Genial Regional macht Schule - Projekt - Jahreszeiten regional erleben

Projekt – Genial Regional macht Schule !!

Klimaschutz durch regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, will der gemeinnützige Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V. in Kooperation mit der Bensheimer Heinrich-Metzendorfschule ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 schaffen.

Dabei wollen wir regionale Landwirtschaft, Gastronomie und Bildung zusammenzubringen“, so Brigitte Zimmermann-Petrullat, die Vorsitzende des Genial Regional Verein. Bei Kursen mit Profis aus Betrieben des DEHOGA , der regionalen Landwirtschaft sowie Lehrkräften der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sollen saisonal-regionale Themen für Projekttage oder -wochen erarbeitet werden. „Bei der anschließenden Umsetzung solcher Projekte in den Schulen besteht die Chance, junge Menschen für einen hauswirtschaftlichen oder gastronomischen Beruf zu begeistern“,  so Sabine Gauck Bereichsleiterin bei der Heinrich-Metzendorfschule.

Geplanter Start ist im Herbst 2023 mit dem Thema „Kartoffeln und Kürbis“ vorgesehen. Weitere Themen sind „Kraut und Rüben“ im Winter, „Kräuter, Erdbeeren und Spargel“ im Frühling sowie „Salate und Grillbares“ im Sommer 2024.

ModulVeranstaltungsterminThema
1Di., 26.09.2023Kartoffeln und Kürbis
2Mi., 31.01.2024Kraut und Rüben
3Do., 25.04.2024Kräuter, Erdbeeren und Spargel
4Di., 02.07.2024Salate und Grillbares

Erste Kontakte und Informationen können Interessierte beim Ausbildungs- und Studieninfotag der Heinrich Metzendorf Schule am Mittwoch, den 29.03.2023 bekommen. Die Vorsitzende des Genial Regional Verein und DEHOGA-Mitglied Brigitte Zimmermann-Petrullat wird am Info-Stand des DEHOGA (Deutscher Hotellerie und Gastronomieverband) Auskunft geben.

Pro Modul können 16 Personen teilnehmen, davon 2-3 Personen vom Verein, 2 Produzenten, 1 Koch, 1 Person DEHOGA, 1 Presse, 10 Lehrkräfte. Die Veranstaltung ist insbesondere für Lehrkräfte der Grundschulen, der Haupt- und Realschulen gedacht. Die Inhalte der Fortbildungsreihe können im Rahmen von Projektwochen und –tagen der entsprechenden Lerngruppe angepasst werden.

AGENDA / INHALTE und GEPLANTER VERLAUF

ZeitInhalt
09.00 Uhr – 10.00 UhrGegenseitiges Kennenlernen Info zum Verein Genial Regional  
10.00 Uhr – 11.00 UhrVorstellung der Produzenten und deren Produkte, Informationen zu den Produkten, Rezeptauswahl zum jeweiligen Thema  
11.00 Uhr – 13.30 UhrGemeinsames Kochen und Essen    
13.30 Uhr – 14.00 UhrInformation zu Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hotellerie und Gastronomie  
14.00 Uhr – 15.00 Uhr    Reflektion und Abschluss der Veranstaltung

ANMELDUNG und TEILNAHMEMÖGLICHKEIT

Der Anmeldeschluss liegt jeweils 3 Wochen vor dem Veranstaltungstermin. Es besteht die Möglichkeitan einzelnen, oder auch an allen Modulen teilzunehmen. Für die Teilnahme wird ein kleiner Kostenbeitrag erhoben, welcher in den nächsten Tagen noch final abgestimmt wird.

Die jeweiligen Akteure eines Moduls treffen sich 1 Woche vorher, um den genauen Ablauf zu besprechen und die Räumlichkeiten kennenzulernen. Die Veranstaltungen beginnen um 09.00 Uhr und enden gegen 15.00 Uhr.

Rückfragen beantwortet die Vorsitzende Brigitte Zimmermann-Petrullat gerne freitags zwischen 15 und 18 Uhr im Laden „Jahreszeiten regional erleben“ in der Friedhofstr. 35 in Bensheim. Anmeldung und weitere Infos auch per Mail an genialregional@t-online.de

Gerne dürfen Sie auch den dazugehörigen FLYER herunterladen und an interessierte Menschen in Ihrem Umfeld verteilen. Hier geht’s zum DOWNLOAD 

Weitere aktuelle Infos zum Projekt auch bei unserem Partner Jahreszeiten regional erleben unter : Frag Jahreszeiten : Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben

Der Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“ organisiert Kreis- und Landesgrenzen überschreitende Projekte rund um regionale Lebensmittel an der Bergstraße, im Odenwald, Kraichgau und Heidelberg. Dabei geht darum die Wertschätzung für nachhaltige, regionale Produkte in der Bevölkerung zu aktivieren und das Vertrauen in Regionales zu stärken. Dazu soll mit Schulen, DEHOGA und anderen Einrichtungen kooperiert werden. Themen:  Gesundes Essen aus der Region, Vernetzung und Know-How-Transfer. Weitere Infos dazu auf der Webseite des Vereins.

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    Quittenprojekt Bergstraße Rainer Stadler und Ellen Müller

    Wegen des einzigartigen Aromas und ihrer vielen positiven Eigenschaften wurde die Quitte als Nahrungsmittel und Heilpflanze sehr geschätzt, und war bis vor 100 Jahren in vielen Haus- und Bauerngärten zu finden. Da sie sehr hart, roh nicht genießbar und auch nur sehr aufwändig zu verarbeiten ist, wurden die meisten Bäume gefällt. So geriet die Quitte in den letzten Jahrzehnten fast in Vergessenheit. Von den 200 verschiedenen Sorten, in den

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    Der Anbau der Quitte – Der Start des Quittenprojekts

    2009 pflanzten wir unsere ersten beiden Quittenbäume. Eine Konstantinopler Apfelquitte und eine Portugieser Birnenquitte. Um in der Produktentwicklung flexibel zu sein, wurden noch Aprikosenbäume und Jostabeerensträucher, eine Kre4uzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, gepflanzt.

    2010 rodeten wir auf unserem eigenen Grundstück, mit Ausnahme einer großen Süßkirsche und einer Walnuss, alle alten und kaputten Bäume. Parallel konzipierten wir mit dem Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Weinheim die Bepflanzung einer Ökokontofläche mit 46 Quittenbäumen in 15 Sorten. 9 Apfel- und Birnbäume ergänzen das Streuobstsortiment.

