmauern sind nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Bauweise, sondern sind auch ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie Eidechsen, Wildbienen, Moose und Flechten. 

    7.000 Jahre altes Handwerk hilft Kulturlandschaft zu erhalten

    Seit mindestens 7.000 Jahren werden mit dieser Technik, aus Bruch- beziehungsweise Natursteinen und Schotter stabile Anlagen ganz ohne Mörtel gebaut. Sowohl beim Brunnen- und Wasserbau, beim Haus-, Kirchen und Burgenbau aber auch in der Landwirtschaft und im Weinbau wurden Trockenmauern eingesetzt. Seit 2018 zählt diese Bauweise in einigen Ländern zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

    Warum Trockenmauern erhaltenswert sind.

    Der Bau und Erhalt von Trockenmauern ist eine anspruchsvolle handwerkliche Teamarbeit. Ihr indirekter ökologischer Nutzen besteht darin, dass sie im Prinzip ohne externe Materialien wie Zement, Sand und Metall oder Fremdenergie errichtet und erhalten werden können. In landwirtschaftlichen Terrassenkulturen, wie im Wein- und Obstanbau unterstützen Trockenmauern den Bodenschutz. Der Niederschlag versickert langsam hinter der Trockenmauer im Boden, statt mit viel Erde ins Tal gespült zu werden. Die Wurzeln der Pflanzen können das Bodenwasser allmählich aufnehmen.

    Da die Steine der Trockenmauer nicht verfugt sind, kann das Wasser bei anhaltendem Regen, der zu einer Sättigung des Bodenraums führt, zwischen den Steinen austreten, ohne großen Druck auf das Gemäuer auszuüben.

    Eine Trockenmauer ist immer 10 bis 15 Grad geneigt und setzt sich aus fünf Steintypen zusammen, die wie ein Puzzle aufeinander aufbauen. Jeder einzelne Stein muss so stabilisiert werden, dass man darüber gehen kann, ohne Wackler. Die Mauer besteht aus :

    • Möglichst große und flache Fundamentsteine, die das Gewicht der Mauer tragen, 
    • Bausteine, die mindestens eine flache Seite und keine Spitzen aufweisen,
    • Kleinere Füll- oder Keilsteine,
    • Bindersteine, die in den Hang oder die zweite Hälfte der Mauer ragen,
    • Decksteine, zum Mauerabschluss.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Maueraufbau - Jahreszeiten regional erleben

    Mit dem Rückgang der Landwirtschaft werden Trockenmauern zunehmend dem Verfall preisgegeben. Garten- und Weinbaugrundstücke verbuschen, weil die Terrassenkultur mühsam und unwirtschaftlich zu erhalten ist. Man findet sie fast nur noch in historisch gewachsenen und nicht flurbereinigten Weinlagen. Denn: Besonders durch Maßnahmen der Flurbereinigung, die oft eine Neugestaltung ganzer Feldfluren bedeuten, gehen viele Trockenmauern verloren. Als Ausgleich werden zuweilen Gabionen gebaut, die aber nach Ansicht mancher Experten aus Naturschutz-Sicht kein gleichwertiger Ersatz für Trockenmauern sind, aber ähnlich funktionieren.

    Reicher Artenschutz mit Trockenmauern

    Eine Trockenmauer bietet auf engem Raum viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für Tiere: offenen Sonnenplätzen, Bereiche mit höherer Vegetation, Hohlräume sowie den schattigen und kühlen Mauerfuß:  Die steinerne Hangbefestigung ist Brutstätte oder Kühlraum, Jagdplatz. oder Versteck, Winter- und Nachtquartier.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Artenschutz - Jahreszeiten regional erleben

    Viele Insekten wie Grashüpfer, Erdhummel, Schwebefliege, Wildbienen, Heuschrecken, Laufkäfer, Wanzen, oder Asseln fühlen sich im Mauerwerk wohl. Reptilien und Amphibien, wie Nattern und Kröten sind hier Zuhause. Aber auch Mäuse und seltene Kleinvögel wie der Steinschmätzer siedeln sich dort an. Je nach Sonnenexposition und Geologie sind Trockenmauern Biotope mit großen Übergangsbereichen und stellen einen schützenswerten Lebensraum dar.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Flora und Fauna - Jahreszeiten regional erleben

    In und auf Trockenmauern lebt eine Vielzahl von seltenen Pflanzen. Von der Mauerkrone bis zum schattigen Fuß variiert die Flora. Je älter die Mauer, umso größer die Vielfalt. Auch der Standort und das Mikroklima wirken sich aus. An sehr heißen Plätzen wachsen Kakteen, Dach-Hauswurz, Fetthenne, Mauersenf, Pyrenäen-Storchenschnabel, Ackerwinde und weißer Mauerpfeffer. Auf den Mauerkronen findet man Weinberglauch, Traubenhyazinthen, Rundblättriger Storchenschnabel, gekielter Feldsalat und Ackerringelblume. In den Fugen und an den Mauerfüßen gedeihen gelber Lerchensporn, Schöll-, Zimbel- und Ruprechstkraut. Gefürchtet ist der Bewuchs mit Efeu. Dieser führt zur Verschattung der und durch die Efeuwurzeln zur Sprengung der Trockenmauer.

