Genial Regional macht erfolgreich Schule 2024

Genial Regional macht erfolgreich Schule !!

Saisonal und regional Kochen mit Kindern im Unterricht. Dieses Thema hat der Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar“ in vier Workshops erfolgreich aufgearbeitet. Bei diesem praxisbetonten Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte und Vereinsmitglieder haben im abgelaufenen Schuljahr rund 20 Männer und Frauen viele Ideen für Projekttage gesammelt. Vereinsvorsitzende Brigitte Zimmermann überreichte in Bürstadt beim abschließenden „Grilllehrgang“ den Anwesenden ihre Teilnahmebestätigungen.

Warum dieses Fortbildungsangebot?

Das Wissen um heimisches Gemüse der Saison und die Fähigkeiten es gesund und schmackhaft zuzubereiten, verschwindet in Zeiten von „industriellen Fertiggerichten“ immer mehr. Um diesem Trend entgegen zu wirken hat der Verein das Fortbildungsprogramm gestartet, „Mit unseren Kursen wollen wir genussvollen Klimaschutz auf dem Teller anbieten. “ so Brigitte Zimmermann im Rückblick auf die Fortbildungen. „Nun sind 20 Multiplikatoren bereit das erworbene Wissen an Kinder und Jugendliche weiter zu geben.

Kreis- und Länderübergreifender Workshop

Die Kursleitung hatten Gastronomiefachkräfte. Teilnehmen konnten Multiplikatoren aus Bildungseinrichtungen aus Südhessen und Nordbaden. Ziel war auch der Kreis- und Länderübergreifende Austausch. Der Verein „Genial Regional“ hatte den DEHOGA Hessen, die Heinrich Metzendorf Schule, den Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und den Naturpark Neckartal sowie die Location und Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ mit im Boot. Kurzfristig hat sich auch noch die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt für das Abschlussmodul mit Küche und Freifläche beteiligt. Dafür dankte Brigitte Zimmermann Schulleiterin Stefanie Dekker. Bei allen Modulen wurden neben viel Praxis und Genuss auch neue Kontakte sowie Wissen zu den regional-saisonalen Lebensmitteln vermittelt.

Warum sollte an Schulen gekocht werden?

Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin an der Heinrich Metzendorf Schule –weist auf die Wichtigkeit hin verstärkt den Basismultiplikatoren, das Thema „regionale, saisonale und nachhaltige Ernährung“ zu vermitteln. Deshalb hat die Metzendorfschule als schulischer Partner für die Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk dem Verein gerne ihre Räume für zwei Workshops zur Verfügung gestellt. Gnauck führt weiter aus: „Leider ist die Realität so, dass Kinder und Jugendliche kaum noch eigene Kocherfahrungen zuhause, in der KiTa oder in der Schule machen.

Übrigens: Die Fortbildungsreihe „genial regional macht Schule“, die sich über das Schuljahr 23/ 24 erstreckte, richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen. Lehrkräfte konnten im Laufe der Fortbildung persönliche Kontakte zu Erzeugern und den beteiligten Vereinen an der Bergstraße knüpfen.

Regionale und saisonale Genüsse zubereiten

Den Start der Workshopreihe machte Guy Bastian von der Kochschule Heidelberg mit dem Thema „Kartoffeln und Kürbisse“ in der Metzendorfschule.

Im Winter lockte Bio-Koch Stefan Beckmann von Biond an dieTöpfen in der Metzendorfschule. Der Spezialist für vegane Küche zeigte, was man aus Kraut und Rüben so zaubern kann.

Im Frühjahr hat Kräuterfrau Dorisa Winkenbach von „artemis“ mit Wissbegierigen in Bensheim Kräuter gesammelt. Anschließend wurden sie in der Location „Jahreszeiten“, sortiert und für Speisen verwendet.

Zum Schuljahresende 23/24 war es dann tierisch: Grillen stand auf dem Plan. Die mehrfachen Hessenmeister Oliver und Sandra Schröbel lieferten Basiswissen und viele Tipps zum Grillen.

Petra Wagner-Brunnengräber vom Verein dokumentierte Rezepte, um sie den Teilnehmenden zur Verfügung zu stellen. Vereinsmitglied Ottmar Meissner wird einige davon auch über seine digitale Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ bereitstellen. So wollen die Organisatoren mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit das „regionale Genuss-Erbe“ für künftige Generationen bewahren.

Regionale und saisonale Lebensmittel besorgen

Für den praktischen Teil hatte Landwirt Sigi Ochsenschläger Kartoffel, Kürbisse, Kohl, Kräuter, Salate, Knoblauch und vieles mehr geliefert. Der Erzeuger aus Biblis-Wattenheim nutzte die Treffen, um von seinen Nöten zu berichten. Eigentlich möchte er Gemüse und gutes Fleisch für die Region erzeugen. Doch immer weitere Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollen erschweren seine Arbeit. Mit der Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft gibt er 100 Leuten Einblicke in die Arbeit. Jeden Freitag liefert er an 3 Standorte deren wöchentlichen Ernteanteil. Seine Frau Dagmar Ochsenschläger sorgt mit ihrem kleinen Hofladen für ein Nahversorgung, die früher kleine Lebensmittelgeschäfte machten. Ergänzt wird das Angebot mit einem Onlineshop eigener Produkte und Erzeugnissen von regionalen Kollegen.