    2011 wurde diese Fläche von uns in Pflege genommen. Ökokontoflächen bieten einen ökologischen Mehrwert und unterliegen strengen Pflegeauflagen. Es darf erst ab der Jahresmitte gemäht werden, damit die Samen der Wildblumen und Kräuter ausfallen können und die Flächen im Sinne der Biodiversität vielen Insekten und Kleinlebewesen zur Heimat werden. Das Mähgut muss in Form einer Maht oder eines Beweidungskonzeptes erfolgen und von der Fläche abgetragen werden.

    2012 übernahmen wir die Pflege einer 10.000 m² großen Ausgleichsfläche, die von der Stadt Weinheim angelegt und derzeit in der Zuständigkeit des Rhein-Neckar-Kreises liegt. Hier entstand eine Streuobstwiese mit Mandeln, Birnen, Kirschen, Äpfeln und durch unsere Ergänzungspflanzung noch Quitten. Weiter haben wir auf unserem Grundstück die nächsten 25 Quittenbäume gepflanzt.

    Quittenprojekt Bergstraße - Der Start des Quittenprojekts

    2013 stand die erste große Pflanzung an. In einer Vielzahl von Baumschulen konnten wir bundesweit 190 Quittenbäume in 16 verschiedenen Sorten erwerben. Diese haben wir auf eine, von Freunden gepachtete, 6.500 m² große Fläche gepflanzt.

    2014 wurde diese Pflanzung mit 26 weiteren Bäumen der Arten Reneclaude, Aprikose, Pfirsich, Zwetschge, Kaki, Kirsche, Nashi und Mirabelle ergänzt. Diese haben wir auf der jährlichen Obstbaumverkaufsaktion des Obst- und Gartenbauverein Sulzbach e.V.  erworben, bei dem wir seit Jahren aktive Mitglieder sind.

    2015 erweiterten wir das Sortiment um 25 Quittenbäume der Sorte Leskovac in Birnenform. Das restliche Jahr, standen der Außenauftritt unseres Projekts, die operative Ausrichtung und die Produktentwicklung auf der Agenda.

    2016 kümmerten wir uns in der Nachbargemeinde Hemsbach um eine Herzensangelegenheit. Ein völlig mit Brombeeren überwuchertes und verbuschtes Grundstück. Auf 2.000 m² wurden hier jahrelang von allen Seiten Müll und Grünschnitt entsorgt. Nach Rodung der Brombeeren und Fällung der alten Bäume haben wir 900 kg Müll abgesammelt und entsorgt. Um die Brombeeren dauerhaft einzudämmen, wurde die Fläche gepflügt, gefräst und Gras eingesät. Im Anschluss pflanzten wir hier ca. 60 Quittenbäume der Sorten Limon Ayvasi und Muskatnaja, denen man spezielle, namensgebende Aromanoten nachsagt.

    2017 standen die ersten Pflanzungen im Vorgebirge von Laudenbach auf dem Programm. In das Projekt „Ilek – Blühende badische Bergstraße“ eingebunden, pflanzten wir auf einem Grundstück der Gemeinde Laudenbach die ersten 9 Quittenbäume direkt am Blütenweg.

    2018 pflanzten wir weitere Bäume am Laudenbacher Abschnitt des Blütenwegs. Hier ergänzen wir durch eine private Zupachtung zwei weitere Aktionsflächen des Ilek-Projekts und verbinden diese. Neben Quittenbäumen sollen hier auch alte Birnensorten gepflanzt werden.

    2019 stand die Pflanzung weiterer 200 Quittenbäume in 40 Sorten an. Das mühe voll gesammelte Veredelungsmaterial haben wir im Sommer 2017 von einer Baumschule auf spezielle Unterlagen aufpfropfen lassen.  Somit erweiterte sich unser Sortiment auf ca. 800 Bäume in 60 Sorten.

    Die Beschreibung der Quitte

    Die Quitte bildet 3–6 m hohe und ebenso breite Gehölze mit strauch- oder bauchförmigem Wuchs und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Die Jungtriebe sind dicht filzig behaart, und die Zweige verkahlen mit zunehmendem Alter. Die duftende Blüte hat bis zu 7 cm Durchmesser und wird aus fünf weiß oder rosa gefärbten Blütenblättern gebildet.

    Wenn die Temperaturen unter –25°C sinken gibt es Schäden an den Fruchtknospen. Die Quitte ist demnach winterfrostgefährdet. Sonnige Standorte fördern eine optimale Holzreife und vermindern dadurch die Frostanfälligkeit.

    Wegen ihrer späten Blüte (Mai/Juni) ist die Quitte auch für Spätfrostlagen geeignet. Der Baum ist selbstfruchtbar und wird hauptsächlich von Bienen bestäubt. Die einzelnstehenden, großen Blüten haben wie die Früchte einen hohen Zierwert.

    Quittenprojekt Bergstrasse - Beschreibung der Quitte

    In der Wildform weist die gelbe, stark duftende, behaarte vielsamige Frucht einen Durchmesser von 3 cm bis 5 cm auf. Kultivierte Sorten können größere Früchte bilden, die nicht selten bis zu 900 g schwer werden. Sie gehört zu den letzten Früchten im Saisonkalender und wird im Spätherbst, also normalerweise im Oktober bis hinein in den November, geerntet.

    Das Fruchtfleisch besitzt zahlreiche Steinzellen, wie man sie auch von der Birne kennt. Der angenehme Duft beruht auf einem Gemisch von mindestens 80 Duftstoffen, vor allem von Estern. Die bekannte goldgelbe Färbung der Früchte, das sogenannte „quittegelb“ geht hauptsächlich auf das Flavon Quercetin zurück.

    Die Geschichte der Quitte

    Die Quitte wird seit 4.000 Jahren kultiviert. Ursprünglich war sie im Iran, in Armenien und im Kaukasus beheimatet. Ihren botanischen Namen „Cydonia“ verdankt sie der antiken

    Stadt Kydonia auf Kreta, dem heutigen Chania, wo sie erstmals als Feldobst von Bauern angebaut wurde. Goldapfel nannten die alten Griechen diese herrliche Frucht.