    Beispielhafte Trockenmauerprojekte an der Bergstraße

    Die abwechslungsreiche und attraktive Kulturlandschaft an der Bergstraße unterliegt einem spürbaren Wandel. Weinberge, Obstbaumbestände und Gartengrundstücke werden zunehmend aufgegeben und verwildern. Schließlich erobert sich der Wald die Flächen zurück. Ursachen hierfür sind oftmals Altersgründe, Wegzug oder mangelndes Interesse der Grundstückseigentümer, schlechte Erreichbarkeit der Grundstücke sowie zu kleine und ungünstig geschnittene Grundstücke. Mit dem Vormarsch des Waldes verschwinden die typischen trocken-warmen, buntblühenden Biotope wie Obstwiesen, Magerrasen, Trockenmauern oder Lössböschungen mit ihren seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören beispielsweise die Schlingnatter und Sommerwurz-Arten. Auch eine attraktive Erholungslandschaft braucht das bunte Mosaik verschiedener Nutzungen.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Steinpuzzle kann beginnen

    An der hessischen und badischen Bergstraße haben verschiedene Akteure mit ökologischen Projekten dazu beigetragen den Verfall der Garten- und Weinbaugrundstücke aufzuhalten. Aktuell sind an der Bergstraße noch ungefähr ein Viertel der bewirtschafteten Fläche Steillagen. Die meisten Flächen sind oberhalb von Zwingenberg, Heppenheim und Schriesheim. Auf Erlebnis- und Lehrpfaden kann man an vielen Stationen die Besonderheiten der Bergstraße erleben und auch die Vorteile der Trockenmauern entdecken. So erfährt man, dass die Lufttemperatur im Tagesverlauf durch Trockenmauern ausgeglichen wird und ein Steillagenweinbau so auch an exponierten Hangabschnitten möglich ist: Die Trockenmauer strahlt bis in die Nacht die gespeicherte Wärme aus wieder an die bodennahe Luftschicht ab und mindert so die nächtliche Auskühlung der Weinbergflächen.

    Verschiedene geförderte Projekte an der hessischen und badischen Bergstraße tragen zum Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft bei. So wurde aus einem Förderprojekt der Verein „Blühenden Bergstraße“ sich dafür einsetzt wertvolle Gebiet für den Naturschutz und auch als Erholungslandschaft zu bewahren und zu entwickeln. Mit Preisgeldern aus dem Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ der Metropolregion Rhein-Neckar haben die Stadt Heppenheim, der NABU und Verein Genial Regional ein Trockenmauerprojekt am Heppenheimer Schlossberg angestoßen und Werkzeuge angeschafft. Diese kommen bei Kursen zum Einsatz.

    Steinpuzzeln für Neulinge – Ein Kursangebot des Genial Regional Verein

    Leute, die in ihrem Garten, Weinberg oder auf sonstigem Gelände Trockenmauern retten oder neu erschaffen wollen, sind Adressaten eines Trockenmauer-Kurses des Bergsträßer Vereins „Genial Regional e.V.“ In diesem Verein arbeiten Organisationen und Individuen zusammen, um traditionelle Methoden und die regionale Fauna sowie Flora zu erhalten. Für den Kurs stellt der Verein neben Experten auch professionelle Steinwerkzeuge bereit. Die Neulinge lernen nicht nur, wie man mit diesen umgeht. Denn: Bei der zweitägigen Veranstaltung werden Theorie und Praxis gleichermaßen unterrichtet. Der Verein möchte die Teilnehmenden befähigen, die über 7.000 Jahre alten Steinpuzzelmethode richtig einzusetzen. Für diese „Knochenarbeit“ wird körperliche Fitness vorausgesetzt.

    Weitere Informationen zum Trockenmauer-Kursangebot und zu Referenzprojekte an der Bergstraße findet Ihr auf der Projekt-Seite „Trockenmauern Bergstraße“ des Genial Regional Verein. Der KLICK AUF DAS BILD führt Euch dahin 

    Genial Regional Verein - Projekt - Trockenmauern Bergstrasse 2025