Austausch über Branchen hinweg

Beim gemeinsamen Essen kamen auch Themen zur Sprache, wie Fachkräftemangel, bürokratische Hürden für Handarbeitende Kleinerzeuger oder die Probleme bei den Lieferketten und bei der Transparenz bezügliche der Lebensmittelqualität. Doch bei allen Problemen – der Spaß stand im Vordergrund. „Die Kurse waren kurzweilig, die Gerichte alle lecker und wir sind beim nächsten Mal wieder dabei!“, so der einhellige Wunsch der Lehrkräfte und der teilnehmenden Vereinsmitglieder

„Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird.  Die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen werden dabei auch für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der DEHOGA Hessen Kreisverband Bergstraße dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne, „ so Christine Friedrich von der Kreisgeschäftsstelle.

Fortsetzung für 24 /25 in der Vorbereitung

Für das kommende Schuljahr prüft der Verein nun, welche Fortbildungen zu welchen Terminen und zu welchen Konditionen angeboten werden können. Beim Grillworkshop in Bürstadt wurden für das Schuljahr 24/25 folgende Termine, Themen und Locations vorgeschlagen:

  1. Herbst 24: Rund um den Apfel – Beate Weis Streuobstmanufaktur in Heppenheim
  2. Winterte 24/25: Jogurt und Käse in der Heinrich-Metzendorf Schule
  3. Frühling 25: Brotbacken in der Berufsschule in Groß-Gerau
  4. Sommer 25: Haltbarmachen (Trocknen, Dörren, Entsaften, Einkochen, Fermentieren) Erich-Kästner-Schule in Bürstadt

Weite Informationen zu unserem Projekt „Genial Regional macht Schule“ findet man auf unserer Webseite und im Beitrag Frag Jahreszeiten : Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben bei unserem Partner Jahreszeiten regional erleben.

Ähnliche Beiträge

  • Trockenmauern an der Bergstraße

    Trockenmauern stellen bis heute die nachhaltigste, natürlichste und dauerhafteste Bauweise der Menschheit dar. Sie prägen die Kulturlandschaft an der Bergstraße. Trockenmauern sind nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Bauweise, sondern sind auch ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie Eidechsen, Wildbienen, Moose und Flechten. 

    7.000 Jahre altes Handwerk hilft Kulturlandschaft zu erhalten

    Seit mindestens 7.000 Jahren werden mit dieser Technik, aus Bruch- beziehungsweise Natursteinen und Schotter stabile Anlagen ganz ohne Mörtel gebaut. Sowohl beim Brunnen- und Wasserbau, beim Haus-, Kirchen und Burgenbau aber auch in der Landwirtschaft und im Weinbau wurden Trockenmauern eingesetzt. Seit 2018 zählt diese Bauweise in einigen Ländern zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

    Warum Trockenmauern erhaltenswert sind.

    Der Bau und Erhalt von Trockenmauern ist eine anspruchsvolle handwerkliche Teamarbeit. Ihr indirekter ökologischer Nutzen besteht darin, dass sie im Prinzip ohne externe Materialien wie Zement, Sand und Metall oder Fremdenergie errichtet und erhalten werden können. In landwirtschaftlichen Terrassenkulturen, wie im Wein- und Obstanbau unterstützen Trockenmauern den Bodenschutz. Der Niederschlag versickert langsam hinter der Trockenmauer im Boden, statt mit viel Erde ins Tal gespült zu werden. Die Wurzeln der Pflanzen können das Bodenwasser allmählich aufnehmen.

    Da die Steine der Trockenmauer nicht verfugt sind, kann das Wasser bei anhaltendem Regen, der zu einer Sättigung des Bodenraums führt, zwischen den Steinen austreten, ohne großen Druck auf das Gemäuer auszuüben.

    Eine Trockenmauer ist immer 10 bis 15 Grad geneigt und setzt sich aus fünf Steintypen zusammen, die wie ein Puzzle aufeinander aufbauen. Jeder einzelne Stein muss so stabilisiert werden, dass man darüber gehen kann, ohne Wackler. Die Mauer besteht aus :

    • Möglichst große und flache Fundamentsteine, die das Gewicht der Mauer tragen, 
    • Bausteine, die mindestens eine flache Seite und keine Spitzen aufweisen,
    • Kleinere Füll- oder Keilsteine,
    • Bindersteine, die in den Hang oder die zweite Hälfte der Mauer ragen,
    • Decksteine, zum Mauerabschluss.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Maueraufbau - Jahreszeiten regional erleben

    Mit dem Rückgang der Landwirtschaft werden Trockenmauern zunehmend dem Verfall preisgegeben. Garten- und Weinbaugrundstücke verbuschen, weil die Terrassenkultur mühsam und unwirtschaftlich zu erhalten ist. Man findet sie fast nur noch in historisch gewachsenen und nicht flurbereinigten Weinlagen. Denn: Besonders durch Maßnahmen der Flurbereinigung, die oft eine Neugestaltung ganzer Feldfluren bedeuten, gehen viele Trockenmauern verloren. Als Ausgleich werden zuweilen Gabionen gebaut, die aber nach Ansicht mancher Experten aus Naturschutz-Sicht kein gleichwertiger Ersatz für Trockenmauern sind, aber ähnlich funktionieren.

    Reicher Artenschutz mit Trockenmauern

    Eine Trockenmauer bietet auf engem Raum viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für Tiere: offenen Sonnenplätzen, Bereiche mit höherer Vegetation, Hohlräume sowie den schattigen und kühlen Mauerfuß:  Die steinerne Hangbefestigung ist Brutstätte oder Kühlraum, Jagdplatz. oder Versteck, Winter- und Nachtquartier.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Artenschutz - Jahreszeiten regional erleben

    Viele Insekten wie Grashüpfer, Erdhummel, Schwebefliege, Wildbienen, Heuschrecken, Laufkäfer, Wanzen, oder Asseln fühlen sich im Mauerwerk wohl. Reptilien und Amphibien, wie Nattern und Kröten sind hier Zuhause. Aber auch Mäuse und seltene Kleinvögel wie der Steinschmätzer siedeln sich dort an. Je nach Sonnenexposition und Geologie sind Trockenmauern Biotope mit großen Übergangsbereichen und stellen einen schützenswerten Lebensraum dar.