    Quittenprojekt Bergstraße - Geschichte der Quitte

    Wahrscheinlich war sie auch die paradiesische Frucht, die Herakles stahl. Die „kydarischen“ Äpfel waren in Griechenland als Symbol der Liebe und Fruchtbarkeit hoch geschätzt. Brautleute aßen vor der Hochzeitsnacht gemeinsam eine dieser Früchte der Liebesgöttin Aphrodite. Neben ihrem süßlichen, weist die Quitte gleichzeitig einen herb-bitteren Geschmack auf. Dies wurde in der Antike als Vorgeschmack auf die Freuden, als auch die möglichen Schattenseiten einer Ehe interpretiert. Noch im 8. Jhd. n. Chr., am Hofe Kaiser Karls des Großen, wurde diese Tradition gepflegt.

    Im alten Rom waren die gelben Früchte als Gabe an die Nachtgöttin in Herrenzimmern zu finden. Ihr starker Duft sollte die Angebetete betören. Man war nicht nur von den Früchten begeistert, sondern fing bereits ihren verführerischen Duft in Form von Parfüms ein. Auch heute ist die Quitte Bestandteil vieler kosmetischer Produkte.

    Die Verwendung der Quitte

    Die in der Schweiz, Deutschland und Österreich wachsenden Quittensorten sind für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie sehr hart und durch die Gerbstoffe bitter sind. Andernorts gibt es aber auch Sorten die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der Türkei angebaute Shirin-Quitte.

    Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der Früchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches gründlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden.

    Die Ernte erfolgt am besten im nicht zu reifen Zustand, da sonst das in den Früchten enthaltene Pektin zunehmend abgebaut ist. Am sinnvollsten ist als Erntezeitpunkt die Phase, in der die Farbe der Früchte von grün nach gelb umschlägt. Grasgrüne Früchte bleiben trotz eventueller Nachreife geschmacklich unbefriedigend. Bei zu später Ernte tritt rasch eine Bräunung des Fruchtfleisches auf. Knapp reif geerntete Früchte lassen sich getrennt von anderem Obst bis zu zwei Monate lagern.

    Quittenprojekt Bergstraße - Verwendung der Quitte

    Aus Quitten kann u.a. Konfitüre, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee, Likör, Wein, Schnaps sowie Secco hergestellt werden. Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der Apfelwein oder -saftherstellung. Gebacken eignen sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem, eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2–3 cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. In spanisch- und portugiesisch sprachigen Ländern ist es als „Dulce de membrillo“ eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit.

    Die Vermarktung der Quitte

    Um das Projekt zu finanzieren und die anfallenden Erträge sinnvoll zu nutzen, starteten wir nach der ersten kleinen Ernte im Oktober 2015 mit der Produktentwicklung. Da wir nicht nur den Saft sondern die ganze Frucht verwenden wollten, begannen wir nach dem klassischen Quittengelee mit der Entwicklung von Fruchtaufstrichen aus Quittenpüree. Anfangs hart wie Beton, erreichten wir nach monatelanger Versuchsproduktion eine samtwiche Textur ohne den Einsatz von Zusatz- oder Konservierungsstoffen.

    Im Mai 2016 feierten wir die Eröffnung unseres Hofladens in der Hintergasse 5 in Weinheim-Sulzbach, in dem sich unser Hang zur Tradition widerspiegelt. Eine Obstpresse aus dem 17. Jahrhundert und ein Apothekerschrank von 1924 verleihen dem Laden seinen besonderen Charme. Ergänzt mit einer antiken Registrierkasse und anderen historischen Gegenständen entführt er unsere Besucher in die „Blütezeit“ der Quitte.

    Quittenprojekt Bergstraße - Die Vermarktung und der Hofladen in Weinheim

    Nach und nach erweiterten wir unser Produktsortiment, um ein Quittenessigbalsam, verschiedene Sirupe, Senf in zwei Varianten und ein naturtrüber Quittendirektsaft ergänzen unsere Fruchtaufstriche in 19 Sorten.

    In den darauffolgenden Jahren starteten wir in unserer Versuchsküche mit Dips und Chutneys. Die spanische Spezialität „Dulce de membrillo“, bei uns als Quittenbrot oder Quittenspeck bekannt, ist ebenfalls in Planung. Es folgten Quittenbrand , Quittenwein und Quittensecco in Zusammenarbeit mit einem Bioweingut.

    Um mit unseren Kunden und Interessenten in Kontakt zu treten, besuchen wir mit unserem quittengelben Marktstand regelmäßig Veranstaltungen wie die Märkte des „Naturpark Neckartal-Odenwald“ oder der Initiative „BürGenLand“, die sich für eine genfreie Landwirtschaft einsetzt. Auch auf Fach- und Genussmessen tauschen wir uns mit Kunden und anderen Manufakturen aus.

    Synergien & Netzwerke in der Region Bergstraße

    Der Verein „Blühende Bergstraße e. V.“, dessen Mitglied wir sind, hat als Ziel, das meist verbuschte, überwucherte und kaum noch mit Fahrzeugen befahrbare Vorgebirge entlang der Bergstraße zwischen Laudenbach und Dossenheim wieder in sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzuführen.

    Durch Gerhard Röhner, den Vorsitzenden der BUND Ortsgruppe Hemsbach / Laudenbach entstand die Idee mit den Pflanzungen der Quittenbäume entlang der neuen Kreisverbindungsstrasse. In einem gemeinsamen Meeting mit der Gemeindeverwaltung Laudenbach wurde die Pflanzung konzipiert und abgesegnet. Als Mitglieder dieser sehr aktiven Ortsgruppe haben wir auch schon einen Vortrag über unser Projekt gehalten und sind stets über Naturschutzprojekte in unserer Region informiert. So stehen wir auch seit der Gründung des Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.v. (kurz. Genial Regional Verein) im Kontakt mit dessen Gründungsmitgliedern und unterstützen das Vorhaben des Vereins, durch diverse Aktivitäten in der Region, das Bewusstsein und die Wertschätzung für nachhaltige regionale Produkte in der Bevölkerung zu aktivieren und das Vertrauen in Regionales zu stärken.  

    Leitmotiv : „Heimat entdecken, erhalten und gestalten“

    Text-Quelle : © Quittenprojekt Bergstraße

    Bild-Quelle : Quittenprojekt Bergstraße und Ottmar Meissner

    Quittenprojekt Bergstraße - Verein Blühende Bergstraße - Geinal Regional Verein

  • Gemeinsam für Nachhaltigkeit im Gewächshaus

    Der Genial Regional Verein war zu Besuch bei Mitglied Franz Schreier (r.) in Bürstadt. Er hat die ehemalige Gärtnerei Haller (Boxheimerhof) gekauft, umgebaut und zu einem Labor für Nachhaltigkeit im Gewächshaus weiterentwickelt.