    Trockenmauern an der Bergstraße - Flora und Fauna - Jahreszeiten regional erleben

    In und auf Trockenmauern lebt eine Vielzahl von seltenen Pflanzen. Von der Mauerkrone bis zum schattigen Fuß variiert die Flora. Je älter die Mauer, umso größer die Vielfalt. Auch der Standort und das Mikroklima wirken sich aus. An sehr heißen Plätzen wachsen Kakteen, Dach-Hauswurz, Fetthenne, Mauersenf, Pyrenäen-Storchenschnabel, Ackerwinde und weißer Mauerpfeffer. Auf den Mauerkronen findet man Weinberglauch, Traubenhyazinthen, Rundblättriger Storchenschnabel, gekielter Feldsalat und Ackerringelblume. In den Fugen und an den Mauerfüßen gedeihen gelber Lerchensporn, Schöll-, Zimbel- und Ruprechstkraut. Gefürchtet ist der Bewuchs mit Efeu. Dieser führt zur Verschattung der und durch die Efeuwurzeln zur Sprengung der Trockenmauer.

    Beispielhafte Trockenmauerprojekte an der Bergstraße

    Die abwechslungsreiche und attraktive Kulturlandschaft an der Bergstraße unterliegt einem spürbaren Wandel. Weinberge, Obstbaumbestände und Gartengrundstücke werden zunehmend aufgegeben und verwildern. Schließlich erobert sich der Wald die Flächen zurück. Ursachen hierfür sind oftmals Altersgründe, Wegzug oder mangelndes Interesse der Grundstückseigentümer, schlechte Erreichbarkeit der Grundstücke sowie zu kleine und ungünstig geschnittene Grundstücke. Mit dem Vormarsch des Waldes verschwinden die typischen trocken-warmen, buntblühenden Biotope wie Obstwiesen, Magerrasen, Trockenmauern oder Lössböschungen mit ihren seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören beispielsweise die Schlingnatter und Sommerwurz-Arten. Auch eine attraktive Erholungslandschaft braucht das bunte Mosaik verschiedener Nutzungen.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Steinpuzzle kann beginnen

    An der hessischen und badischen Bergstraße haben verschiedene Akteure mit ökologischen Projekten dazu beigetragen den Verfall der Garten- und Weinbaugrundstücke aufzuhalten. Aktuell sind an der Bergstraße noch ungefähr ein Viertel der bewirtschafteten Fläche Steillagen. Die meisten Flächen sind oberhalb von Zwingenberg, Heppenheim und Schriesheim. Auf Erlebnis- und Lehrpfaden kann man an vielen Stationen die Besonderheiten der Bergstraße erleben und auch die Vorteile der Trockenmauern entdecken. So erfährt man, dass die Lufttemperatur im Tagesverlauf durch Trockenmauern ausgeglichen wird und ein Steillagenweinbau so auch an exponierten Hangabschnitten möglich ist: Die Trockenmauer strahlt bis in die Nacht die gespeicherte Wärme aus wieder an die bodennahe Luftschicht ab und mindert so die nächtliche Auskühlung der Weinbergflächen.

    Verschiedene geförderte Projekte an der hessischen und badischen Bergstraße tragen zum Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft bei. So wurde aus einem Förderprojekt der Verein „Blühenden Bergstraße“ sich dafür einsetzt wertvolle Gebiet für den Naturschutz und auch als Erholungslandschaft zu bewahren und zu entwickeln. Mit Preisgeldern aus dem Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ der Metropolregion Rhein-Neckar haben die Stadt Heppenheim, der NABU und Verein Genial Regional ein Trockenmauerprojekt am Heppenheimer Schlossberg angestoßen und Werkzeuge angeschafft. Diese kommen bei Kursen zum Einsatz.

    Steinpuzzeln für Neulinge – Ein Kursangebot des Genial Regional Verein

    Leute, die in ihrem Garten, Weinberg oder auf sonstigem Gelände Trockenmauern retten oder neu erschaffen wollen, sind Adressaten eines Trockenmauer-Kurses des Bergsträßer Vereins „Genial Regional e.V.“ In diesem Verein arbeiten Organisationen und Individuen zusammen, um traditionelle Methoden und die regionale Fauna sowie Flora zu erhalten. Für den Kurs stellt der Verein neben Experten auch professionelle Steinwerkzeuge bereit. Die Neulinge lernen nicht nur, wie man mit diesen umgeht. Denn: Bei der zweitägigen Veranstaltung werden Theorie und Praxis gleichermaßen unterrichtet. Der Verein möchte die Teilnehmenden befähigen, die über 7.000 Jahre alten Steinpuzzelmethode richtig einzusetzen. Für diese „Knochenarbeit“ wird körperliche Fitness vorausgesetzt.

    Weitere Informationen zum Trockenmauer-Kursangebot und zu Referenzprojekte an der Bergstraße findet Ihr auf der Projekt-Seite „Trockenmauern Bergstraße“ des Genial Regional Verein. Der KLICK AUF DAS BILD führt Euch dahin 

    Genial Regional Verein - Projekt - Trockenmauern Bergstrasse 2025

  • Mittelalter-Kochkurs im Freilichtlabor Lauresham

    Sehr spannend war es am 7. Mai 2026 für die Mitglieder des Genial Regional Verein und teilnehmende Lehrkräfte von Bergsträßer Schulen, die sich zum mittelalterlichen Kochkurs in Lorsch trafen. Am Besucher-Informations-Zentrum des Freilichtlabors Lauresham wurden die Teilnehmer freundlich begrüßt und bekamen eine Führung durch das Freilichtlabor Lauresham mit den Schwerpunkten Grundherrschaft, Landwirtschaft, Versorgung und Ernährung im frühen Mittelalter.