    Das allererste Mal trafen sich die Mitglieder des Genial Regional Vereins persönlich auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Haller. „Zuvor hatten alle Zusammenkünfte wegen Corona nur digital stattgefunden“, berichtete Vorsitzende Brigitte Zimmermann. Gegründet hatte sich der Verein nach einer Vorlaufzeit im November 2020 unter dem Namen „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar e.V.“

    Er setzt sich zusammen aus vielen Mitgliedern, meist Unternehmern aus der Region, die sich vor allem für Regionalität, Nachhaltigkeit und Landschaftserhalt einsetzen. Das ist die Basis für die Produkte, deren erzeugen, verwerten, verarbeiten, vermarkten sie fördern und bewerben möchten.

    Weitere Mitstreiter im Genial Regional Verein sind herzlich willkommen

    „Bisher sind es rund 20 Mitglieder, die zum Teil bereits in verschiedenen Verbänden und Organisationen aktiv sind. Aber auch Landwirte und Verbraucher sind dabei“, so die Vorsitzende. Der Verein ist auf der Suche nach weiteren Mitstreitern aus den Regionen Bergstraße, Heidelberg, Kraichgau und Odenwald, die sich mit den Themen nachhaltiger Produktion und Regionalität identifizieren können und helfen wollen, diese Botschaft nach außen zu tragen. Anlass zum Besuch in Boxheimerhof war, dass dort Mitglied Franz Schreier, dem die Firma ebf GmbH aus Bensheim gehört, 2013 ein Grundstück gekauft hat und mit seinem Gewächshaus experimentiert.

    Genial Regional Verein im Boxheimerhof Bürstadt

    Schreier ist von Haus aus Physiker, hat sich aber inzwischen zum Gärtner entwickelt. Er beschäftigt sich mit dem nachhaltigen Pflanzen und Aufziehen von Produkten in seinen besonderen Gewächshäusern, wie er sagt. „Damit fahren wir quasi doppelte Ernte ein. Zum einen mit dem was dort wächst, zum anderen durch die Energieeinsparung und die Einleitung des überzähligen Stroms ins Netz“, erklärte der Physiker den neugierigen Mitgliedern.

    Er verwendet eine hagelsichere Fluorkunststoff-Folie als Schutz für das Gewächshaus. Die Folie lässt auch UV-Strahlen außen vor, sorgt aber dafür, dass die Sonnenwärme im Innenraum gespeichert wird. Weil das Gewächshaus gut gedämmt ist, hält es die Temperatur auch in der Nachts sehr gut, sagt Schreier. Bei Außentemperaturen von bis zu minus zehn Grad bleibe es innen sogar frostfrei.

    Gebaut ist das Gewächshaus aus Holz und Hanfkalk. „Das ist ein natürliches Material mit sehr guten Dämmeigenschaften. Es kann wie alle verbauten Teile der Natur zurückgegeben werden“, fügt Schreier an. Auch die Folie bestehe aus solchen Bestandteilen. „Das Gewächshaus ist zu 99,9 Prozent recycelbar.“ Bisher gebe es wenige solcher Häuser in Europa, etwa in Luxemburg oder in Paris. Auch im japanischen Hokkaido stehe ein solches Modell.

    Chilis in unzähligen Sorten

    In Boxheimerhof werden zurzeit Chilis angebaut, unter anderem, um deren Samen zu gewinnen. Ein Mitarbeiter kümmert sich um den Anbau unzähliger Sorten. Der wird in weiteren Gewächshäusern auf dem Areal betrieben. Die Chili-Sorten wachsen auf hochwertigem Kompost, den der Abfallzweckverband ZAKB produziert, heißt es. Ein Vertreter des Verbands war beim Vereinstreffen ebenfalls anwesend. Noch fehlen spezielle Photovoltaikmodule, die in China hergestellt und in wenigen Monaten geliefert werden sollen.

    Karl-Ludwig Haller ist inzwischen Mieter bei Schreier. Auf dem Areal züchtet er beispielsweise Kresse unter dem Namen „Nasch Misch“ (wir berichteten). Auf dem Gelände finden sich noch viele „Altlasten“ aus dem früheren Gärtnereibetrieb, darunter der hohe Schornstein, durch den unzählige Liter Schweröl zum Heizen der früheren Gewächshäuser geflossen sind. Auch asbesthaltige Verkleidungen gibt es hier noch. „Wir geben das Areal der Natur zurück, wollen den Boden verbessern und wahrscheinlich eine Kindergärtnerei einrichten, bei der Kinder über mehrere Monate kommen, säen, gießen und ernten dürfen“, sagt Schreier. Der Physiker möchte der nächsten Entscheidergeneration bereits in jungen Jahren die Zusammenhänge in der Natur vermitteln. Das gehe nur über das Erleben.

    Nach einem Imbiss setzten sich die Mitglieder zusammen und arbeiteten bei einem Workshop das kommende Programm aus. „Der Verein hat in den nächsten Monaten viel vor. Wir möchten beispielsweise Kochkurse anbieten. Eine weitere Idee ist, einen Food-Truck. Außerdem will man weitere Regionalläden auf die Beine stellen, wie die Vereinsvorsitzende Brigitte Zimmermann sagte. Es habe viel zu besprechen gegeben, bei dieser ersten persönlichen Begegnung.

    Die Homepage des Vereins www.genialregionalverein.de ist gerade online gegangen, aber viele Bereiche müssen noch mit Inhalten gefüllt werden.

    Zusätzlich zur neuen Webseite ist der Genial Regional Verein auch auf Social Media Kanälen mit eigenen Auftritten vertreten. Hier findet Ihr dazu die Links.

    Facebook : https://www.facebook.com/genialregionalverein

    Instagram : https://www.instagram.com/genialregionalverein/

    YouTube : https://www.youtube.com/channel/UCL0oBaoxlX5hK0PcQoKQCRg 

    Folgen Sie uns einfach in den Sozialen Medien und Besuchen Sie unsere Webseite. Wir werden in den nächsten Monaten dort von unserer Arbeit mit dem Fokus auf Bildung in den Bereichen Regionalität, Nachhaltigkeit und Landschaftspflege berichten.

    Den Bericht dazu von Christine Dirigo im Südhessen Morgen finden Sie hier : Gemeinsam für Nachhaltigkeit – Bürstadt – Nachrichten und Informationen (mannheimer-morgen.de)

    Text-Quelle : © Christine Dirigo

    Bild-Quelle : Ottmar Meissner

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    Genial Regional macht erfolgreich Schule !!

    Saisonal und regional Kochen mit Kindern im Unterricht. Dieses Thema hat der Verein „Genial Regional Heidelberg Rhein-Neckar“ in vier Workshops erfolgreich aufgearbeitet. Bei diesem praxisbetonten Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte und Vereinsmitglieder haben im abgelaufenen Schuljahr rund 20 Männer und Frauen viele Ideen für Projekttage gesammelt. Vereinsvorsitzende Brigitte Zimmermann überreichte in Bürstadt beim abschließenden „Grilllehrgang“ den Anwesenden ihre Teilnahmebestätigungen.

    Warum dieses Fortbildungsangebot?

    Das Wissen um heimisches Gemüse der Saison und die Fähigkeiten es gesund und schmackhaft zuzubereiten, verschwindet in Zeiten von „industriellen Fertiggerichten“ immer mehr. Um diesem Trend entgegen zu wirken hat der Verein das Fortbildungsprogramm gestartet, „Mit unseren Kursen wollen wir genussvollen Klimaschutz auf dem Teller anbieten. “ so Brigitte Zimmermann im Rückblick auf die Fortbildungen. „Nun sind 20 Multiplikatoren bereit das erworbene Wissen an Kinder und Jugendliche weiter zu geben.

    Kreis- und Länderübergreifender Workshop

    Die Kursleitung hatten Gastronomiefachkräfte. Teilnehmen konnten Multiplikatoren aus Bildungseinrichtungen aus Südhessen und Nordbaden. Ziel war auch der Kreis- und Länderübergreifende Austausch. Der Verein „Genial Regional“ hatte den DEHOGA Hessen, die Heinrich Metzendorf Schule, den Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und den Naturpark Neckartal sowie die Location und Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ mit im Boot. Kurzfristig hat sich auch noch die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt für das Abschlussmodul mit Küche und Freifläche beteiligt. Dafür dankte Brigitte Zimmermann Schulleiterin Stefanie Dekker. Bei allen Modulen wurden neben viel Praxis und Genuss auch neue Kontakte sowie Wissen zu den regional-saisonalen Lebensmitteln vermittelt.

    Warum sollte an Schulen gekocht werden?

    Sabine Gnauck, Abteilungsleiterin an der Heinrich Metzendorf Schule –weist auf die Wichtigkeit hin verstärkt den Basismultiplikatoren, das Thema „regionale, saisonale und nachhaltige Ernährung“ zu vermitteln. Deshalb hat die Metzendorfschule als schulischer Partner für die Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk dem Verein gerne ihre Räume für zwei Workshops zur Verfügung gestellt. Gnauck führt weiter aus: „Leider ist die Realität so, dass Kinder und Jugendliche kaum noch eigene Kocherfahrungen zuhause, in der KiTa oder in der Schule machen.

    Übrigens: Die Fortbildungsreihe „genial regional macht Schule“, die sich über das Schuljahr 23/ 24 erstreckte, richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Schulstufen. Lehrkräfte konnten im Laufe der Fortbildung persönliche Kontakte zu Erzeugern und den beteiligten Vereinen an der Bergstraße knüpfen.

    Regionale und saisonale Genüsse zubereiten

    Den Start der Workshopreihe machte Guy Bastian von der Kochschule Heidelberg mit dem Thema „Kartoffeln und Kürbisse“ in der Metzendorfschule.

    Im Winter lockte Bio-Koch Stefan Beckmann von Biond an dieTöpfen in der Metzendorfschule. Der Spezialist für vegane Küche zeigte, was man aus Kraut und Rüben so zaubern kann.

    Im Frühjahr hat Kräuterfrau Dorisa Winkenbach von „artemis“ mit Wissbegierigen in Bensheim Kräuter gesammelt. Anschließend wurden sie in der Location „Jahreszeiten“, sortiert und für Speisen verwendet.

    Zum Schuljahresende 23/24 war es dann tierisch: Grillen stand auf dem Plan. Die mehrfachen Hessenmeister Oliver und Sandra Schröbel lieferten Basiswissen und viele Tipps zum Grillen.

    Petra Wagner-Brunnengräber vom Verein dokumentierte Rezepte, um sie den Teilnehmenden zur Verfügung zu stellen. Vereinsmitglied Ottmar Meissner wird einige davon auch über seine digitale Plattform „Jahreszeiten regional erleben“ bereitstellen. So wollen die Organisatoren mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit das „regionale Genuss-Erbe“ für künftige Generationen bewahren.

    Regionale und saisonale Lebensmittel besorgen

    Für den praktischen Teil hatte Landwirt Sigi Ochsenschläger Kartoffel, Kürbisse, Kohl, Kräuter, Salate, Knoblauch und vieles mehr geliefert. Der Erzeuger aus Biblis-Wattenheim nutzte die Treffen, um von seinen Nöten zu berichten. Eigentlich möchte er Gemüse und gutes Fleisch für die Region erzeugen. Doch immer weitere Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollen erschweren seine Arbeit. Mit der Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft gibt er 100 Leuten Einblicke in die Arbeit. Jeden Freitag liefert er an 3 Standorte deren wöchentlichen Ernteanteil. Seine Frau Dagmar Ochsenschläger sorgt mit ihrem kleinen Hofladen für ein Nahversorgung, die früher kleine Lebensmittelgeschäfte machten. Ergänzt wird das Angebot mit einem Onlineshop eigener Produkte und Erzeugnissen von regionalen Kollegen.

    Austausch über Branchen hinweg

    Beim gemeinsamen Essen kamen auch Themen zur Sprache, wie Fachkräftemangel, bürokratische Hürden für Handarbeitende Kleinerzeuger oder die Probleme bei den Lieferketten und bei der Transparenz bezügliche der Lebensmittelqualität. Doch bei allen Problemen – der Spaß stand im Vordergrund. „Die Kurse waren kurzweilig, die Gerichte alle lecker und wir sind beim nächsten Mal wieder dabei!“, so der einhellige Wunsch der Lehrkräfte und der teilnehmenden Vereinsmitglieder

    „Es ist wunderbar, dass mit diesen Kochkursen die Aufmerksamkeit auf die regionale und saisonale Küche gelenkt wird.  Die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen werden dabei auch für den Ausbildungsberuf des Kochs und der Köchin sensibilisiert. Dies ist wichtig, denn bei der Berufswahl ihrer Schüler und Schülerinnen spielen die Lehrkräfte oftmals eine entscheidende Rolle und das Gastgewerbe braucht dringend Fachkräfte, damit es auch in einigen Jahren noch Restaurants mit frisch zubereiteten Speisen gibt. Deshalb unterstützt der DEHOGA Hessen Kreisverband Bergstraße dieses Projekt von Genial Regional sehr gerne, „ so Christine Friedrich von der Kreisgeschäftsstelle.