    Genial Regional macht Schule 2026 - Kochkurs - Mittelalterliches Kochen - Führung Lauresham

    Bei der Führung durch das Freilichtlabor Lauresham, erfuhren die Kursteilnehmer, wie man früher gekocht und die Lebensmittel angebaut bzw. verarbeitet hat.

    Heute finden wir im Supermarkt fast alles auf Anhieb im Regal, das im Kochtopf oder Backofen verarbeitet wird. Im Mittelalter mussten sich die Menschen deutlich mehr anstrengen, um zu ihrer Nahrung zu kommen. Es fing mit der Bearbeitung des Bodens an, danach kam die Aussaat, und am Ende standen die Ernte und das Kochen.

    Statt einer schier unerschöpflichen Auswahl an Speisen gab es nur das, was angepflanzt werden und gedeihen konnte. Im Mittelalter hatte man auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Haltbarmachung, zum Beispiel der Kühlung von Nahrungsmitteln. Heute kocht man auf hochmodernen Kochfeldern, im Mittelalter war es der selbst gebaute Ofen oder eine große Steinplatte, auf der gekocht wurde. Das Essen binnen einer Viertelstunde auf die Teller zu zaubern, war früher absolut undenkbar. Die Teilnehmenden erfuhren im Kurs, was es heißt, regional und saisonal zu kochen. Genaue Mengenangaben waren Fehlanzeige und eine Speisefolge gab es ebenfalls nicht. Um regional und saisonal zu kochen, müssten Menschen umdenken. Die geliebten Erdbeeren zum Beispiel müssten sie für die meiste Zeit des Jahres von ihrem Speisezettel streichen.

    Zum Kochkurs wurde der Ofen befeuert und darin Brötchen gebacken. Als Kochstelle diente ein großer Steinblock, auf dem Holzstücke verfeuert wurden. Darüber hing das rustikale Gefäß, in dem ein Eintopf köchelte. Schnell breitete sich ein leckerer Duft aus. Wer Speck und Kräuter für seinen Eintopf haben wollte, nahm sich das selbst aus einer Schale.

    Genial Regional macht Schule 2026 - Kochkurs - Mittelalterliches Kochen und Essen

    Genial Regional macht Schule 2026 – Kochkurse für Lehrkräfte 

    Klimaschutz durch mehr regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, hat der gemeinnützige Genial Regional Verein in Kooperation mit regionalen Partnern ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 geschaffen und umgesetzt. Das im Jahr 2024 erfolgreich mit 4 Kochkursen gestartete Projekt wird in 2026 fortgesetzt. Es werden weitere 3 saisonal-regionale Kochkurse für Mitglieder und Lehrkräfte allgemeinbildender und beruflicher Schulen angeboten. Mittelalterliches Kochen in Lauresham, war der 1 dieser 3 Kochkurse in 2026.

  • |

    Genial Regional macht Schule – 2025

    Klimaschutz durch mehr regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, hat der gemeinnützige Genial Regional Verein in Kooperation mit der Bensheimer Heinrich-Metzendorfschule und weiteren Partnern ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 geschaffen und umgesetzt. Das im Jahr 2024 erfolgreich mit 4 Kochkursen gestartete Projekt des Vereins und seinen Partnern, wird in 2025 fortgesetzt. Es werden weitere 4 saisonal-regionale Kochkurse für Mitglieder und Lehrkräfte allgemeinbildender und beruflicher Schulen angeboten.

    Dabei wollen wir regionale Landwirtschaft, Gastronomie und Bildung zusammenbringen“, so Brigitte Zimmermann-Petrullat, die Vorsitzende des Genial Regional Verein. Bei Kursen mit Profis aus Betrieben des DEHOGA, der regionalen Landwirtschaft, sowie Lehrkräften der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sollen saisonal-regionale Themen für Projekttage oder -wochen erarbeitet werden. „Bei der anschließenden Umsetzung solcher Projekte in den Schulen besteht die Chance, junge Menschen für einen hauswirtschaftlichen oder gastronomischen Beruf zu begeistern“,  so Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin bei der Heinrich Metzendorf Schule (HMS) in Bensheim.

    Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird und dabei die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert werden“, so Christine Friedrich, Geschäftsführerin des DEHOGA Südhessen. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen (Kreisverband Bergstraße) dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne.

    Geplant ist die Fortsetzung im Frühjahr 2025 mit dem Thema „Milchverarbeitung, Mozzarella, Joghurt & Käse“, sowie 3 weiteren Veranstaltungsthemen bis Ende des Jahres 2025.

    ModulVeranstaltungsterminThema und Ort
    1Di., 01.04.2025Milchverarbeitung, Mozzarella, Joghurt & Käse
    – Koch / Referent : Christine Kaiser (HMS) und Brigitte Zimmermann (Genial Regional Verein)
    – Veranstaltungsort : Heinrich Metzendorf Schule (HMS), Bensheim
    2Do., 05.06.2025
    (Verschoben)
    Brot zubereiten und backen
    – Koch / Referent : Daniel Petruccelli (Berufsschule GG)
    – Veranstaltungsort : Berufliche Schulen Groß-Gerau (BSGG)
    3Di., 02.09.2025Einkochen, Fermentieren und haltbar machen
    – Koch / Referent : Stefan Beckmann (Biokoch)
    – Veranstaltungsort : Heinrich Metzendorf Schule (HMS), Bensheim
    4Do., 13.11.2025Teigwaren und Soßen
    – Koch / Referent : Boris Bornhorst (HMS)
    – Veranstaltungsort : Heinrich Metzendorf Schule (HMS), Bensheim

    Pro Modul können 16 Personen teilnehmen, davon 2-3 Personen vom Verein, 1 Referent/Koch, 12 Lehrkräfte. Die Veranstaltung ist insbesondere für Lehrkräfte der Grundschulen, der Haupt- und Realschulen, sowie beruflichen Schulen gedacht. Die Inhalte der Fortbildungsreihe können im Rahmen von Projektwochen und –tagen der entsprechenden Lerngruppe angepasst werden.