    Fortsetzung für 24 /25 in der Vorbereitung

    Für das kommende Schuljahr prüft der Verein nun, welche Fortbildungen zu welchen Terminen und zu welchen Konditionen angeboten werden können. Beim Grillworkshop in Bürstadt wurden für das Schuljahr 24/25 folgende Termine, Themen und Locations vorgeschlagen:

    1. Herbst 24: Rund um den Apfel – Beate Weis Streuobstmanufaktur in Heppenheim
    2. Winterte 24/25: Jogurt und Käse in der Heinrich-Metzendorf Schule
    3. Frühling 25: Brotbacken in der Berufsschule in Groß-Gerau
    4. Sommer 25: Haltbarmachen (Trocknen, Dörren, Entsaften, Einkochen, Fermentieren) Erich-Kästner-Schule in Bürstadt

    Weite Informationen zu unserem Projekt „Genial Regional macht Schule“ findet man auf unserer Webseite und im Beitrag Frag Jahreszeiten : Genial Regional macht Schule !! – Jahreszeiten regional erleben bei unserem Partner Jahreszeiten regional erleben.

  • Mittelalter-Kochkurs im Freilichtlabor Lauresham

    Sehr spannend war es am 7. Mai 2026 für die Mitglieder des Genial Regional Verein und teilnehmende Lehrkräfte von Bergsträßer Schulen, die sich zum mittelalterlichen Kochkurs in Lorsch trafen. Am Besucher-Informations-Zentrum des Freilichtlabors Lauresham wurden die Teilnehmer freundlich begrüßt und bekamen eine Führung durch das Freilichtlabor Lauresham mit den Schwerpunkten Grundherrschaft, Landwirtschaft, Versorgung und Ernährung im frühen Mittelalter.

    Genial Regional macht Schule 2026 - Kochkurs - Mittelalterliches Kochen - Führung Lauresham

    Bei der Führung durch das Freilichtlabor Lauresham, erfuhren die Kursteilnehmer, wie man früher gekocht und die Lebensmittel angebaut bzw. verarbeitet hat.

    Heute finden wir im Supermarkt fast alles auf Anhieb im Regal, das im Kochtopf oder Backofen verarbeitet wird. Im Mittelalter mussten sich die Menschen deutlich mehr anstrengen, um zu ihrer Nahrung zu kommen. Es fing mit der Bearbeitung des Bodens an, danach kam die Aussaat, und am Ende standen die Ernte und das Kochen.

    Statt einer schier unerschöpflichen Auswahl an Speisen gab es nur das, was angepflanzt werden und gedeihen konnte. Im Mittelalter hatte man auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Haltbarmachung, zum Beispiel der Kühlung von Nahrungsmitteln. Heute kocht man auf hochmodernen Kochfeldern, im Mittelalter war es der selbst gebaute Ofen oder eine große Steinplatte, auf der gekocht wurde. Das Essen binnen einer Viertelstunde auf die Teller zu zaubern, war früher absolut undenkbar. Die Teilnehmenden erfuhren im Kurs, was es heißt, regional und saisonal zu kochen. Genaue Mengenangaben waren Fehlanzeige und eine Speisefolge gab es ebenfalls nicht. Um regional und saisonal zu kochen, müssten Menschen umdenken. Die geliebten Erdbeeren zum Beispiel müssten sie für die meiste Zeit des Jahres von ihrem Speisezettel streichen.

    Zum Kochkurs wurde der Ofen befeuert und darin Brötchen gebacken. Als Kochstelle diente ein großer Steinblock, auf dem Holzstücke verfeuert wurden. Darüber hing das rustikale Gefäß, in dem ein Eintopf köchelte. Schnell breitete sich ein leckerer Duft aus. Wer Speck und Kräuter für seinen Eintopf haben wollte, nahm sich das selbst aus einer Schale.

    Genial Regional macht Schule 2026 - Kochkurs - Mittelalterliches Kochen und Essen

    Genial Regional macht Schule 2026 – Kochkurse für Lehrkräfte 

    Klimaschutz durch mehr regionale und saisonale Lebensmittel. Dieses Thema soll über die Schulen in die Bevölkerung getragen werden. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, hat der gemeinnützige Genial Regional Verein in Kooperation mit regionalen Partnern ein Vernetzungs- und Bildungsangebot im Schuljahr 23/ 24 geschaffen und umgesetzt. Das im Jahr 2024 erfolgreich mit 4 Kochkursen gestartete Projekt wird in 2026 fortgesetzt. Es werden weitere 3 saisonal-regionale Kochkurse für Mitglieder und Lehrkräfte allgemeinbildender und beruflicher Schulen angeboten. Mittelalterliches Kochen in Lauresham, war der 1 dieser 3 Kochkurse in 2026.

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    Einkochen, Fermentieren und haltbar machen

    Am 2. September 2025 fand der 2te Kochkurs des Genial Regional Verein im Rahmen des Projekts „Genial Regional macht Schule 2025“ in der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt statt. Referent war Stefan Beckmann, vom Bio-Catering Biond (www.biond.de).

    Fermentieren

    Fermentiertes Gemüse ist nicht nur eine alte Konservierungsmethode, sondern hat auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile – aber es gibt auch Punkte, die man beachten sollte. Hier ein Überblick:

    Gesundheitliche Vorteile von fermentiertem Gemüse

    Fördert die Darmgesundheit

    • Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) entstehen bei der Fermentation.
    • Diese probiotischen Kulturen können die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung fördern und Blähungen oder Verstopfung lindern.

    Verbesserte Nährstoffaufnahme

    • Durch Fermentation werden Nährstoffe wie Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K2) besser verfügbar.
    • Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium können leichter aufgenommen werden.

    Stärkung des Immunsystems

    • Ein gesunder Darm hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen.
    • Probiotische Bakterien können Entzündungen regulieren und das Risiko für Infektionen senken.