    AGENDA / INHALTE und GEPLANTER VERLAUF

    ZeitInhalt
    09.00 Uhr – 10.00 UhrGegenseitiges Kennenlernen und Info zum Verein Genial Regional  
    10.00 Uhr – 11.00 UhrVorstellung der Produzenten und deren Produkte, Informationen zu den Produkten, Rezeptauswahl zum jeweiligen Thema  
    11.00 Uhr – 13.30 UhrGemeinsames Kochen und Essen    
    13.30 Uhr – 14.00 UhrInformation zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hotellerie und Gastronomie  
    14.00 Uhr – 15.00 Uhr    Reflektion und Abschluss der Veranstaltung

    ANMELDUNG und TEILNAHMEMÖGLICHKEIT

    Der Anmeldeschluss liegt jeweils 3 Wochen vor dem Veranstaltungstermin. Es besteht die Möglichkeitan einzelnen, oder auch an allen Modulen teilzunehmen. Für die Teilnahme wird ein kleiner freiwilliger Kostenbeitrag erhoben, welcher in Form einer Spende am Tag der Veranstaltung entrichtet werden kann.

    Rückfragen beantwortet die Vorsitzende des Genial Regional Verein, Brigitte Zimmermann-Petrullat gerne freitags zwischen 15 und 18 Uhr im Laden „Jahreszeiten regional erleben“ in der Friedhofstr. 35 in Bensheim. Anmeldung zur Teilnahme und weitere Infos auch per Mail an genialregional@t-online.de

    Gerne dürfen Sie auch den dazugehörigen FLYER herunterladen und an interessierte Menschen in Ihrem Umfeld verteilen. Hier geht’s zum DOWNLOAD 😊

    Wir, die Initiatoren und Organisatoren, das sind fünf Institutionen an der Bergstraße, denen das Thema „Gesunde, nachhaltige, saisonale und regionale Ernährung“ ein wichtiges Anliegen ist. Der „Genial Regional Verein“, die Heinrich-Metzendorf-Schule, der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der DEHOGA und „Jahreszeiten regional erleben“die Plattform für Regionales an der Bergstraße.

    Genial Regional macht Schule - HEADER - FOOTER

    Der „Genial Regional Verein“ organisiert Kreis- und Landesgrenzen überschreitende Projekte rund um regionale Lebensmittel an der Bergstraße und im Odenwald. Dabei geht es darum, die Wertschätzung für nachhaltige, regionale Produkte in der Bevölkerung zu aktivieren und das Vertrauen in Regionales zu stärken. Dazu kooperiert der Verein mit Schulen, DEHOGA und anderen Einrichtungen in der Region. Weitere Infos zum Verein auf der Webseite des Genial Regional Vereins.

  • Die Kirschpflaume – eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick

    Die Kirschpflaume ist ein wenig beachtetes Gewächs in unserer Region. Sie ist eine Wildobstart für die Liebe auf den zweiten Blick. Das Schicksal der Kirschpflaume im Straßenraum. Die rotlaubigen Sorten der Kirschpflaume  (Prunus cerasifera Nigra) werden oft als kleiner Straßenbaum gepflanzt.

    Die Bevölkerung reagiert meist nur während der Blütezeit positiv, während Fruchtfall wenig Begeisterung bei den Anliegern hervorruft. Früchte werden nicht genutzt, obwohl sie essbar sind, und fallen auf Gehwege und Autos.

    Auf Privatgrundstücken findet man die Kirschpflaume als schnellwüchsigen kleinen Hausbaum mit Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.

    Die Heimat unserer Kirschpflaumen reicht nach Sibirien 

    Die Heimat von Prunus cerasifera reicht von SW-Sibirien bis Zentralasien, Kaukasus bis Kleinasien („Türkenpflaume“). Sie wurde schon vor mehr als 2000 Jahren bei den Kelten genutzt, sowie in Griechenland und Italien eingeführt.

    Seit dem 16. Jahrhundert ist sie auch in Mitteleuropa verbreitet. Meist wild an eher trockenen, sonnigen Hängen (gerne Weinlagen). Edelsorte werden oft abgestoßen. Die Kirschpflaume mag kalkhaltige Böden und keine Staunässe. Spätfrostgefährdete Lagen sind wegen der frühen Blüte auch wenig geeignet.

    Pflanzenmerkmale von Prunus cerasifera

    • Selbstunfruchtbar, werden auch nicht von Zwetschgen befruchtet 
    • Weitere Namen : Myrobalane, Türkische Pflaume, Kriecherl, Därgel-kersch (Pfalz), Sterninkel  (Sachsen), Kringelbaum (AU)
    • Sommergrün, wechsel-ständige Blätter elliptisch bis eiförmig, hellgrün
    • Großstrauch oder Baum bis   8 m Höhe, verkahlende Langtriebe mit zunehmend   hängender Optik
    • Steine giftig (Blausäure) 
    • Geschmack ohne ausgeprägte Süße, Fruchtschale verkocht sauer, süß-saure Konfitüre  

    Wildobst Kirschpflaume – für den Klimawandel von Natur aus gewappnet

    • Trockenheitsverträglich, keine Bewässerung
    • Keine Düngung,  genügsam bei hohem Ertrag
    • Extensiver Schnitt :  auslichten und zurück-setzen zur Verhinderung  von Astbruch
    • Kein Pflanzenschutz nötig, sehr selten Säge-wespen oder Pflaumen-gespinstmotten (Nähe Pflaumenanbaugebiete)

    Kirschpflaumen – Bienenretter in noch rauher Jahreszeit 

    • Sehr frühe Blütezeit in einer Trachtlücke im März – wichtiges Bienenfutter zu Beginn des Bienenjahres
    • Vollblüte direkt nach der Mandel oder mit ihr überkreuzend, vor Austrieb der Blätter, an Kurztrieben vorjähriger Langtriebe
    • Bei sonnigem Wetter lautes Bienendröhnen am Baum
    • Wunderschöner Anblick der weiß blühenden wilden Kronen, landschaftsprägend

    Die Ernte der Kirschpflaumen

    • Ernte je nach Baum ab Mitte Juli bis September, folgernde Vollreife
    • Mit der Hand vom Ast streifen, direkt in Korb
    • Evtl.  Langtriebe bei Ernte einkürzen, ableiten auf außenstehenden Trieb
    • Schütteln auf Planen oder Netze bei manchen Individuen möglich, Reife beachten !
    • Möglichst trocken ernten und sofort kühl lagern, dann wochenlange Haltbarkeit ohne Faulen, sehr stressarm !

    Die Verarbeitung – tolle Herausforderung für kreative Bio- Genießer

    • Früchte sind mehr oder weniger steinlösend, optimalen Zeitpunkt wählen
    • In leicht gefrorenem Zustand maschinelles Entsteinen möglich, Kirschentkerner
    • Sofort mit Zitronensaft befeuchten, dann wenig Oxidationsbräune an Schale
    • Eingefrorene Früchte gefroren in den geben, dann keine Braunfärbung
    • Hoher Pektingehalt und ausgewogene Säure, bei Vollreife Aromaschub !

    Feines aus der Kirsch-pflaume herstellen und genießen !

    • Als Tafelobst, auch kurmässig zur Reinigung des Verdauungstraktes
    • Wunderbar für Frucht-aufstriche, Gelees, auch in Mischung mit anderen Früchten (Pektin!)
    • Als Kuchenbelag 
    • Kompotte und Säfte
    • Senfzubereitungen
    • Dessertweine /Seccos
    • Je nach Sorte für die Brennerei geeignet

    Danke an Kernhaus Grünplanung – Dipl. Ing. Landespflege Beate Weis für diesen interessanten Beitrag über die Kirschpflaume !!

    HINWEIS : Beate Weis bietet Vorträge mit Verkostung zum Thema Kirschpflaume im Juli und August für Senioren, Schulen, Imker  etc. an, welche gegen eine Spende gebucht werden können.  Auch das Zubereiten von Fruchtaufstrichen mit Kirschpflaumen ist möglich. 

    Bei Interesse bitte kurz per Mail streuobst-manufaktur@gmx.de direkt an Beate Weis wenden.

    Bild-Quelle : Beate Weis

  • |

    Milchverarbeitung, Mozzarella, Joghurt & Käse

    Ein Hauch von Käse und frischen Erdbeeren lag in der Luft, als an der Heinrich Metzendorf Schule das erste Modul der Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ stattfand. Lehrkräfte aus Grundschulen, Haupt- und Realschulen und beruflichen Schulen an der Bergstraße tauchten tief in die Welt der Milchverarbeitung ein.

    Der Tag begann mit der Herstellung von Mozzarella. Unter fachkundiger Anleitung von Christine Kaiser, Fachbereichsleiterin Hauswirtschaft, verwandelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Milch in den beliebten Käse. Doch damit nicht genug: Der frisch zubereitete Mozzarella wurde in zwei köstliche Varianten weiterverarbeitet. Die klassische italienische Version mit Tomaten und Basilikum brachte mediterranes Flair in die Schulküche, während die hessische Variante mit Rote Beete und glatter Petersilie eine regionale Note hinzufügte.

    Auch die Herstellung von Joghurt stand auf dem Programm. Mit den ersten Erdbeeren der Saison zauberten die Lehrkräfte eine süße Nachspeise, die nicht nur den Gaumen erfreute, sondern auch die Vielfalt regionaler Produkte unterstrich.

    Es folgte eine Käseverkostung, bei der acht verschiedene Käsesorten probiert wurden. Unterhaltsam moderiert wurde die Verkostung von Brigitte Zimmermann, der Vorsitzenden des Vereins „genial regional“. Begleitet von passendem Brot, Chutneys und herzhaften Marmeladen, bot die Verkostung eine wahre Geschmacksexplosion. Die Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, um sich über die unterschiedlichen Käsesorten auszutauschen und neue Ideen für den Unterricht zu sammeln.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben durchweg ein positives Feedback und gingen vollgepackt mit Ideen für den eigenen Unterricht nach Hause. Gemeinsam überlegten die Teilnehmer, wie das Thema Milch und Käse in den Unterricht integriert werden kann. Dabei wurden kreative Ansätze entwickelt, um sowohl Grundschulkinder als auch junge Erwachsene in der Berufsschule für die Thematik zu begeistern.