    Längere Haltbarkeit & natürliche Konservierung

    • Gemüse bleibt ohne Zusatzstoffe über Monate haltbar..
    • Der Säuregehalt (pH-Wert) verhindert das Wachstum schädlicher Keime.

    Positive Wirkung auf Stoffwechsel und Gewicht

    • Einige Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

    Mögliche Risiken & Dinge zum Beachten

    Salzgehalt

    • Bei der klassischen Milchsäuregärung wird viel Salz verwendet. Zu hoher Konsum kann problematisch für Herz-Kreislauf-Patienten oder Menschen mit Bluthochdruck sein.

    Histaminbildung

    • Bei der Fermentation entsteht Histamin. Menschen mit Histaminintoleranz reagieren darauf oft mit Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen.

    Individuelle Verträglichkeit

    • Zu Beginn können Blähungen, Völlegefühl oder Bauchgrummeln auftreten, bis sich der Darm an die neuen Bakterien gewöhnt.
    • Langsam einführen (z. B. mit 1–2 EL Sauerkraut täglich starten).

    Hygiene & Sicherheit

    • Wichtig: Sauberes Arbeiten, sauberes Equipment, richtige Salzkonzentration.
    • Wenn es stark faulig riecht, schleimig wird oder Schimmel bildet → nicht mehr essen.

    Nicht für alle geeignet

    • Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantationen sollten vorsichtig sein und ggf. vorher ärztlich abklären.

    Kurz gesagt: Fermentiertes Gemüse kann ein echtes Superfood für den Darm und das Immunsystem sein – solange es richtig hergestellt und individuell verträglich ist.

    Ideen für fermentiertes Gemüse

    Kimchi (klassisch)

    • Chinakohl, Karotten, Paprika, rote Zwiebeln, Kurkuma, Ingwer, Chiliflocken

    CurryKraut

    • Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl (manchmal etwas Wirsing), Kurkuma, Ingwer, Cilliflocken, Curry (Kreuzkümmel)

    BlumenkohlCurry

    • Blumenkohl (Scheiben), Chinakohl, Spitzkohl, Karotten (Scheiben), rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Chiliflocken)

    Lauch/Karotten – Kimchi

    • Spitzkohl (grob), Lauch, Karotte (grob gerieben)

    Blumenkohl/ Lauch/ Karotten Kimchi

    • Blumenkohl (Röschen), Karotte (grob gerieben), Spitzkohl (grob), Lauch

    Rotes Kimchi

    • Rotkraut, Blumenkohl, rote Bete, Chinakohl, Möhre

    mit Gelber Bete

    • Gelbe Bete (Würfel), Karotten (Scheiben), Lauch, Spitzkohl (grob), Chinakohl

    Sauerkraut (klassisch)

    • Spitzkohl, Weißkraut, (Lorbeer, Wachholder)

    Rettich Kimchi

    • Rettich (dünne Scheiben), Karotte (dünne Scheiben), Lauch

    Grundrezept: Fermentiertes Gemüse

    • ca. 1 kg Gemüse (z. B. Kohl, Karotten, Blumenkohl, Lauch, Rettich, Bete …)
    • 20 g Salz (= 2 % vom Gemüsegewicht) → am besten naturbelassenes Meersalz oder Steinsalz
    • Gewürze nach Belieben: Knoblauch, Ingwer, Chili, Kümmel, Lorbeer, Pfefferkörner …
    • Optional: Starterkultur (z. B. etwas vom Saft eines vorherigen Ferments)

    Gemüse vorbereiten

    • Waschen, ggf. schälen und in die gewünschte Form schneiden (Scheiben, Raspeln, Röschen). – unterschiedliche Schnittform – anderer Geschmack

    Salzen

    • Gemüse in eine große Schüssel geben, Salz dazu.
    • Mit den Händen kräftig kneten oder stampfen, bis Flüssigkeit austritt (das ist die spätere Lake).

    Abfüllen

    • Gemüse dicht in ein sauberes Bügel- oder Schraubglas pressen.
    • Es muss komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls zu wenig Lake da ist: etwas Salzlösung (2 %) nachgießen.

    Beschweren

    • Mit einem Gewicht (Glasgewicht, kleiner Teller, sauberes Kohlblatt) das Gemüse unter der Flüssigkeit halten.
    • Wichtig: Gemüse darf nicht mit Luft in Kontakt kommen → sonst Schimmelgefahr.

    Fermentieren lassen

    • Glas (Weck-Gläser) verschließen. Nicht öffnen – es darf kein Sauerstoff reinkommen
    • Zimmertemperatur (18–22 °C) für 3–7 Tage stehen lassen.
    • Unterschiedliche Temperatur – anderer Geschmack

    Reifen lassen

    • Im Kühlschrank entwickelt sich das Aroma weiter.
    • Haltbarkeit: mehrere Monate, solange das Gemüse unter der Lake bleibt.

    Tipps

    • Menge Salz ist entscheidend: ca. 2 % ist optimal (z. B. 1 kg Gemüse → 20 g Salz).
    • Schaumbildung / Blubbern ist normal: das sind die Milchsäurebakterien.
    • Wenn sich ein weißer Film (Kahmhefe) bildet → meist harmlos, aber bei Schimmel (flauschig, farbig) entsorgen.
    • Immer sauber arbeiten – Glas, Hände, Schneidebrett.
    • Geruchs- und Geschmackskontrolle

    Die Kursteilnehmer konnten dabei praktische Erfahrung sammeln, über das Fermentieren diskutieren und hatten viel Spaß beim Schneiden, Salzen, Stampfen und Befüllen der Gläser.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Geschnittem, Gesalzen und Gestampft

    Einkochen

    Gesundheitliche Vorteile beim Einkochen

    Längere Haltbarkeit

    • Durch Erhitzen werden Mikroorganismen und Enzyme abgetötet → Lebensmittel sind über Monate bis Jahre haltbar.
    • Praktisch für Vorratshaltung und weniger Lebensmittelverschwendung.

    Nährstoffsicherung

    • Viele Mineralstoffe (z. B. Kalium, Magnesium, Eisen) bleiben beim Einkochen gut erhalten.
    • auch Ballaststoffe bleiben unverändert und fördern die Verdauung.

    Saisonale Vielfalt

    • Saisonales Obst & Gemüse kann eingekocht und ganzjährig genutzt werden – fördert eine abwechslungsreiche Ernährung.

    Selbstgemacht = kontrollierte Zutaten

    • Im Gegensatz zu industriellen Konserven enthält Selbstgemachtes keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder unnötigen Zucker/Salz (außer man fügt es selbst zu).