    Sabine Gnauck, die Abteilungsleiterin, zeigte sich begeistert: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert und kreativ die Lehrkräfte sind. Diese Fortbildungsreihe bietet eine wunderbare Gelegenheit, regionale Produkte und handwerkliche Fähigkeiten in den Unterricht zu integrieren und so den Schülern praxisnahe und wertvolle Erfahrungen zu ermöglichen.“

    Genial Regional macht Schule : Fortbildung zum Thema Milchverarbeitung an der Metzendorf-Schule

    Bereits im zweiten Jahr findet an der Heinrich Metzendorf Schule in Kooperation mit dem Genial Regional Verein die Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ statt.  Wie auch im vergangenen Jahr werden vier Veranstaltungen angeboten. Im nächsten Modul wird das Thema „Brot und Brötchen backen“ bearbeitet. Dann folgt noch das Thema „Einkochen und Fermentieren“ und abschließend das Thema „Teigwaren und Soßen“.

    Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und machte Lust auf mehr. Die Fortbildungsreihe „Genial regional macht Schule“ verspricht, auch in den kommenden Modulen spannende und praxisnahe Einblicke in die regionale Lebensmittelproduktion zu bieten. Interessierte Lehrkräfte können sich auf der Homepage „Jahreszeiten regional erleben“ informieren.

  • |

    Einkochen, Fermentieren und haltbar machen

    Am 2. September 2025 fand der 2te Kochkurs des Genial Regional Verein im Rahmen des Projekts „Genial Regional macht Schule 2025“ in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt statt. Referent war Stefan Beckmann, vom Bio-Catering Biond (www.biond.de).

    Fermentieren

    Fermentiertes Gemüse ist nicht nur eine alte Konservierungsmethode, sondern hat auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile – aber es gibt auch Punkte, die man beachten sollte. Hier ein Überblick:

    Gesundheitliche Vorteile von fermentiertem Gemüse

    Fördert die Darmgesundheit

    • Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) entstehen bei der Fermentation.
    • Diese probiotischen Kulturen können die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung fördern und Blähungen oder Verstopfung lindern.

    Verbesserte Nährstoffaufnahme

    • Durch Fermentation werden Nährstoffe wie Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K2) besser verfügbar.
    • Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können leichter aufgenommen werden.

    Stärkung des Immunsystems

    • Ein gesunder Darm hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen.
    • Probiotische Bakterien können Entzündungen regulieren und das Risiko für Infektionen senken.

    Längere Haltbarkeit & natürliche Konservierung

    • Gemüse bleibt ohne Zusatzstoffe über Monate haltbar..
    • Der Säuregehalt (pH-Wert) verhindert das Wachstum schädlicher Keime.

    Positive Wirkung auf Stoffwechsel und Gewicht

    • Einige Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

    Mögliche Risiken & Dinge zum Beachten

    Salzgehalt

    • Bei der klassischen Milchsäuregärung wird viel Salz verwendet. Zu hoher Konsum kann problematisch für Herz-Kreislauf-Patienten oder Menschen mit Bluthochdruck sein.

    Histaminbildung

    • Bei der Fermentation entsteht Histamin. Menschen mit Histaminintoleranz reagieren darauf oft mit Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen.

    Individuelle Verträglichkeit

    • Zu Beginn können Blähungen, Völlegefühl oder Bauchgrummeln auftreten, bis sich der Darm an die neuen Bakterien gewöhnt.
    • Langsam einführen (z. B. mit 1–2 EL Sauerkraut täglich starten).

    Hygiene & Sicherheit

    • Wichtig: Sauberes Arbeiten, sauberes Equipment, richtige Salzkonzentration.
    • Wenn es stark faulig riecht, schleimig wird oder Schimmel bildet → nicht mehr essen.

    Nicht für alle geeignet

    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantationen sollten vorsichtig sein und ggf. vorher ärztlich abklären.

    Kurz gesagt: Fermentiertes Gemüse kann ein echtes Superfood für den Darm und das Immunsystem sein – solange es richtig hergestellt und individuell verträglich ist.

    Ideen für fermentiertes Gemüse

    Kimchi (klassisch)

    • Chinakohl, Karotten, Paprika, rote Zwiebeln, Kurkuma, Ingwer, Chiliflocken

    CurryKraut

    • Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl (manchmal etwas Wirsing), Kurkuma, Ingwer, Cilliflocken, Curry (Kreuzkümmel)

    BlumenkohlCurry

    • Blumenkohl (Scheiben), Chinakohl, Spitzkohl, Karotten (Scheiben), rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Chiliflocken)

    Lauch/Karotten – Kimchi

    • Spitzkohl (grob), Lauch, Karotte (grob gerieben)

    Blumenkohl/ Lauch/ Karotten Kimchi

    • Blumenkohl (Röschen), Karotte (grob gerieben), Spitzkohl (grob), Lauch

    Rotes Kimchi

    • Rotkraut, Blumenkohl, rote Bete, Chinakohl, Möhre

    mit Gelber Bete

    • Gelbe Bete (Würfel), Karotten (Scheiben), Lauch, Spitzkohl (grob), Chinakohl

    Sauerkraut (klassisch)

    • Spitzkohl, Weißkraut, (Lorbeer, Wachholder)

    Rettich Kimchi

    • Rettich (dünne Scheiben), Karotte (dünne Scheiben), Lauch

    Grundrezept: Fermentiertes Gemüse

    • ca. 1 kg Gemüse (z. B. Kohl, Karotten, Blumenkohl, Lauch, Rettich, Bete …)
    • 20 g Salz (= 2 % vom Gemüsegewicht) → am besten naturbelassenes Meersalz oder Steinsalz
    • Gewürze nach Belieben: Knoblauch, Ingwer, Chili, Kümmel, Lorbeer, Pfefferkörner …
    • Optional: Starterkultur (z. B. etwas vom Saft eines vorherigen Ferments)

    Gemüse vorbereiten

    • Waschen, ggf. schälen und in die gewünschte Form schneiden (Scheiben, Raspeln, Röschen). – unterschiedliche Schnittform – anderer Geschmack

    Salzen

    • Gemüse in eine große Schüssel geben, Salz dazu.
    • Mit den Händen kräftig kneten oder stampfen, bis Flüssigkeit austritt (das ist die spätere Lake).

    Abfüllen

    • Gemüse dicht in ein sauberes Bügel- oder Schraubglas pressen.
    • Es muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls zu wenig Lake da ist: etwas Salzlösung (2 %) nachgießen.

    Beschweren

    • Mit einem Gewicht (Glasgewicht, kleiner Teller, sauberes Kohlblatt) das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.
    • Wichtig: Gemüse darf nicht mit Luft in Kontakt kommen → sonst Schimmelgefahr.

    Fermentieren lassen

    • Glas (Weck-Gläser) verschließen. Nicht öffnen – es darf kein Sauerstoff reinkommen
    • Zimmertemperatur (18–22 °C) für 3–7 Tage stehen lassen.
    • Unterschiedliche Temperatur – anderer Geschmack

    Reifen lassen

    • Im Kühlschrank entwickelt sich das Aroma weiter.
    • Haltbarkeit: mehrere Monate, solange das Gemüse unter der Lake bleibt.

    Tipps

    • Menge Salz ist entscheidend: ca. 2 % ist optimal (z. B. 1 kg Gemüse → 20 g Salz).
    • Schaumbildung / Blubbern ist normal: das sind die Milchsäurebakterien.
    • Wenn sich ein weißer Film (Kahmhefe) bildet → meist harmlos, aber bei Schimmel (flauschig, farbig) entsorgen.
    • Immer sauber arbeiten – Glas, Hände, Schneidebrett.
    • Geruchs- und Geschmackskontrolle

    Die Kursteilnehmer konnten dabei praktische Erfahrung sammeln, über das Fermentieren diskutieren und hatten viel Spaß beim Schneiden, Salzen, Stampfen und Befüllen der Gläser.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Geschnittem, Gesalzen und Gestampft

    Einkochen

    Gesundheitliche Vorteile beim Einkochen

    Längere Haltbarkeit

    • Durch Erhitzen werden Mikroorganismen und Enzyme abgetötet → Lebensmittel sind über Monate bis Jahre haltbar.
    • Praktisch für Vorratshaltung und weniger Lebensmittelverschwendung.

    Nährstoffsicherung

    • Viele Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) bleiben beim Einkochen gut erhalten.
    • auch Ballaststoffe bleiben unverändert und fördern die Verdauung.

    Saisonale Vielfalt

    • Saisonales Obst & Gemüse kann eingekocht und ganzjährig genutzt werden – fördert eine abwechslungsreiche Ernährung.

    Selbstgemacht = kontrollierte Zutaten

    • Im Gegensatz zu industriellen Konserven enthält Selbstgemachtes keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder unnötigen Zucker/Salz (außer man fügt es selbst zu).

    Gesundheitliche Nachteile & Risiken

    Vitaminverluste

    • Hitzeempfindliche Vitamine (v. a. Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure) gehen teilweise verloren.
    • Der Verlust hängt von Temperatur & Dauer ab (besonders bei langem Einkochen oder hoher Hitze).

    Botulismus-Risiko (sehr selten, aber ernst)

    • Clostridium botulinum kann in sauerstoffarmen, feucht-warmen Milieus wachsen (z. B. bei unsachgemäß eingekochtem Gemüse/Fleisch).
    • Vorbeugung:
    • Strikte Hygiene beim Einkochen.
    • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. Obst, Tomaten) sind unkritischer.
    • Bei Gemüse/Fleisch → unbedingt lange genug bei mind. 100 °C (besser 120 °C im Druckkochtopf) einkochen.

    Nährstoffeinseitigkeit

    • Wenn man sich stark auf Eingekochtes verlässt, kann es auf Dauer zu weniger Frischkost und Rohkost kommen → schlechtere Vitaminversorgung.

    Salz- oder Zuckergehalt

    • Viele Rezepte nutzen Zucker (Marmelade, Kompott) oder Salz (eingelegtes Gemüse). Ein übermäßiger Konsum kann gesundheitlich nachteilig sein.

    Auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer wurde gesorgt. Zum gemeinsamen Mittagessen gab’s frisch zubereitete Grünkern-Bolognese, Apfelmus mit eingekochten Kirschen und schöne Bilder vom Kochkurs des Genial Regional Verein.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Grünkern-Bolognese zum gemeinsamen Mittag

    Grünkern-Bolognese

    • 200 g Grünkern (geschrotet)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 Karotte, klein gewürfelt oder geraspelt
    • 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt (optional)
    • 1 Dose Tomaten (stückig, ca. 400 g)
    • 2 EL Tomatenmark
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Oregano (getrocknet)
    • 1 TL Thymian (getrocknet)
    • 1 Lorbeerblatt
    • Salz & Pfeffer nach Geschmack

    Grünkern vorbereiten

    • Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis er duftet (gibt ein nussiges Aroma).
    • Danach mit der Gemüsebrühe übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen.

    Gemüse anbraten

    • Öl in einem Topf erhitzen.
    • Zwiebel, Knoblauch, Karotte (und Sellerie) anschwitzen, bis sie weich sind.

    Tomatenbasis

    • Tomatenmark kurz mitrösten.
    • Mit Rotwein (oder etwas Brühe) ablöschen.
    • Stückige Tomaten und Gewürze (Oregano, Thymian, Lorbeerblatt) dazugeben.

    Grünkern untermischen

    Mit Salz & Pfeffer abschmecken.

    Den gequollenen Grünkern mit der Brühe unterrühren.

    Alles bei mittlerer Hitze ca. 20–30 Minuten köcheln, bis die Sauce schön sämig ist.