    Gesundheitliche Nachteile & Risiken

    Vitaminverluste

    • Hitzeempfindliche Vitamine (v. a. Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure) gehen teilweise verloren.
    • Der Verlust hängt von Temperatur & Dauer ab (besonders bei langem Einkochen oder hoher Hitze).

    Botulismus-Risiko (sehr selten, aber ernst)

    • Clostridium botulinum kann in sauerstoffarmen, feucht-warmen Milieus wachsen (z. B. bei unsachgemäß eingekochtem Gemüse/Fleisch).
    • Vorbeugung:
    • Strikte Hygiene beim Einkochen.
    • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. Obst, Tomaten) sind unkritischer.
    • Bei Gemüse/Fleisch → unbedingt lange genug bei mind. 100 °C (besser 120 °C im Druckkochtopf) einkochen.

    Nährstoffeinseitigkeit

    • Wenn man sich stark auf Eingekochtes verlässt, kann es auf Dauer zu weniger Frischkost und Rohkost kommen → schlechtere Vitaminversorgung.

    Salz- oder Zuckergehalt

    • Viele Rezepte nutzen Zucker (Marmelade, Kompott) oder Salz (eingelegtes Gemüse). Ein übermäßiger Konsum kann gesundheitlich nachteilig sein.

    Auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer wurde gesorgt. Zum gemeinsamen Mittagessen gab’s frisch zubereitete Grünkern-Bolognese, Apfelmus mit eingekochten Kirschen und schöne Bilder vom Kochkurs des Genial Regional Verein.

    Genial Regional macht Schule 2025 - Kochkurs - Grünkern-Bolognese zum gemeinsamen Mittag

    Grünkern-Bolognese

    • 200 g Grünkern (geschrotet)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 Karotte, klein gewürfelt oder geraspelt
    • 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt (optional)
    • 1 Dose Tomaten (stückig, ca. 400 g)
    • 2 EL Tomatenmark
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Oregano (getrocknet)
    • 1 TL Thymian (getrocknet)
    • 1 Lorbeerblatt
    • Salz & Pfeffer nach Geschmack

    Grünkern vorbereiten

    • Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis er duftet (gibt ein nussiges Aroma).
    • Danach mit der Gemüsebrühe übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen.

    Gemüse anbraten

    • Öl in einem Topf erhitzen.
    • Zwiebel, Knoblauch, Karotte (und Sellerie) anschwitzen, bis sie weich sind.

    Tomatenbasis

    • Tomatenmark kurz mitrösten.
    • Mit Rotwein (oder etwas Brühe) ablöschen.
    • Stückige Tomaten und Gewürze (Oregano, Thymian, Lorbeerblatt) dazugeben.

    Grünkern untermischen

    Mit Salz & Pfeffer abschmecken.

    Den gequollenen Grünkern mit der Brühe unterrühren.

    Alles bei mittlerer Hitze ca. 20–30 Minuten köcheln, bis die Sauce schön sämig ist.

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    Trockenmauer Kurs am Heppenheimer Schloßberg

    Trockenmauern aus heimischen Gesteinsarten stellen in der Kulturlandschaft an der Bergstraße prägende Strukturelemente dar, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Geschichte z.B. am Heppenheimer Schloßberg unter Denkmalschutz stehen und seit 2018 auch anerkanntes Weltkulturerbe sind.  Sie beherbergen auch in ihren verschiedenen Zonen eine außerordentliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, welche ohne die Trockenmauern nur noch einen eingeschränkten Lebensraum finden.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Heppenheimer Schloßberg

    Leider geht das Wissen unserer Ahnen zur Neuerrichtung oder Pflege einer mörtellosen Trockenmauer immer mehr verloren. Mit unserem Kurs möchten wir der „Wissenserosion“ entgegen wirken und die Teilnehmer befähigen, selbst Reparaturen gefahrlos vorzunehmen oder neue Trockenmauern aufzusetzen.  

    Das Trockenmauerteam : Matthias Radke, Beate Weis, Tom Peichel

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Trockenmauer Projektteam

    Fragen zur evtl. eigenen Baustelle in Garten oder Landschaft werden von Matthias, Beate und Tom gerne beantworten. Gerne diskutieren Sie mit Euch und teilen Ihr Wissen aus vielen bereits durchgeführten Trockenmauer-Sanierung-Projekten.

    Werkzeugkunde ist Teil des Kurses

    In Trockenmauerkurs des Genial Regional Verein erfährt und lernt man auch viel über Werkzeuge und deren Verwendung für den Trockenmauerbau. Es gibt spezielle Schlag- und Bearbeitungswerkzeuge. Zum Bearbeiten der Steinansichtsseite, Bosse bearbeiten, einebnen wird z.B. der Krönel verwendet. Es gibt Sprengeisen, zum Ausbilden von Kanten und Ecken, und noch viel mehr.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Die Trockenmauer Werkzeuge

    Der Trockenmauer-Kurs fand in Theorie und Praxis am Freitag und Samstag statt.

    • Freitags – 15.00 bis max. 19:30 Uhr Theorie
    • Samstags – 09.00 bis ca. max. 14:00 Uhr  Praxis

    Werkzeuge wurden vom Veranstalter gestellt.

    Genial Regional Verein - Trockenmauern Bergstraße - Das Steinpuzzle kann beginnen

    Kommunikation und Austausch in der Gruppe sind uns wichtig – in den Pausen sorgt der Genial Regional Verein für Verpflegung mit Snacks und Getränken aus der Region.

    Der Trockenmauer-Kurs „Sanierung und Neuerrichtung in Theorie und Praxis“ am Schloßberg in Heppenheim, hat im März 2023 unter Trägerschaft des Nabu Meerbachtal stattgefunden.

    Basierend auf dem positiven Feedback, den guten Gesprächen mit den Teilnehmern und dem großen Interesse an solchen Kursen, hat sich der Genial Regional Verein entschlossen, diese Form der Wissensvermittlung in Theorie und Praxis auch zukünftig in weiteren Trockenmauer-Kursen anzubieten.

    Nähere Infos, Kosten und Anmeldung bei : Genial Regional Verein, Beate Weis, e-mail  : streuobst-manufaktur@gmx.de  oder genialregional@-t-online.de

    Beate Weis ist die Ansprechpartnerin und freut sich auf zahlreiche Teilnehmer bei den Trockenmauer-Kursen.